China-Netzwerk Facebook verbündet sich angeblich mit Baidu

Ein eigenes Facebook für China? Die Nachrichtenagentur Bloomberg meldet, dass Facebook mit dem chinesischen Onlinekonzern Baidu kooperiert. Angeblich sollen die Firmen ein soziales Netzwerk in China aufbauen. Das autoritäre Regime sperrt in dem Land ausländische Angebote wie Facebook.

Mark Zuckerberg: Facebook ist in China nur über Umwege nutzbar
AP

Mark Zuckerberg: Facebook ist in China nur über Umwege nutzbar


Peking - Facebook will nach Angaben des Nachrichtensenders Bloomberg zusammen mit dem Unternehmen Baidu ein soziales Netzwerk in China aufbauen. Nach mehreren Treffen zwischen dem Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und Robin Li, dem Chef der erfolgreichen chinesischen Suchmaschine Baidu, hätten beide Seiten ein Übereinkommen unterzeichnet.

Die chinesische Seite soll allerdings nicht in das internationale Facebook-Angebot integriert werden. Der Starttermin der Plattform steht demnach noch nicht fest.

Kaiser Kuo, ein Sprecher des Unternehmens Baidu, hat den Bericht gegenüber Bloomberg nicht kommentiert. Auch Stephen Dolan, kaufmännischer Leiter bei Facebook in Singapur, äußerte sich nicht zu den Plänen der beiden Unternehmen.

Bereits im Dezember war Mark Zuckerberg zu ersten Gesprächen mit Baidu nach China gereist. Zuckerberg hatte sich mit Robin Li getroffen, ohne dass jedoch bekannt wurde, worüber die beiden sprachen. Baidu-Sprecher Kuo hatte damals erklärt, Facebook sei in China nicht vielen Menschen bekannt.

Maßgeblich dürfte der Grund dafür sein, dass die Plattform dort für Nutzer gesperrt ist. Chinas Regierung blockiert den Zugriff auf soziale Netzwerke, deren Server außerhalb des Landes stehen und somit dem Zugriff der chinesischen Sicherheitsbehörden entzogen sind. So sind neben Facebook zum Beispiel auch Twitter, Xing und Linkedin in China blockiert.

Das Regime verschärft seit Monaten die Zensur des Internets. Insbesondere Anbieter verschlüsselter Kommunikationsdienste beobachten merkwürdige Fehlfunktionen und schwachen Datendurchsatz. Informationen von SPIEGEL ONLINE zufolge nutzt China zumindest in einigen Großstädten zur Netzkontrolle auch sogenannte Deep-Packet-Inspection-Technik (DPI), eine Kombination von Hard- und Software zum Analysieren und potentiellen Herausfiltern einzelner Datenpakete im Internet-Traffic.

jbr/AP

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insgesamt 9 Beiträge
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Skarrin, 11.04.2011
1. Chinesische Zensur weltweit, bitte!
Zitat von sysopEin eigenes Facebook für China? Die Nachrichtenagentur Bloomberg meldet, dass Facebook mit dem chinesischen Onlinekonzern Baidu kooperiert. Angeblich sollen die Firmen ein soziales Netzwerk in China aufbauen. Das autoritäre Regime sperrt in dem Land ausländische Angebote wie Facebook. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,756356,00.html
Mal sehen wie schnell dann auch im weltweiten Facebook Schlüsselwörter wie "Dalai Lama", "Tibet", "Tiananmen", uvam. gesperrt werden. Gut dass ich noch nie im Fratzbuch war, und auch künftig solche asozialen Netzwerke nicht brauche. Gruß Skarrin
mor69 11.04.2011
2. Das passt....
Herrlich: eine Firma, die von Datenschutz nichts hören will, kooperiert mit Machthabern, die von Menschenrechten nichts hören wollen...
sappelkopp 11.04.2011
3. Vor der Marktmacht...
...knicken Sie alle ein. Keine Ideale, der Westen, deshalb zum Sterben verurteilt.
Ofra 11.04.2011
4. farcebook
Zitat von sysopEin eigenes Facebook für China? Die Nachrichtenagentur Bloomberg meldet, dass Facebook mit dem chinesischen Onlinekonzern Baidu kooperiert. Angeblich sollen die Firmen ein soziales Netzwerk in China aufbauen. Das autoritäre Regime sperrt in dem Land ausländische Angebote wie Facebook. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,756356,00.html
Wenn das zustande kommt ist das ein Grund Facebook den Rücken zu kehren. Oder den Arsch zu zeigen.
satissa 11.04.2011
5. Was weiss man in Hamburg
Zitat von sysopEin eigenes Facebook für China? Die Nachrichtenagentur Bloomberg meldet, dass Facebook mit dem chinesischen Onlinekonzern Baidu kooperiert. Angeblich sollen die Firmen ein soziales Netzwerk in China aufbauen. Das autoritäre Regime sperrt in dem Land ausländische Angebote wie Facebook. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,756356,00.html
was draussen in der Welt vorgeht? Ziemlich wenig. Da wird behauptet, dass sowohl Xing als auch Linkedin in China blockiert sind. Bitte liebe Spiegel Journalisten, erklaert mir doch bitte, wie ich mich ueber mit ein paar duzend chinesischen Arbeitskollegen, Kunden und Freunden aus Shanghai und Beijing ueber Xing und Linkedin verbinden konnte, wenn diese Netzwerke blockiert sind?
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