Unsichere Elektrogeräte Bundesnetzagentur verbot 2018 Verkauf von Millionen Produkten

Unzulässige Frequenznutzungen, zu hohe Sendeleistungen, fehlende Kennzeichnungen: Die Netzagentur hatte 2018 mit viel problematischer Technik zu tun. Mängel attestierte sie unter anderem Bluetooth-Lautsprechern.

Jochen Homann (Archivbild)
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Jochen Homann (Archivbild)


Die Bundesnetzagentur hat im vergangenen Jahr den Verkauf von mehr als zehn Millionen Elektrogeräten verboten, weil sie Mängel haben oder EU-Vorschriften nicht erfüllen. "Immer mehr unsichere Produkte aus Fernost gelangen über das Internet auf den deutschen Markt", begründete der Präsident der Netzagentur, Jochen Homann, am Mittwoch den Anstieg bei den aus dem Verkehr gezogenen Produkten. Im Jahr 2017 hatte die Behörde nur für rund 460.000 Geräte ein Verkaufsverbot verhängt, 2016 waren es nach Angaben einer Sprecherin knapp eine Million Verbote.

Die Kontrolleure der Netzagentur haben im vergangenen Jahr Händler ins Visier genommen, die hohe Stückzahlen im Internet anboten. Unter den Geräten mit Verkaufsverbot waren insgesamt gut vier Millionen Bluetooth-Lautsprecher verschiedener Hersteller und fast 2,5 Millionen Smartwatches.

Außerdem wurde der Verkauf von mehr als 2,5 Millionen drahtlosen Kopfhörern untersagt, weil sie Störungen des Polizeifunks oder des Rettungsdienstfunks verursachen könnten. Auch 508.200 Mobilfunkgeräte und 123.000 ferngesteuerte Drohnen wurden als problematisch identifiziert.

Sehr niedrige Preise sind ein Warnsignal

Die festgestellten Mängel reichten den Angaben zufolge von fehlenden Kennzeichnungen und Produktinformationen bis hin zu unzulässigen Frequenznutzungen oder zu hohen Sendeleistungen. Geprüft werden die Geräte unter anderem im Rahmen anonymer Testkäufe.

"Verbraucher sollten mindestens darauf achten, dass die Produkte über eine deutschsprachige Bedienungsanleitung verfügen und eine CE-Kennzeichnung haben", empfiehlt Jochen Homann. Auch wenn der Preis sehr niedrig sei, sollten sie "zweimal hinschauen".

mbö/dpa



insgesamt 9 Beiträge
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felisconcolor 09.01.2019
1. Jo
eine CE Kennzeichnung. Wie jeder weiss heisst das eigentlich "China Export" Was einem fast jeder Chinese bestätigen kann. Und wie soll ein "zu niedriger Preis" ein Indiz für mangelhafte Ware sein? Wir werden bei Elektronikartikeln doch eh schon über den Tisch gezogen. Wenn ich Preise für Computerzubehör vergleiche (geht einfach weil Grafikkarten übern großen Teich die gleichen sind wie hier auch) zahlen wir hier den Dollarpreis in Euro plus diverse Zuschläge. Die Preise die unsere chinesischen Freunde für ihr Zeug aufrufen entsprechen absolut deren Marktwert. Das wird nicht besser wenn die Chinesen den Preis verdoppeln würden.
wiseacre 09.01.2019
2. Amazon
Was heißt denn verboten? Bei Amazon,wish.com oder Aliexpress gibt's den Schrott sicherlich immer noch. Sind ja schließlich nur Plattformen und nicht verantwortlich. Da gibt's Elektrogeräte aus China, die nachweislich lebensgefährlich wie erst kürzlich von SPON berichtet wurde. Welche Möglichkeiten hat denn die Bundesnetzagentur um den Verkauf zu verhindern?
schnubbeldu 10.01.2019
3. @ #1
mag sein, dass Preisspannen im Bezug auf das Ausland erhebliche Unterschiede aufweist. Aber ich kann den Chef der Bundesnetzagentur verstehen. Denn wenn innerhalb unserem Gebiet Störsignale aufgrund Frequenzüberlagerungen oder auch zu stärker Sendeleistung Probleme bereiten, insbesondere was den mobilen Rettungs-Polizeifunk betrifft, hört irgendwo auch der Spaß aus. Sie wundern sich dass evtl. Ihr smartphone Empfangsstörungen haben? Vielleicht liegt es nicht an den umliegenden Sendemasten, sondern daran dass "jemand" nicht mit zugelassenem Sendeteil funkt. Allein wenn Sie zum Beispiel im Bereich der Arduinos und RaspberryPis Community schauen, sehen Sie wieviele Sendemodule ala XBee sowohl mit EU-zulässiger Sendeleistungen als auch mit nicht zulässiger Sendeleistungen angeboten werden. Und hier sind die Preisunterschiede, die in Ihren Augen ja sowieso eine "Bestrafung" des Verbrauchers ist, sehr enorm. Und als "Bastler" und nicht "Profianwender" greift man schnell mal zu unzulässigen Module. Frei nach dem Motto "Merkt ja sowieso keiner!"
QED2.0 10.01.2019
4.
Wer 'weiss', daß CE 'China Export' bedeuten soll, sollte vielleicht einfach mal seinen Informationsstand überprüfen, der evtl. vom Schnäppchen-Fieber etwas venebelt ist. Das CE-Zeichen gewährleistet wenigstens minimale Anforderungen an die Sicherheit eines Gerätes. Daß viele Chinesen dieses gerne einfach aufdrucken ohne eine Zulassung zu haben steht auf einem anderen Blatt. Sich über unterschiedliche Preise im Dollar- und Euro Raum aufzuregen ist genauso ein Unsinn. Typisch für die deutschen Billigheimer-Verbraucher, die nicht in der Lage (oder eher Willens) sind, zwischen Grundpreis, Steuern, Zöllen etc. zu unterscheiden. Der US Dollarpreis enthält nunmal z.B. keine Mwst. und sonstige Abgaben, VAT wird z.B. in USA je Bundesstaat aufgeschlagen. Er ignoriert auch gerne, daß Preise nunmal nicht sofort an Währungskurse angepasst werden und würde aufjaulen, wenn der Kurs plötzlich mal nach oben geht und sein Billig-Produkt deshalb plötzlich 20% teurer wird. Wenn ich ein Produkt gerade mal ein Viertel oder weniger des normalen Preises kostet, wie so viele bei AliBaba/Amazon etc., kann man zu 95% der Fälle davon ausgehen, daß da etwas nicht stimmt. Die gleichen Leute, die solchen Billigschrott kaufen, regen sich dann in den Bewertungen z.B. bei Az fürchterlich über das fehlende deutsche Handbuch auf.
Seraphan 10.01.2019
5.
Das geht zu kurz. Eine Überprüfung der WEEE-Registrierung sollte im Interesse aller auch erfolgen.
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