Spektakuläre Prototypen Die Fernseher der Zukunft machen Wellen

Hinter den Kulissen zeigen Hersteller auf der CES erstaunliche TV-Studien. Vieles sieht aus wie aus einer fernen Zukunft: aufrollbare oder transparente Bildschirme, Fernseher, die ihre Form verändern.

Wellen-TV: Eher etwas für Werbung im öffentlichen Raum
SPIEGEL ONLINE

Wellen-TV: Eher etwas für Werbung im öffentlichen Raum

Aus Las Vegas berichtet


Der Sinn einer Veranstaltung wie der Elektronikmesse CES ist profan: Hersteller wollen Händler dazu animieren, ihre Produkte zu bestellen, und die Presse soll den Verbrauchern erklären, worauf sie als nächstes sparen könnten.

Zum Teil offen, zum Teil hinter verschlossenen Türen geht es aber auch darum, schon früh das Interesse für erst viel später kommende Produkte zu wecken. Oder auszuloten, welche Forschungsprojekte bei den Kunden tatsächlich auf Interesse stoßen könnten.

Da gibt es transparente Bildschirme zu sehen und andere, die so dünn sind wie Papier, aufrollbare Displays und gigantische verbogene Fernseher. Die spannendsten Projekte haben wir in der folgenden Bilderstrecke zusammengestellt.

Ganz normal?

Samsung zeigt auf der CES einen Prototyp, der für viele TV-Zuschauer wie eine Eier legende Wollmilchsau wirken dürfte. Im Standardmodus handelt es sich um einen gewöhnlichen 16:9-Bildschirm.

Erst teilen...

Auf Knopfdruck aber teilt sich das Gerät in zwei Hälften, die sich kurz auseinanderbewegen, um 90 Grad rotieren und dann wieder zusammengefügt werden.

...dann zusammenfügen.

Das Ergebnis dieser Rotation ist ein Fernsehbild im 21:9 Format, ideal für Kinofilme geeignet.

Durchblick

Dieser Bildschirm von LG ist mehr als nur ein Forschungsprojekt, er wird jetzt schon Firmenkunden angeboten. Das transparente Display ermöglicht es, dem Kunden Werbung vor einer normalen Schaufensterauslage einzublenden. Den Preis mochte man uns nicht verraten. Nur so viel: er ist sehr, sehr hoch.

Gamer-Gadget

Diese Studie von LG dürfte Gamer begeistern, denn wenn man sich zwischen die gebogenen Bildschirmhälften setzt, fühlt man sich wie mitten im Geschehen.

Doppelgesichtig

Eine sinnvolle Anwendung für dieses Gerät muss wohl noch gefunden werden, zumindest im privaten Bereich. Hier sind zwei Displays aufeinandergeklebt, sodass man auf der Vorderseite ein anderes Programm sehen kann...

...als auf der Rückseite.

Dicker Bauch

Dieser konvex gekrümmte Bildschirm von LG könnte künftig zum Beispiel an Säulen montiert werden.

Welle für Werbung

Hier ist ein sehr ungewöhnliches Projekt zu sehen, eine Art gebogene TV-Trennwand. Am Flughafen von Seoul soll so eine Konstruktion bereits als Werbefläche eingesetzt werden.

Viele, viele Pixel

Dieser Prototyp ist nicht weit von seiner Umsetzung als kommerzielles Produkt entfernt: Ein extrem hochauflösender 8K-Bildschirm im 65-Zoll-Format.

Ein halber Millimeter

Hier zeigt LG, wie man TV-Technik verkleinern kann. Das hier auf eine Glasplatte aufgeklebte Display ist nur 0,49 Millimeter dick.

Welle im Auto

So könnte die Mittelkonsole eines zukünftigen Autos aussehen.

Gekrümmtes Armaturenbrett

Aus solchen flexiblen Bildschirmfolien sollen Autohersteller künftig die Cockpits ihrer Autos bauen.

Dünne Uhr

Auch Smartwatches könnten von neuer Displaytechnik profitieren, würden viel dünner werden als heutzutage.

Zum Einrollen

Diesen aufrollbaren Bildschirm zeigt LG noch als Zukunftsprojekt. Grundsätzlich aber könnte mit der Produktion begonnen werden. Nur wären derartige Fernseher derzeit noch sehr teuer.

Schlaue Folie

Die Grundlage des Aufroll-TVs ist diese dünne Folie, in der die gesamte Displaytechnik steckt.



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insgesamt 43 Beiträge
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Seite 1
dieteroffergeld 07.01.2016
1. Mal überlegen
Nun wenn das Programm nix mehr hergibt, dann setzt man eben auf die hardware ... ähh ... biegware ... Die Hauptsache, Depp und Deppin bekommen irgendwas geboten.
hasipapa 07.01.2016
2. Und jetzt ?
Die Fernseher, die Radios, die Technik wird immer besser und der Inhalt immer banaler. Das Fernsehprogramm der heutigen Sender und auch dem Internet verengt sich immer mehr auf Brutalität, Kriminalität, Banalität. Und das in den schönsten Farben. Ich für meinen Teil habe meinen Medienkonsum innerhalb der letzten fünf Jahren um 80% verringert (erzwunden durch permanente Wiederholungen). Und der schöne Nebeneffekt: durch das sonst ständige "Kauf-das-Bombardement", dem ich jetzt entgehe, habe ich mehr Geld. COOL.
abc-xyz 07.01.2016
3. Schöne Technik
Ich für meinen Teil lasse mich immer noch von der neuen Technik beeindrucken, finde es aber auch erstaunlich, dass inzwischen zu jeden Technik Strang die Jammerlappen wie hier auftauchen..
Tamaji 07.01.2016
4. Asien vs. Europa/USA
Diese Neuerungen zeugen hauptsächlich von mangelnder Kreativität bei den Herstellern aus Ostasien. Jahrzehntelang hat es gut funktioniert, einfach die neuesten technischen Tricks einzubauen, ohne zu fragen, ob es überhaupt einen Mehrwert bringt. Nach dem gleichen Rezept bauen sie auch heute noch Fernseher (mit Wellendisplays, etc.) und wundern sich, warum die Kunden nicht zugreifen. Echte Innovation wäre, sich einmal zu überlegen, was der TV-Konsument von heute eigentlich braucht, anstatt halbgare technologische Innovationen einzubauen, für die es Content-seitig keine Unterstützung gibt. Das ist ein Indiz für die Gestrigkeit von Top-Down-Firmen und die Ostasiatische Hierachie-Denkweise, wo das in Frage stellen von Prozessen und Älteren Mitarbeitern geächtet ist. "Das haben wir schon immer so gemacht" geht so lange gut, bis echte Innovation und Kreativität gefragt ist, und die kommt nach wie vor eher aus den westlichen Gesellschaften (z.B. der Sprung von Mobiltelefonen mit Tastatur zum 1. iPhone).
Trollfrühstücker 07.01.2016
5. Ich liebe neue Technik
In diesem Fall kann ich mich nur nicht erinnern, wann ich zuletzt gedacht habe: "Mensch, es wäre doch toll, wenn ich den Fernseher biegen oder aufrollen könnte."
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