"Cat Content" von Katja Berlin Das Märchen von der Simse-Katze

Die Autorin Katja Dittrich hat ein Buch geschrieben, bestehend aus ausgedachten SMS zwischen ihr und ihrem Kater. Das ist so bescheuert, dass es tatsächlich funktionieren könnte. Immerhin hat jemand Katze gesagt.

Von


Das soeben erschienene Buch von Katja Dittrich alias Katja Berlin ist eines von der Sorte, wie man sie in vielen Haushalten im Badezimmer findet. Eines, das in den Buchhandlungen im Regal für "Geschenkbücher" oder "Humor" einsortiert wird. Ein kleines Bändchen, kaum Text, quasi eine Sammlung von Scherzen. Nur sind es keine klassischen Witze, die da erzählt werden, sondern ausgedachte SMS-Wechsel zwischen der Autorin und ihrem Kater.

Das klingt zum Beispiel so: "Kommst du zu mir ins Wohnzimmer kuscheln?", fragt der Mensch, und der Kater antwortet: "Klar, sofort. Mache nur noch ein kleines Mittagsschläfchen. In fünf Stunden bin ich bei dir!" Oder der Kater schickt eine Nachricht: "Bevor du wieder sofort anfängst zu meckern, wenn du nach Hause kommst: Die Vase hat angefangen." Mehr davon in unserer Fotostrecke - ja, Katzen klicken eben.

Im Vorwort heißt es, die Autorin habe ihrem Kater eines Tages die SMS-Funktion ihres Handys erklärt. Aber wir haben den Verdacht, dass das gar nicht stimmt. Fiktive Kommunikation mit einem Tier - wer bitte sollte so ein Buch lesen? Katzenmenschen, vermutlich. Und Netzvolk, vielleicht.

Die da schreibt, ist nämlich im Netz keine Unbekannte. Mit ihren Sprüchen über die Komik im Alltag erreicht sie mehrere tausend Follower auf Twitter, außerdem erstellt sie Nonsens-Diagramme, aus denen auch schon Bücher geworden sind.

SMS zum Stirnrunzeln

Diejenigen jedenfalls, die Cat Content, also Katzeninhalte, mögen und lustig finden, werden das Buch womöglich schätzen - und davon dürfte es im Netz ziemlich viele geben. Hier spielen Katzen eine besondere Rolle: Groteske Helden wie die Grumpy Cat oder die Nyan Cat werden verehrt, während sie anderswo Stirnrunzeln ernten dürften. Trotzdem bleibt die Frage, ob es tatsächlich reicht, einfach nur Katze zu sagen beziehungsweise "Cat Content" auf ein Buch zu schreiben, wie Katja Berlin es tut. Im Buch tauchen kaum Bilder auf, und wirklich charmant sind nur wenige Dialoge.

Eigentlich habe die Autorin Medienberatung und Politikwissenschaften studiert, heißt es vorab, und "nach ein paar Jahren als PR-Referentin und Online-Redakteurin" sei sie nun "selbständige Texterin, Witzeerzählerin und Kommunikationsberaterin, außerdem Twitterin, Bloggerin, Autorin und völlig unambitionierte Tierknipserin". Eine typische Karriere im modernen Berlin, vermutlich nicht einmal ausgedacht. In ihrem Blog stellt sie sich selbstironisch vor mit den Worten: "Es ist aber auch schwierig, keine Kinder und keine Karriere unter einen Hut zu bringen."



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 15 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
thorkhan 07.04.2013
1. Schallendes Gelächter!
*Muhaha* ... die Fotostrecke ... das beste, was ich seit Garfield über Katzenhumor vor die Klüsen gekriegt habe! *Daumen samt Kralle komplett hoch gestreckt!* :)
tAdvocat 07.04.2013
2. Wolfram Siebeck und Frau Hoffmann
.... was soll ich sagen. Katzengespräche zwischen deren Autoren und deren Katzen gibt es immer wieder. Die von WS waren besonders geistreich und unterhaltsam. Nun Frau Diettrich. Naja, "live and let die", aber wenn sich das vermehrt mit den Haustiergequatsche ruf' ich den Tierschutz. Übrigens wer den Altmeister weiter lesen will. Unter: www.wo-isst-siebeck.de geht's immer weiter - - - (sehr empfehlenswert)
Max P. 07.04.2013
3.
"Wie ich es hasse, wenn du versuchst, lustig zu sein." trifft es auf den Punkt. SMS Gespräche zwischen Hund und Herrchen gibt es schon seit Monaten im Internet und ist auch viel lustiger als das was man in der Bilderstrecke zu lesen bekommt.
heikepopeike 07.04.2013
4. Klingt sehr nach Ideenklau...
Der britische Twitterbenutzer @OctoberJones postet seit über einem Jahr den SMS-Austausch zwischen ihm und seinen Hund auf Twitter und Tumblr (Link: http://textfromdog.tumblr.com/). Auch er veröffentlichte ein Buch (Link: http://www.amazon.de/Texts-Dog-October-Jones/dp/1472200705), allerdings schon Im Oktober 2012. Hat ja nicht lang gedauert, bis jemand auf die Idee kam, dieselbe Idee mit einer Katze zu verwursten...
eau-sauvage 07.04.2013
5. Naja, waren das die guten Witze schon?
Können wohl sicherlich nur Katzenverrückte mit Alzheimer drüber lachen, da wohl jeder "Gag" schon als "Witzchen" ähnlich woanders beschrieben wurden. Schade, der "Supereinfall Cat SMS" hat leider keine besondere Witzdynamik, außer viel Seitenplatzverbrauch für wenig Inhalt, aber immerhin mit Zeitangaben, damit dem Buchtitelmehrwert irgendwie Rechnung getragen wird. Schlaue Autoren haben sich sicherlich auch schon Facebook-Cat, Twitter-Cat, MMS-Cat, Whats-Up-Cat, Youtube-Cat und Blogger-Cat gesichert, wo sich dann auch noch mal abgelutschte Gags verwursten lassen. Tja, neue und gute Witzchen werden nicht durch die Verpackung gemacht.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.