Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Browser-Charts: Trend schlägt Event

Googles Chrome kam, strahlte - und verpuffte, ohne den Browser-Markt merklich zu bewegen. Firefox bleibt im Aufwind, Safari und MSIE verlieren leicht. Spannender als die Mikro-Bewegungen auf dem Weltmarkt ist der Blick auf hiesige Zahlen - denn deutsche Surfer ticken anders.

Eineinhalb Monate, nachdem Google sich anschickte, mit Chrome die Karten auf dem Browsermarkt neu zu mischen, lässt sich die Situation mit drei Worten trefflich zusammenfassen: War da was?

Weltmarktanteile Browsermarkt laut Net Applications: Abweichung von 100 Prozent durch Rundung im Promillebereich
SPIEGEL ONLINE

Weltmarktanteile Browsermarkt laut Net Applications: Abweichung von 100 Prozent durch Rundung im Promillebereich

Googles kühlen Browser finden kaum mehr Web-Nutzer cooler als das überalterte Nostalgie-Surfbrett Netscape, das aktuell noch bei 0,45 Prozent der Surfer Beifall findet, sagt Net Applications, das derzeit führende Unternehmen in Sachen Web-Statistiken. Die Amerikaner beobachten die Nutzung von Surf-Software auf monatlicher Basis, wir zitieren hier die Zahlen des Oktober 2008.

Die weisen aus, dass der langfristige Trend der vergangenen zwei Jahre weiterhin messbar bleibt: Microsofts Internet Explorer (MSIE) verliert langsam, aber stetig an Marktgewicht, und Mozillas Firefox legt weiter zu. Weltweit soll dessen Marktanteil nun bei rund 20 Prozent liegen, was der amerikanischen Presse vor einigen Tagen Schlagzeilen wert war. In Deutschland sieht das bekanntlich krass anders aus, hier ist Firefox seit langem Mehrheitsfähig.

Hier lautet die Formel: Firefox liegt wochentags weniger weit hinter dem MSIE zurück, als er am Wochenende vor ihm liegt. Zu deutsch: In ihrer Freizeit bevorzugen hiesige Internet-Nutzer den Firefox, während sie auf dem Firmenrechner Microsoft relativ treu sind (oder sein müssen?).

Die Zahlen dazu sind der Log-Statistik von SPIEGEL ONLINE entnommen und basieren auf zuletzt 604.853.797 Seitenzugriffen (Oktober 2008). Für Chrome können wir noch keine Zahlen ausweisen, Googles Browser sorgt in unseren Statistiken für ein höheres Gewicht der "Anderen".

Browser-Statistik: Eine andere Welt am Wochenende
Browser WW SPON WT SPON WE
Internet Explorer 71,27 46,77 34,86
Firefox 19,97 41,02 49,64
Safari 6,57 9,12 11,52
Opera 0,75 1,64 2,43
Chrome 0,74 - -
Andere 0,7 1,45 1,55
Statistiken: WW = Net Applications (weltweite Marktanteile), WT = SPIEGEL ONLINE Wochentags , WE = SPIEGEL ONLINE Wochenende (Stand: 10.11.2008)

Allerdings lag auch hierzulande der Firefox schon weiter vorn, bei SPIEGEL ONLINE an Wochenenden deutlich über 50 Prozent. Hier hatte zeitweilig nicht nur Microsoft wieder Boden gutmachen können, sondern vor allem gab es noch einen lachenden Dritten im Streit der großen Zwei: Apples Safari erreicht in unseren Zugriffstatistiken mittlerweile bis zu 11,5 Prozent - was Apples stetig wachsendes Gewicht im PC-Markt ganz besonders eindrucksvoll dokumentiert. Denn längst nicht jeder Apple-Besitzer nutzt Safari.

Der einst bei schlappen drei Prozent gemessene Marktanteil der Mac-Betriebssysteme liegt in unseren Erhebungen mittlerweile wochentags bei 11,7 Prozent, am Wochenende schnellt er auf stolze 14,36 Prozent hinauf. Browser- wie Betriebssystem-Statistik weisen natürlich darauf hin, das der SPIEGEL-ONLINE-Nutzer nicht ganz dem Durchschnittssurfer entspricht: Andere deutsche Log-Statistiken verzeichnen hier niedrigere Werte.

Das alles dokumentiert, in welchem Maße wir Deutschen die Exoten in der IT-Welt sind und bleiben. Nirgendwo werden auch Alternativ-Browser besser angenommen als hier. Opera hat in unseren Statistiken gegenüber den weltweiten Zahlen ein mehr als doppeltes Gewicht (siehe Tabelle).

Für den absoluten Ausbrecher aber sorgen unsere Linux-Freaks. Im Vergleich zur weltweiten Net-Applications-Statistik nutzen exakt elfmal soviele Deutsche den Linux Konqueror - allerdings bevorzugt im Büro. Am Wochenende geht dessen Marktanteil auf nur noch das Neunfache des weltweiten "Normal-Marktanteils" zurück. Eine mögliche Erklärung dafür: Linux wird nicht nur in zahlreichen Forschungseinrichtungen und Universitäten benutzt, sondern zunehmend auch in Verwaltung und öffentlichem Dienst.

pat

Diesen Artikel...
Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 12 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Datenschutz
Hovac 11.11.2008
Ich finde es schön das anscheinend viele Deutsche nachgedacht haben und sich gegen die extreme Sammelwut von Google entschieden haben.
2. Beta...
Starlight 11.11.2008
Zitat von HovacIch finde es schön das anscheinend viele Deutsche nachgedacht haben und sich gegen die extreme Sammelwut von Google entschieden haben.
Dem kann man nur zustimmen. Aber es gibt meiner Ansicht nach noch einen weitaus wichtigeren Grund: Ich geh doch nicht mit einem Browser ins Internet, der vom Entwickler ausdrücklich als Beta deklariert wird, die momentan nur zu Entwicklungszwecken veröffentlicht wurde. Dafür ist mir das Internet entscheidend zu unsicher.
3. Google nervt...
achim68 11.11.2008
Zitat von sysopGoogles Chrome kam, strahlte - und verpuffte, ohne den Browser-Markt merklich zu bewegen. Firefox bleibt im Aufwind, Safari und MSIE verlieren leicht. Spannender als die Mikro-Bewegungen auf dem Weltmarkt ist der Blick auf hiesige Zahlen - denn deutsche Surfer ticken anders. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,589537,00.html
Das Googleteil ist nervig und erinnert in seiner Optik eher an Windows 98 lol. Ausserdem hat er sowieso nur den Sinn Google darüber zu informieren wie es seine enervierende Werbung besser an den Mann/Frau bringt. Das Gewicht des Mozilla Browsers dagegen ist sogar noch höher ein zu stufen. Denn Auf jedem MS System ist der IE installiert. Ebenso der Safari auf jedem Mac Betriebssystem. Praktisch nicht entfernbar da Messengerprogramm und andere Onlineanwendungen wie z.B. Napster oder iTunes darauf zugreifen. Die Menschen nutzen den Firefox also dafür wozu er gedacht ist: Im Internet zu Surfen. Und sind dabei gezwungen IE/Safari in der Hinterhand zu halten. Ich bestreite das bei den meisten Menschen da Sicherheitsüberlegungen eine Rolle spielen. Die große Stärke des Firefox ist seine Flixibilität durch zahllose add-ons und plug-ins. Optisch und funktionell kann man ihn ganz nach seinen eigenen Vorstellungen einrichten und anpassen. Da sehen die Anderen vergleichsweise alle alt aus...
4. Vergleichbar?
nemediah 11.11.2008
Da wären jetzt doch mal europäische Vergleichszahlen interessant. Die deutschen Surfer wegen eines Vergleichs zwischen Deutschland und globalen Zahlen gleich als "Exoten" zu bezeichnen, ist dann doch etwas gewagt. Und zu Chrome: Hätten die Medien - SPON inklusive - nicht so einen Hype um das Teil gemacht, hätte es noch weniger Interesse geweckt. Ich bin ja froh, dass ich nach den paar Jahren endlich weiß, wie ich mit den Macken von FF umzugehen habe. Warum soll ich mich da auf neue Macken einstellen ...?
5. SPON-Statistiken
lucabrasi, 11.11.2008
Am interessantesten an dem Artikel finde ich die Zahlen von SPON. Werden die gelegentlich auch mal publiziert?
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Bei Amazon kaufen.
SPIEGEL.TV
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: