Nach Hackerangriff Bundestagsnetzwerk wird mehrere Tage komplett abgeschaltet

Nach dem Cyberangriff auf den Bundestag werden bald Teile des IT-Systems neu aufgesetzt. Für die Abgeordneten ist das ärgerlich: Sie müssen tagelang auf das Bundestagsnetzwerk verzichten.

Bundestagspräsident Norbert Lammert: Schlechte Nachricht für die Abgeordneten
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Bundestagspräsident Norbert Lammert: Schlechte Nachricht für die Abgeordneten


Als Konsequenz aus dem groß angelegten Hackerangriff auf den Deutschen Bundestag muss das parlamentarische Computernetz "Parlakom" für mehrere Tage komplett abgeschaltet werden. Das geht aus einem Schreiben von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) an die Bundestagsabgeordneten hervor, das SPIEGEL ONLINE vorliegt.

"Über die Sommerpause wird die Bundestagsverwaltung in Zusammenarbeit mit einem externen Dienstleister mit der Neuaufsetzung von Teilen des IT-Systems des Deutschen Bundestags beginnen", so Lammert in dem am Donnerstag verschickten Schreiben. Dies werde "dazu führen, dass das gesamte IT-System am Sitz des Bundestags für voraussichtlich vier bis fünf Tage nicht zur Verfügung stehen wird." Der exakte Zeitpunkt der Abschaltung stehe noch nicht fest; die Abgeordneten würden "etwa 14 Tage vorher durch die Verwaltung informiert" werden.

Bereits im Juni war in Parlamentskreisen über einen drohenden "Totalschaden" des "Parlakom"-Verbunds spekuliert worden.

Als Reaktion auf die Cyberattacke werde die Bundestagsverwaltung laut Lammert jetzt "eigene Sicherheitssysteme" beschaffen und künftig unter eigener Hoheit betreiben. "Bis zu deren Betriebsbereitschaft", so Lammert, soll "für einen Übergangszeitraum" das besser gesicherte Datennetz der Bundesregierung ("IVBB") mitgenutzt werden.

Bereits jetzt werden weite Teile des parlamentarischen Datenverkehrs über das IVBB-Netz umgeleitet. Damit ist die Sperrung von mehr als 100.000 Internetseiten verbunden, die von "Parlakom"-Rechnern aus Sicherheitsgründen nicht mehr angewählt werden können.

Die Cyberattacke auf den Bundestag war Mitte Mai bekannt geworden, die genauen Hintergründe sind bis heute unklar. Mitte Juni verdichteten sich die Hinweise, dass die Spur der Spione nach Russland führt. Bundestagssprecher Ernst Hebeker hatte zu diesem Zeitpunkt bestätigt, dass bei dem Angriff "E-Mail-Daten von Abgeordneten abgeflossen" seien.



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insgesamt 27 Beiträge
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Niedlifizierer 02.07.2015
1. Verstehe ich das richtig?
..."Über die Sommerpause wird die Bundestagsverwaltung in Zusammenarbeit mit einem externen Dienstleister mit der Neuaufsetzung von Teilen des IT-Systems des Deutschen Bundestages beginnen", so Lammert... Die NSA darf jetzt quasi direkt (zu unser aller Sicherheit, selbstverständlich) die Infrastruktur im Bundestag installieren? Aber warum auch nicht, den Tölpeln, ääh - Abgeordneten wird selbst kein Licht aufgehen, wenn der nächste unbequeme "Edathy" auffliegt.
MatthiasPetersbach 02.07.2015
2.
Mir wäre lieber, sie würden auf dieses Bundestagsnetzwerk verzichten. Komplett. Der Nutzen dieses Mediums ist fragwürdig bis nicht vorhanden und die Sicherheit wird niemals da sein. Was war nochmal an Akten falsch?
flitzpane 02.07.2015
3. oh, jetzt übernehmen Spezialisten...
Da wäre die vor kurzem satirisch beschriebene Lösung (http://wp.me/p14g2B-xY) wohl doch die bessere gewesen...
ruzoe 02.07.2015
4. Ich lach' mich in die Tonne!
Da schwitzen jetzt, bei den aktuellen subtropischen Temperaturen, die einen oder anderen MdB's Blut zum Wasser, in der vermutlich vagen Hoffnung, dass sich nach der Sommerpause höchstpersönliche Seichtigkeiten als hocheffiziente Parlamentarierkorrespondenz klassifizieren läßt...
DidiViefie 02.07.2015
5. Und immer noch erzaehlen
die Westerner Trolle die Geschichte der Russen. SPON, die NSA hat alles und jeden ausspioniert, warum nicht den Bundestag? Gerade wird die Spionage der Ministerien untersucht. Also was soll das?Aber das passt nicht ins Bild der SPONLER. Wie armselig sind wir im Westen doch geworden. Die AMerikaner schuetzen? Wofuer? Das sind doch Freunde, die muss man nicht schuetzen.
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