Brotspende-Aktion Nagt die GEZ am Hungertuch?

Um der GEZ aus ihrer misslichen Lage zu helfen, rufen Karlsruher Studenten zu Lebensmittelspenden an die Institution auf. "Brot für die GEZ" heißt die spaßig-böse Aktion, die es wohl nicht ins öffentlich-rechtliche Fernsehen schaffen wird.

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Brotspende die GEZ: "Die Aktion haben wir Ernst gemeint"
www.brot-fuer-die-gez.de.vu

Brotspende die GEZ: "Die Aktion haben wir Ernst gemeint"

"Ein kleiner Klick für dich, ein großer Kick für die GEZ!" dichten die Macher der Webseite "Brot für die GEZ". In Anlehnung an die Aktion "Brot für die Welt" rufen sie auf zu "einer Scheibe Gerechtigkeit". In der Gebühreneinzugszentrale müssen die Leute am Hungertuch nagen - zumindest in der Vorstellung zweier Studenten als Karlsruhe.

Sie haben sich das Ganze ausgedacht, "aus einer Bierlaune heraus", wie der 22-jährige angehende Physiker Christian Benz sagt. Die Aussicht, dass Internet-PCs ab dem Jahr 2007 GEZ-pflichtig sind, ließ die beiden zur Tat schreiten: "Wir beziehen alle Informationen aus dem Internet", erklärt Benz gegenüber SPIEGEL ONLINE. "Wir haben in unserer WG keinen Fernseher und kein Radio und sehen nicht so richtig ein, dass wir Gebühren zahlen sollen auf Geräte, die nicht mal Fernsehen empfangen können."

Benz' Mitbewohner, der Informatikstudent Bastiaan Hovestreydt, hatte vor einigen Monaten einen Brief der GEZ mit der Aufforderung erhalten, seine Empfangsgeräte anzumelden. "Da war ja schon ein Rückumschlag mit der GEZ-Adresse drin", berichtet Benz. "Wir wollten erst ein Brötchen reinstecken, aber der Umschlag war zu klein." Die Scheibe Brot habe dann aber genau gepasst. Und die Aktion "Brot für die GEZ" war geboren.

Logo der Aktion: Entstanden aus einer Bierlaune heraus
www.brot-fuer-die-gez.de.vu

Logo der Aktion: Entstanden aus einer Bierlaune heraus

"Bei diesem herrlichen Anblick wird den GEZ-lern sicher vor Vorfreude das Wasser im Munde zusammenlaufen", mutmaßen die beiden auf ihrer Webseite. Und weiter: Der Bitte um Frankierung könne man nach dieser "immensen Großzügigkeit" nicht mehr Folge leisten. So landete der Brief ohne Marke im Briefkasten.

Benz und Hovestreydt setzen auf einen Text in "einfachen, leicht verständlichen Worten". Die Botschaft auf ihren Brotscheiben lautet: "Hab kein TV. Radio auch nicht. Guten Appetit!"

Wer möchte, kann auf der Webseite auch ein so genanntes eBrot verschicken, ein Foto der gespendeten Scheibe. Entweder an Freunde oder an die GEZ. Die zwei Studenten wollen es aber nicht bei einer einzigen, eher symbolischen Scheibe Brot belassen. Gestern Abend haben sie eine eBay-Auktion gestartet, von deren Erlös sie ganze Brote kaufen möchten, die dann an die GEZ geschickt werden sollen. "Die Aktion haben wir Ernst gemeint", betont Benz.

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Aktion: "Brot für die GEZ"

Ob die erste, Ende Oktober verschickte Brotscheibe tatsächlich die GEZ erreicht hat, ist unklar. Benz glaubt nicht so recht daran: "Ich gehe davon aus, dass dieser Brief niemals angekommen ist, weil er zu dick war."

Die GEZ wich der Anfrage von SPIEGEL ONLINE, ob denn irgendwann Ende Oktober/Anfang November eine Scheibe Brot bei ihnen angekommen sei, geschickt aus.

Lesen Sie im zweiten Teil:



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