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Chronik: So funktioniert das neue Facebook

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Facebook macht Ernst: Ab kommender Woche schaltet das soziale Netzwerk alle Profile auf die neue Ansicht "Chronik" um. Wir zeigen Schritt für Schritt, wie der Umstieg klappt, was Sie bei der neuen Ansicht beachten sollten - und wie Sie Ihre Privatsphäre sichern.

Geht es nach Mark Zuckerberg, werden Internetsurfer schon bald ihr komplettes Leben, vom Babyfoto zur Rentnertour, auf Facebook dokumentieren. Als Teil eines Lebensarchivs voller Bilder, Videos, Bemerkungen, Freundschaftsanfragen, Partys und Trennungen. Chronik (englisch: Timeline) nennt Facebook die neue Funktion. Seit Dezember 2011 wird sie als freiwillige Option für mutige Mitglieder angeboten. In den nächsten Wochen wird sie schrittweise für alle, die bei Facebook aktiv sind, zur Pflicht. Nach der Umstellung hat der Nutzer sieben Tage Zeit, seine Timeline nach seinen Vorstellungen einzurichten. Danach ist sie für andere Mitglieder des Netzwerkes sichtbar, je nach persönlichen Einstellungen.

Der Umstieg fällt nicht schwer. Facebook hat viel Aufwand betrieben, damit große Teile der Chronik automatisch aus dem alten Profil übernommen werden können. Korrekturen bedarf es praktisch keiner. Trotzdem gibt es ein paar Dinge zu beachten: beim Aufhübschen, Aufräumen und - wie immer bei Facebook - beim Schutz der Privatsphäre.

Zwar versucht Facebook, Datenschutzbedenken zu zerstreuen - Mitglieder können für jedes veröffentlichte Element festlegen, wer es sehen darf, ältere Beiträge können automatisch unsichtbar geschaltet werden ("Alles vor meiner aktuellen Beziehung ist nie passiert!") - trotzdem ist die Chronik auch ein Transparenz-Werkzeug. Wer wann was gemacht hat, sich wie entwickelt und in welcher Phase seines Lebens wie viele Menschen kennengelernt hat, das wissen zukünftig nicht nur Zuckerbergs Datenexperten, sondern im schlimmsten Fall der ganze Facebook-Freundeskreis. Je nach Intensität der eigenen Nutzung versteht sich.

Aber diese Transparenz hat auch ihre Vorteile: Sie öffnet Einblicke in anderer Leute Leben und hilft bei der Selbstdarstellung. "Mit der Chronik können Facebook-Nutzer individueller als bisher zeigen, wer sie sind", wirbt Facebook. Dazu gehört auch, dass die Nutzer ihre Einträge nach sogenannten Lebensereignissen kategorisieren sollen: "Geburt", "Neue Arbeitsstelle", "Neues Kind", "Neues Hobby", "Gewichtsverlust", "Tätowierung", "Piercing", "Erster Kuss" gibt Facebook zum Beispiel als Kategorie vor.

Muss man Angst vor der neuen Chronik haben? Eher nicht. Mit Bedacht eingesetzt, bringt sie mehr Übersicht ins eigene Onlineprofil - das hilft bei der Datenhygiene. Aber auch Facebook hat etwas davon: eine perfekt nach Interessen sortierte, höchst persönliche Umgebung für zielgerichtete Werbung.

SPIEGEL ONLINE zeigt, wie Sie den Umstieg zu Facebooks Chronik schaffen. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung sehen Sie in dieser Fotostrecke:

Fotostrecke

8  Bilder
Schritt für Schritt: So richten Sie Facebook Chronik ein
Die fünf besten Tricks, um Ihre Privatsphäre in der neuen "Chronik" besser im Griff zu haben, sind in der folgenden Fotostrecke zusamengefasst:

Fotostrecke

5  Bilder
Facebook-Chronik: So schützen Sie Ihre Privatsphäre

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung dieses Artikels war zu lesen, die Umstellung auf die Timeline-Funktion beginne am 1. Februar. Facebook legt Wert auf die Feststellung, dass die Umstellung nicht ab 1. Februar sondern "im Lauf der kommenden Wochen" erfolgt.

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1. ...
monzaman 26.01.2012
Soll das ein Witz sein? Sie beschäftigen sich allen Ernstes damit, eine Gebrauchsanleitung für die neue Facebook Oberfläche zu erstellen? Finden Sie nicht, dass das Aufgabe von Facebook wäre? Oder haben Sie schlicht und ergreifend zuviel Zeit ?
2. Der beste Trick ...
sternflug 26.01.2012
Zitat von sysopFacebook macht ernst: Ab kommender Woche schaltet das soziale Netzwerk alle Profile auf die neue Ansicht "Chronik" um. Wir zeigen Schritt für Schritt, wie der Umstieg klappt, was Sie bei der neuen Ansicht beachten sollten - und wie Sie ihre Privatsphäre sichern. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,811390,00.html
... die Privatsphäre zu sichern, ist gar nicht aufgeführt: Erst gar nicht anmelden!
3. Das ist nur der Anfang
blackstar2000 26.01.2012
Zitat von sysopFacebook macht ernst: Ab kommender Woche schaltet das soziale Netzwerk alle Profile auf die neue Ansicht "Chronik" um. Wir zeigen Schritt für Schritt, wie der Umstieg klappt, was Sie bei der neuen Ansicht beachten sollten - und wie Sie ihre Privatsphäre sichern. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,811390,00.html
Eine sehr wahre Behauptung, aber wer braucht das? Selbstdarsteller haben wir in zweit- und drittklassigen Castingshows schon genug. Und wer glaubt allen ernstes, dass Lebensläufe die jeder einsehen kann, auch wahrhaftig und nicht geschönt sind. Reiner Datenmüll. Da passt aber die Verwendung des Begriffes Datenhygiene wieder. Auch Schweine (jedenfalls vom Biohof) führen solange ein "glückliches Leben" mit vielen Annehmlichkeiten, bis der Bauer es zu Schlachtung führt. Dass Google nun seine Datenstränge - entgegen anderslautender Behauptungen in der Vergangenheit - zusammenführt, ist auch nichts anderes als ein erstes Messerwetzen im Kampf um den Kunden. Dass der im Zweifelsfalle im Kampf der Giganten auf der Strecke bleibt, steht für mich außer Frage. Ich kann nur hoffen, dass die vehementen Verfechter für alle Datengrapscher die ersten sind, denen diese Technologie vor die Füße fällt und anschaulich vor Augen führt, dass das Recht auf informationelle Selbstbestimmung nicht nur eine leere Phrase einiger spinnerter "Fortschrittsverhinderer" ist.
4. Danke ...
Tom Joad 26.01.2012
Zitat von sysopFacebook macht ernst: Ab kommender Woche schaltet das soziale Netzwerk alle Profile auf die neue Ansicht "Chronik" um. Wir zeigen Schritt für Schritt, wie der Umstieg klappt, was Sie bei der neuen Ansicht beachten sollten - und wie Sie ihre Privatsphäre sichern. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,811390,00.html
... aber wie ich meine Privatsphäre am besten sichere, weiß ich schon: gar nicht erst bei Facebook anmelden.
5. ...
andirasper 26.01.2012
Zitat von monzamanSoll das ein Witz sein? Sie beschäftigen sich allen Ernstes damit, eine Gebrauchsanleitung für die neue Facebook Oberfläche zu erstellen? Finden Sie nicht, dass das Aufgabe von Facebook wäre? Oder haben Sie schlicht und ergreifend zuviel Zeit ?
Bei über 800 Millionen Nutzern kann man schon mal eine Meldung bringen da gibt es weitaus uninteressanteres, zum Beispiel das Nena irgendwelche Deppen casted, oder Thomas D und Stefan Raab vor lauter Geld verdienen gar nicht mehr in den Schlaf kommen. Man kriegt doch bei Facebook auch eine Gebrauchsanleitung, also schließt das eine das andere nicht aus.
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Soziale Netzwerke
Facebook
Facebook ging Anfang 2004 als soziales Netzwerk für Harvard-Studenten online. Zunächst konnten nur Menschen mit E-Mail-Adressen ausgewählter US-Hochschulen Mitglieder werden, seit 2006 ist die Seite für alle Über-13-Jährigen offen. Nach eigenen Angaben hat Facebook 845 Millionen aktive Mitglieder weltweit (Dezember 2011). Mehr zu Facebook auf der Themenseite.
Google+
Google+ ist der Versuch, den sozialen Funktionen von Facebook und Twitter etwas entgegenzusetzen. Das soziale Netzwerk wurde im Juni 2011 gestartet und hat nach Firmenangaben rund 170 Millionen Nutzer (April 2012). Der Funktionsumfang ist rein aus Nutzersicht vergleichbar mit Facebook, Schnittstellen für externe Entwickler sind allerdings eingeschränkt. Google animiert seine Nutzer, das Netzwerk als zentralen Hub für seine Dienste zu nutzen. Mehr zu Google+ auf der Themenseite.
Twitter
Der auf kurze Textnachrichten spezilalisierte Dienst Twitter wurde im Juli 2006 gegründet. Populär wurde der Dienst als Verteilnetzwerk für Links, Fotos und Videos. Twitter zählt nach eigenen Angaben mehr als 140 Millionen Nutzer (März 2012). Mehr zu Twitter auf der Themenseite.
Xing
Xing (früher OpenBC) wurde 2003 von Lars Hinrichs gegründet. Nach eigenen Angaben hat Xing über 11,7 Millionen Mitglieder (Stand: Dezember 2011), etwa acht Prozent haben einen kostenpflichtigen Premium Account. Bei Xing geht es vor allem um berufliche Kontaktaufnahme. Mehr zu Xing auf der Themenseite...
StudiVZ
Ehssan Dariani hat die Studenten-Community StudiVZ 2005 gegründet. Zuerst investierten Lukasz Gadowski und Matthias Spiess in StudiVZ, später finanzierten es vor allem die Gebrüder Samwer - bekannt für die Klingeltonfirma Jamba - und der Venture-Capital-Arm des Holtzbrinck-Verlags ("Die Zeit", "Handelsblatt"). Im Januar 2007 übernahm Holtzbrinck StudiVZ. Derzeit haben die Plattformen studiVZ.net, schuelerVZ.net und meinVZ.net nach eigenen Angaben rund 17,4 Millionen Nutzer (Stand: Januar 2011). Mehr zu StudiVZ auf der Themenseite...
Lokalisten
Im Mai 2005 gegründet, hat das Netzwerk Lokalisten nach eigenen Angaben (Stand Juli 2010) inzwischen 3,6 Millionen Nutzer. Mehr zu Lokalisten bei Wikipedia...
Spin.de
Das 1996 in Regensburg gegründete Unternehmen Spin betreibt ein eigenes soziales Netzwerk, aber auch integrierte Unter-Communitys mit regionalem Fokus, die mit Partnern vor Ort (Lokalradios vor allem) betrieben werden. Nach eigenen Angaben (Stand Februar 2011) hat Spin.de eine Million aktive Mitglieder. Mehr zu Spin.de bei Wikipedia...
Wer kennt wen
Wer-kennt-wen wurde von den beiden Studenten Fabian Jager und Patrick Ohler gegründet. Seit Februar 2009 gehört das Netzwerk vollständig RTL Interactiv, die Gründer schieden Ende August 2010 aus. Das Netzwerk hat laut Betreiber über 9,5 Millionen Nutzer (Stand: Januar 2012). Mehr zu Wer-kennt-wen bei Wikipedia...
MySpace
MySpace war 2006 das populärste soziale Netzwerk in den USA. Ein Jahr zuvor war es von Rupert Murdochs News Corporation gekauft worden. Bekannt wurde es durch die Möglichkeit, Musik einzubinden. Künstler und Bands nutzten die Plattform als Marketingplattform. Zeitweise hatte MySpace mehr als 220 Millionen Nutzer, nach Berechnungen von Google rund 30 Millionen Nutzer (Dezember 2011). Mehr zu MySpace auf der Themenseite...


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