US-Whistleblowerin Chelsea Manning twittert erstes Foto nach Freilassung

Chelsea Manning sollte 35 Jahre in Haft, doch Barack Obama erließ ihr den Rest ihrer Haftstrafe. Kurz nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis hat sie sich per Twitter zurückgemeldet.


Ihre Botschaft an die Öffentlichkeit ist denkbar schlicht: "Okay, so here I am everyone!", twitterte Chelsea Manning nach ihrer Entlassung aus dem Militärgefängnis in Fort Leavenworth im US-Bundesstaat Kansas. Dort hatte sie insgesamt sieben Jahre in Haft verbracht. Ihren Worten fügte sie ein Foto bei, das sie zum ersten Mal wieder in Freiheit zeigt: mit Kurzhaarschnitt und rotem Lippenstift.

Chelsea Manning, die früher Bradley hieß, hatte Tausende Dokumente an die Enthüllungsplattform WikiLeaks weitergegeben und so eine Debatte über die Kriege in Afghanistan und im Irak ausgelöst. Unter den Dokumenten war unter anderem ein brisantes Bordvideo eines Hubschraubers aus dem Irakkrieg, das WikiLeaks 2010 unter dem Titel "Collateral Murder" veröffentlichte.

Manning sollte ursprünglich für 35 Jahre ins Gefängnis. Doch Ex-US-Präsident Barack Obama erließ ihr kurz vor Ende seiner Amtszeit den Rest ihrer Haftstrafe. Während ihrer Zeit im Gefängnis, in der sie oft in Isolationshaft war, hatte Manning mehrmals versucht, sich das Leben zu nehmen. Außerdem trat sie im Jahr 2016 kurzzeitig in den Hungerstreik.

Der WikiLeaks-Gründer Julian Assange bezeichnete die Freilassung der Whistleblowerin am Mittwoch als "epischen Sieg". "Ich kann nicht abwarten, sie zu treffen", twitterte er. Neben Assange freuten sich auch viele Netzaktivisten rund um den Globus und Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International über das vorzeitige Ende von Mannings Haftstrafe.

asa/dpa



insgesamt 40 Beiträge
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Björn L 18.05.2017
1. Der Geheimnisverrat war richtig, aber dennoch positionsbedingt Landesverrat.
Ich rechnete fest damit, dass Trump die Begnadigung Obamas kassieren würde, er tat es nicht, vielleicht die einzige positive Nachricht im Zuge seiner permanenten Amtsschändung. Dennoch reden wir über Landesverrat auch dann, wenn es menschlich und moralisch richtig war. Als Ex-BW-Soldat hätte ich die volle Verbüßung begrüßt, allein um die selbstgewählte Integrität Einzelnener innerhalb der Truppe zu gewährleisten. Dieses Urteil ist zwar nachvollziehbar, wird aber die ohnehin fragile Grundeinstellung der US-Truppe weiterhin untergraben. Da die USA für fast alle Krisengebiete in Verantwortung zu bringen sind, ist das als deren selbstverursachte Unterminierung des Codex aufzufassen Das dies nichts ändert, wissen wir spätestens seit den Snowden Enthüllungen getoppt von der Reaktion nach dem Abhörskandälchen der Kanzlerin ihres Telefons vom Dach der US-Botschaft. Alle sind Teil davon, mögen aber nichts zugeben. Orville läßt grüßen
friedrich_eckard 18.05.2017
2.
Ob diese Meldung nicht eher in die Politik gehört hätte... aber jedenfalls: gut sieht sie aus, willkommen im Freien! Und nun sollte sie sich sehr schnell ein sicheres Zufluchtsland suchen, bevor noch irgendein Patridiot zu vollenden unternimmt, was sieben Jahre Haft offenbar nicht geschafft haben. In Trumpistan muss man ja derzeit wohl mit allem rechnen, auch mit Lynchjustiz... Ich habe anderswo gelesen, dass eine Spendensammelaktion für sie sehr erfolgreich verlaufen ist, der Lebensunterhalt sollte also für die nächste Zeit gesichert sein.
EinYogi 18.05.2017
3. Die beste Nachricht
seit dem Ausstieg aus der Atomenergie. Man denkt die ganze Zeit, dass kann nicht wahr sein. Hoffnung auf bessere Zeiten stellen sich ein. Chelsea, thank you, that you kept up!
adhortator 18.05.2017
4. Björn L
Orville? War das nicht der Albatros aus Bernhard & Bianca?
mattoregiert 18.05.2017
5. Europa
sollte ihr bei Bedarf ein sicheres Zuhause geben ? Eine große Tat Obamas !
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