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Versteckte Mikrochips: Bügeleisen aus China verbreiten angeblich PC-Viren

Bügeleisen (Symbolfoto): Cyberattacke mit dem Haushaltsgerät? Zur Großansicht
DPA

Bügeleisen (Symbolfoto): Cyberattacke mit dem Haushaltsgerät?

In Haushaltsgeräten aus China sollen Funkchips gefunden worden sein, die W-Lan-Netzwerke angreifen und Viren übertragen. Entsprechende Berichte russischer Medien lassen allerdings viele Fragen offen - vor allem die nach der Plausibilität einer solchen Attacke.

Wie die russische Nachrichtenseite Rosbalt berichtet, wurden in Bügeleisen und Wasserkochern aus chinesischer Produktion bösartige Funkchips gefunden. Die batteriebetriebenen Schaltkreise würden mit ungesicherten W-Lan-Netzwerken in ihrer Umgebung Kontakt aufnehmen und über sie Viren verbreiten. Die Chips seien durch eine Gewichtsdifferenz bei einer Lieferung von Haushaltsgeräten aus China aufgefallen. Dreißig möglicherweise befallene Geräte seien bereits nach St. Petersburg geliefert worden.

In einem TV-Beitrag hat der staatliche russische Fernsehsender Rossija 24 eines der fraglichen Geräte von einem Techniker zerlegen lassen. Auf der Webseite von Rosbalt ist ein Standbild aus diesen Film zu sehen, auf dem der Techniker einen Schaltkreis, den er laut "BBC News" als "kleines Mikrofon" bezeichnet, in die Kamera hält. Ob es sich dabei um einen Übersetzungsfehler handelt, der Techniker bloß einen Begriff verwenden wollte, der auch technischen Laien verständlich ist, oder ob er tatsächlich ein Mikrofon meinte, ist unklar.

Ohnehin sind die bisher bekannten technischen Details spärlich. Das in dem russischen Nachrichtenbericht dargelegte Angriffsszenario ist wenig schlüssig. Ein Angreifer, der möglichst viele Viren verbreiten möchte, ist nicht auf eine so aufwendige und teure Maßnahmen, wie den Einbau von bösartigen Chips in Haushaltsgeräten, angewiesen.

Ein konventioneller Angriff, beispielsweise mit Hilfe eines gemieteten Botnets, dürfte bedeutend billiger und einfacher zu realisieren sein und kann in kurzer Zeit Millionen Menschen erreichen. Ein Angriff mit manipulierter Haushaltselektronik, die in Elektronikläden verkauft wird, wäre dagegen kaum zielgerichtet möglich, hätte nur eine sehr geringe Wirkung und würde nur wenige, zufällig erreichte Opfer treffen.

fkn

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insgesamt 27 Beiträge
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1. Gewichtsdifferenz
remi42 04.11.2013
Der Wlan Chip plus eine Knopfzelle können wohl nicht per Gewichtsdifferenz festgestellt werden. Wer bitteschön wiegt denn Bügeleisen und hat dann das Gewicht auf Gramm genau? Inklusive oder exklusive Verpackung?
2. im ersten Moment
felisconcolor 04.11.2013
etwas abstrus. Wenn ich aber sehe wieviele W-Lan in meiner Umgebung zu finden sind (allerdings alle mehr oder weniger zu) und dann den Schneeballeffekt dazu rechne.... Hm irgendwie kommt unterm Strich doch nur "Blödsinn". Aber sicher eine hübsche VT für Berufsparanoiker
3. Ach Gottchen ...
rodelaax 04.11.2013
... der Fernsehsender Rossija 24 ist doch bekannt für seine wirren Reportagen, Nachrichten und Verschwörungstheorien gegen angebliche Feinde Russlands.
4. Räuberpistole
EvilGenius 04.11.2013
Hört sich von vorne bis hinten nicht plausibel an. Zudem: wo gibts schon ungesicherte WLANs?
5. Zoll Russland
truthonly 04.11.2013
Zitat von remi42Der Wlan Chip plus eine Knopfzelle können wohl nicht per Gewichtsdifferenz festgestellt werden. Wer bitteschön wiegt denn Bügeleisen und hat dann das Gewicht auf Gramm genau? Inklusive oder exklusive Verpackung?
Das ist die Realität. Der russische Zoll prüft bei Importen ob das in den Versanddokumenten angegebene Gewicht mit dem Gewicht der Ware übereinstimmt. Wenn das nicht der Fall ist, fallen Strafgebühren an und das nicht zu knapp. Wenn zB 541kg angegeben sind und die Ware wiegt 543kg, kostet das Geld und die Verzollung dauert länger. Frage 2 : beides, also brutto/netto.
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  • Felix Knoke schreibt von Berlin aus über elektronische Lebensaspekte und versucht sich vergeblich als Hitproduzent in seinem Wohnzimmerstudio.

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