Syrien-Konflikt Unbekannte kapern CBS-Twitter-Accounts

Aufregende Nachrichten als Lockmittel: Unbekannte haben mehrere Twitter-Accounts des US-Nachrichtensenders CBS übernommen. Mit falschen Nachrichten versuchten sie Twitter-User zum Klick auf manipulierte Links zu bewegen. Ob ein Zusammenhang zum Syrien-Konflikt besteht, ist noch unklar.

Warnmeldung von CBS: Unbekannte twitterten im Namen des Nachrichtensenders
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Warnmeldung von CBS: Unbekannte twitterten im Namen des Nachrichtensenders


Mehrere Twitter-Accounts des amerikanische Nachrichtensenders CBS sind am Wochenende von Unbekannten gekapert worden. Betroffen waren die Accounts der Sendungen "60 Minutes", "48 Hours" sowohl der Twitter-Kanal der CBS-Niederlassung in Denver, Colorado. Während @CBSDenver am Montag wieder im Normalbetrieb Nachrichten sendet, sind die beiden Accounts @60Minutes und @48Hours von Twitter gesperrt worden.

Nach der Übernahme der Accounts verbreiteten die Unbekannten Tweets mit Falschmeldungen über den Syrien-Konflikt. Diese legten unter anderem nah, dass die US-Regierung mit der Terrororganisation al-Qaida zusammenarbeite. So hieß es in einem Tweet: "Exklusiv: Terror trifft die #USA, und #Obama legt sich schamlos mit Al-Qaida ins Bett." In einem anderen Tweet hieß es: "Neue Beweise zeigen, dass die CIA Qaida-Terroristen in Syrien bewaffnet." Auch die Nato wurde in ein schlechtes Licht gerückt: "Die Nato liefert al-Qaida Massenvernichtungswaffen für Operationen unter falscher Flagge in Syrien."

Grundsätzlich erinnert die Aktion an frühere Hacks einer Assad-treuen Aktivistengruppe, die sich "elektronische syrische Armee" nennt. Assad selbst lobte die Gruppe im Juni 2011 in einer öffentlichen Rede als "echte Armee in der virtuellen Welt".

Bislang allerdings beschränkten sich die Attacken der "syrischen elektronischen Armee" darauf, Twitter-Accounts von Nachrichtensendern oder Webseiten zu übernehmen und darüber Propaganda oder Juxmeldungen zu verbreiten. Nun aber berichtet beispielsweise das "Wall Street Journal"-Blog AllThingsD, die gefälschten Nachrichten hätten Links enthalten, die zu Seiten führten, über die Schadsoftware verbreitet wird.

Diese Methode wird oft von Internetkriminellen genutzt, um die Rechner argloser Computernutzer per Drive-by-Angriff mit Trojaner- oder Virensoftware zu verseuchen.

Dass die Angreifer professionell vorgingen, lässt sich vermuten, nachdem der Twitter-Account von "60 Minutes" von den Hackern erneut übernommen wurde. CBS hatte zunächst die Kontrolle zunächst zurückgewonnen und eine Warnmeldung an seine Follower getwittert, wie The Verge berichtet. Offenbar sah man die komplette Sperrung der Accounts schließlich als einzige Möglichkeit, die Eindringlinge auszusperren.

mak



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