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Neues Online-Portal gestartet: 7 Dinge, die Sie zum deutschen "Buzzfeed" wissen müssen

Deutsche "Buzzfeed"-Seite (am Mittwochnachmittag): Eigene Geschichten, aber auch Übersetzungen Zur Großansicht

Deutsche "Buzzfeed"-Seite (am Mittwochnachmittag): Eigene Geschichten, aber auch Übersetzungen

Es ist Zeit für neue "Oh My God!"- und "What the Fuck"-Momente: Über ein halbes Jahr nach der ersten Ankündigung ist am Mittwochnachmittag eine deutsche Unterseite von "Buzzfeed" online gegangen. Wir haben uns mal durchgeklickt.

1. So hipp sich "Buzzfeed" gibt, zum Start setzt die deutsche Seite auch auf Nostalgie: Auf der prominentesten Homepage-Position fragte das Portal am Nachmittag: "Bist Du ein West-Kind der 80er Jahre?". Im zugehörigen Artikel präsentiert "Buzzfeed" unter anderem einen Raider-Riegel und eine Siegerurkunde der Bundesjugendspiele 1986. Eine Artikel-Entsprechung für Ost-Kinder gibt es erstmal nicht.

2. Wie bei der US-Seite sind die ersten deutschen Artikel vor allem ein bunter Mix aus Gefühligem und Witzigem, von "Gedanken, die jeder kennt, der schon von einem Laubbläser geweckt wurde" bis "17 wahnsinnig clevere Produkte, die jeder Säufer haben sollte". Daneben gibt es zwei in Berlin produzierte Fotoreihen: Eine zeigt 14 Abtreibungsgegner, die andere 14 Befürworter. In den USA hatte "Buzzfeed" zuletzt immer wieder auch mit politischen Enthüllungen auf sich aufmerksam gemacht.

3. Noch ist es schwer abzuschätzen, wie viele übersetzte oder selbst produzierte Artikel täglich auf der deutschen Seite landen. Die Redaktion um Chefredakteurin Juliane Leopold besteht zum Start nur aus einer Handvoll Mitglieder. "Ich gehe davon aus, dass wir kein Vollprogramm fahren", sagte Leopold im Sommer in einem Interview. Ihr Angebot werde keine deutschsprachige Nachrichtenwebsite, sondern "die deutsche Stimme 'Buzzfeeds'".

4. Was auf den ersten Blick auffällt: Beim deutschen "Buzzfeed" gibt es derzeit nur sechs Reaktions-Buttons rechts oben auf der Seite: "LOL", "genial", "omg", "süß", "fail" und "wtf". Das US-"Buzzfeed" bietet mit "BOLD" eine mehr.

5. Mancher deutsche "Buzzfeed"-Artikel wirkt recht twitterlastig. Von den 25 Fotos des Artikels "25 Dinge, die Dir nur in Berlin in der Bahn passieren können" beispielsweise handelt es sich bei 18 um eingebettete Twitter-Bilder. Die restlichen Aufnahmen stammen zum Beispiel von Instagram und Reddit.

6. Mit "Buzzfeed" findet auch die Werbeform des Native Advertising in deutschen Onlinemedien größere Verbreitung. Damit gemeint sind Anzeigen, die wie redaktionelle Inhalte aussehen, beim US-"Buzzfeed" heißen sie "Sponsored Posts". Dem Fachblatt "W&V" zufolge will unter anderem Opel beim deutschen "Buzzfeed" werben.

Auf Native Advertising setzt auch der deutsche Ableger der "Huffington Post", der gerade seinen ersten Geburtstag gefeiert hat. Der Medienjournalist Stefan Niggemeier legte allerdings kürzlich mit einem Blogpost nahe, dass die "konsequente Viralstrategie" der "Huffington Post" im Bereich Vermarktung wohl nur bedingt aufgegangen ist.

7. Der erste deutsche "Buzzfeed"-Beitrag ist übrigens bereits im September erschienen. Der Artikel "16 Schritte, wie Du Dich auf die russische Invasion vorbereitest" wurde in den sozialen Medien überwiegend kritisch kommentiert. "Bin unterwältigt", schrieb beispielsweise der "Netzpiloten"-Projektleiter Tobias Schwarz. Ein Facebook-Nutzer kommentierte direkt bei "Buzzfeed": "Da geht noch was, Freunde". Von Mittwoch an wird sich nun zeigen, was genau.

mbö

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insgesamt 2 Beiträge
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1.
abryx 15.10.2014
Buzzfeed erinnert mich sprachlich schon sehr naheliegend an "Bullshit-Bingo". Also Sachen die die Menschheit wirklich nicht auch noch braucht.
2.
hschmitter 16.10.2014
Ein Ding, was die Teaserdichter mal wissen sollten: Man befiehlt keinem Leser etwas.
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