Neue Vorschrift: Weniger Abo- und Kostenfallen im Web

Die neue Vorschriften - Online-Geschäfte müssen genau über Kosten informieren, Geschäfte mit einem Extra-Klick abgeschlossen werden - zeigen offenbar Wirkung: Nach einer Stichprobe von Verbraucherschützern nehmen die Kostenfallen ab.

Hamburg - Die strengeren Vorschriften gegen Kostenfallen im Internet zeigen aus Sicht der Verbraucherzentralen Wirkung. Knapp vier Wochen nach Inkrafttreten seien viele dubiose Online-Angebote nicht mehr abrufbar, teilte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) am Dienstag mit. In einer Stichprobe von 109 Portalen seien 88 nicht mehr erreichbar gewesen, bei 13 war keine Anmeldung möglich.

Gegen einige weitere Anbieter verschickte der vzbv Abmahnungen, weil er etwa Vorgaben zur automatischen Vertragsverlängerung monierte. Seit 1. August muss es direkt vorm Absenden eines Online-Auftrags eine gesonderte Schaltfläche mit einer Angabe wie "zahlungspflichtig bestellen" geben, die ein Internet-Käufer dann extra anklicken kann.

Nach früheren Schätzungen der Verbraucherzentralen hatten früher 22.000 Menschen im Monat ungewollt ein Geschäft im Internet abgeschlossen. Rund 5,4 Millionen Internetnutzer sollen wegen nicht erkannter Kosten auf Abo-Fallen reingefallen sein.

Grund zur Entwarnung bestehe aber nicht, sagte vzbv-Rechtsexpertin Helke Heidemann-Peuser: "Es ist leider nicht auszuschließen, dass unzulässige Webseiten wieder aktiviert oder alte Maschen nun bei Bestellungen über Smartphones versucht werden." Bei Internet-Handys sei teils gar keine Registrierung nötig. Laut Verbraucherbeschwerden könne schon ein Klick auf ein Werbebanner dazu führen, dass kostenpflichtige Leistungen heruntergeladen werden.

ore/dpa/Reuters

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
Aguilar 28.08.2012
Zitat von sysopDie neue Vorschriften - Online-Geschäfte müssen genau über Kosten informieren, Geschäfte mit einem Extra-Klick abgeschlossen werden - zeigen offenbar Wirkung: Nach einer Stichprobe von Verbraucherschützern nehmen die Kostenfallen ab. Button-Lösung: Weniger Abo- und Kostenfallen im Web - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,852511,00.html)
Es ist sicherlich gut, den Verwendern von Betrugsmaschen das Handwerk zu legen. Zu diesen Maschen zähle ich jene, in denen Nutzer OHNE Hinweise auf Abos und dergleichen in Kostenfallen gelockt wurden. Leider sehe ich aber auch wieder einmal die Förderung der Verblödung des Verbrauchers, der nicht in der Lage oder zu faul ist, sich die AGBs durchzulesen bzw. bei deren Unverständlichkeit schlichtweg die Finger von den angebotenen Produkten zu lassen.
2.
review 28.08.2012
Zitat von AguilarEs ist sicherlich gut, den Verwendern von Betrugsmaschen das Handwerk zu legen. Zu diesen Maschen zähle ich jene, in denen Nutzer OHNE Hinweise auf Abos und dergleichen in Kostenfallen gelockt wurden. Leider sehe ich aber auch wieder einmal die Förderung der Verblödung des Verbrauchers, der nicht in der Lage oder zu faul ist, sich die AGBs durchzulesen bzw. bei deren Unverständlichkeit schlichtweg die Finger von den angebotenen Produkten zu lassen.
Sie sind ernsthaft der Meinung das nur verblödete oder faule auf diese Maschen hereingefallen? Typischer Fall von "Alle doof, ich schlau".
3.
Aguilar 28.08.2012
Zitat von reviewSie sind ernsthaft der Meinung das nur verblödete oder faule auf diese Maschen hereingefallen? Typischer Fall von "Alle doof, ich schlau".
Gerade dieser Beitrag erscheint mir recht lehrreich für das, was ich schrieb. Während ich differenzierte (vgl. erster und zweiter Satz), unterstellen Sie in angemessener Rechtschreibung und Interpunktion, ich hätte behauptet, "nur Verblödete und Faule" wären hereingefallen. Vielen Dank!
4.
review 28.08.2012
Zitat von AguilarGerade dieser Beitrag erscheint mir recht lehrreich für das, was ich schrieb. Während ich differenzierte (vgl. erster und zweiter Satz), unterstellen Sie in angemessener Rechtschreibung und Interpunktion, ich hätte behauptet, "nur Verblödete und Faule" wären hereingefallen. Vielen Dank!
Germanist oder fehlen Argumente, aber egal Ihrer Stärken liegen eindeutig in der Syntax, mit der Semantik und Implikationen haben Sie erkennbar Ihre Schwächen.
5. Warum...
SP70 28.08.2012
lieber Gesetzgeber, wurden die Kostenfallen im Bereich Smartphomes nicht ebenfalls reglementiert? Ich selbst wurde schon Opfer einer Abo-Falle, ohne dass ich einen Butten a la "Jetzt bestellen" o.ä. gedrückt hatte. Stattdessen wurde die SIM-Karte meines mobilen Routers ausgelesen, um so an die "Handynummer" des Routers zu gelangen. Meine Erwartungen an den Verbraucherschutz werden damit nur teilweise erfüllt.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Web
RSS
alles zum Thema Verbraucherschutz
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 5 Kommentare
Schad- und Spähsoftware
Klicken Sie auf die Stichworte, um mehr zu erfahren
Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potentiell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.


Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.A.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Einfach und bequem: Direkt bei Amazon kaufen.