Chaos Computer Club: CCC-Kongress zieht nach Hamburg

Zurück zu den Wurzeln: Der Jahreskongress des Chaos Computer Clubs zieht um. Jahrelang fand er in Berlin statt, im Dezember trifft sich die internationale Hackerszene wieder in Hamburg, der Heimat des Clubs. Vorträge können seit Freitag eingereicht werden.

28C3: Hacker-Treffen in Berlin Fotos
DPA

Hamburg - Diskutiert wird es intern schon lange, jetzt ist es offiziell: Die 29. Ausgabe des Chaos Communication Congress (C3) findet nicht wie in den vergangenen Jahren in Berlin, sondern in Hamburg statt. "Der 29C3 wird eine ganz neue Congress-Erfahrung", heißt es in einer Mitteilung auf dem Event Weblog vom Freitagabend, die den Wechsel endlich publik macht. Der Umzug sei der rasant wachsenden Zahl an Teilnehmern geschuldet, die möglichst jetzt alle Platz finden sollen.

Tatsächlich waren in den vergangenen Jahren die Tickets für die Hacker-Konferenz binnen weniger Minuten ausverkauft, viele mussten auf eine der begehrten Eintrittskarten verzichten. Zuletzt dem Kongresszentrum am Berliner Alexanderplatz ist die Veranstaltung längst entwachsen, der Bau platzte aus allen Nähten. Das Congress Center Hamburg (CCH) soll mehr Raum bieten für "spaßige Veranstaltungen, kleinere informelle Vorträge und Workshops", wie es in der Mitteilung heißt.

Seit 1984 treffen sich Hacker und Computerfreaks zwischen Weihnachten und Silvester zu der mittlerweile viertägigen Konferenz. Dort werden technische und netzpolitische Vorträge gehalten, gebastelt, programmiert und gefeiert. Bis Mitte der Neunziger Jahre traf sich die Szene - bis auf ein kurzes Intermezzo - in Hamburg, der Heimatstadt des Chaos Computer Clubs.

In den vergangenen 14 Jahren fand die vielbeachtete Veranstaltung in der Hauptstadt und Netzmetropole Berlin statt. Die Veranstalter bitten ab jetzt um die Einreichung von Vorträgen und Vorschlägen für Workshops. Das wird auch höchste Zeit: Hacker aus Übersee haben sich schon bei der amerikanischen Hackerkonferenz Defcon ob der Gerüchte ungeduldig erkundigt, wohin sie denn in diesem Jahr ihr Flugticket buchen sollen.

Auch die deutsche Szene macht sich bereit für den Ortswechsel: Eine Stunde nach Veröffentlichung der Mitteilung war schon der Wikipedia-Eintrag zur Veranstaltung entsprechend aktualisiert, und das Hashtag #29c3 bereits ein Twitter-Trend. So eine Reise will vor allem für die Berliner Netzszene geplant sein, wie ein Twitterer namens @chschoepe bemerkt: "Da hat' ich gehofft, es dieses Jahr mal zum Congress zu schaffen und jetzt muss man sich als Einstieg erstmal n DB-Ticket hacken."

juh

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1. Na, super ..
user_01 04.08.2012
Bravo, und wieder hat sich Berlin ein Top-Event vergeigt, weil es der unfähige Möchtegern-Kulturverwalter wowereit nicht hinbekommt, die kulturellen Höhepunkten der Stadt zu halten. Die kunstmesse hat man pleite gehen lassen, die modemesse überlegt, ob sie aufgrund besserer Bedingungen nicht lieber nach Düsseldorf gehen soll. Und der CCC-Kongress ist nach Hamburg umgezogen. Wowereit & Co. vertreiben mit ihrer Politik Berlins kulturelles Kapital. Was übrig bleibt ist arm und unsexy.
2. Wenn der C3 geht
realburb 04.08.2012
dann ist das ja nicht so tragisch für die "Netzmetropole" Berlin, die Irgendwas-mit-Medien-Fraktion hat ja noch das Betahaus.
3. Nur weil man Berlin heißt...
Emil Peisker 21.08.2012
Zitat von user_01Bravo, und wieder hat sich Berlin ein Top-Event vergeigt, weil es der unfähige Möchtegern-Kulturverwalter wowereit nicht hinbekommt, die kulturellen Höhepunkten der Stadt zu halten. Die kunstmesse hat man pleite gehen lassen,
Die Kunstmesse kam aus Köln. Und die Tradition und das Geschäftsmodell der Kölner Kunstmesse kann man nicht einfach so kopieren. Die Aussteller und vor allem die Messekundschaft hat da entschieden. Nicht Wowi, der kann da gar nichts dazu. Düsseldorf hat sich über Jahrzehnte das Image und die Kundschaft hart erarbeitet. In Düsseldorf wird die Mode gekauft. Nur weil man Berlin heißt, ist nicht jede Messe gleich ein Erfolg. Auch hier hat Wowi keine Anteile. Ja und? Er kam aus Hamburg und ist die arrogante Haltung der Berliner leid. Fast jede gute Messe in Deutschland wurde schon von den Berlinern angebaggert. Siehe IFA. Die war früher auch in Düsseldorf, im Wechsel mit Berlin. Da haben die Berliner das berühmte, nicht abschlagbare Angebot gemacht. Die IFA könnte auch in Köln.... wo eh' die technisch besseren Messen stattfinden.:-) Wowereit & Co. haben damit nichs zu tun. Das sind Messegesellschaften und Veranstalter, die das aushecken. Und oft gegen die Interessen des Publikums. Bei der IFA hat das Publikum keinen Einfluss, aber zum Beispiel die Kunstmessebesucher, die die Millionen für die Aussteller mitbringen, haben den Wechsel zurück nach Köln durchgesetzt. Nicht immer ist die Politik schuld, auch wenn manche Wowi-basher das gerne so hinstellen wollen.
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