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Code im Kornfeld: Grüße an die Welt über Google Earth

Ein überdimensionaler Barcode, gemäht in ein Thüringer Kornfeld, soll Nutzern von Google Earth freundlich "Hallo" sagen. Ob es der Weimarer Student mit seiner Aktion überhaupt bis auf Satellitenfotos schafft, ist allerdings fraglich.

Bernd Hopfengärtner, Student der Mediengestaltung an der Bauhaus-Universität Weimar, hat sich einiges gedacht bei seiner Aktion. In einem Kornfeld bei Ilmenau in Thüringen hat er einen riesigen, zweidimensionalen Barcode gemäht. Das 170 mal 170 Meter große, in ein Winterweizen-Feld gemähte Muster besteht aus 18 mal 18 hellen und dunklen Quadraten. Decodiert ergibt es "Hello, world!”.

Es gebe die Tradition, heißt es in einer Mitteilung der Bauhaus-Universität, genau diesen Satz beim Erlernen einer Programmiersprache als erste Mitteilung auf den Bildschirm zu schicken. "Hello, world!" sei ein Plädoyer für die aktive Auseinandersetzung mit den omnipräsenten digitalen Technologien. Es demonstriere nicht nur die permanente Beobachtung, sondern setze ihr die Beobachtung ihrer selbst entgegen.

Das klingt irgendwie beeindruckend - allerdings stellt sich die Frage, ob der zweidimensionale Barcode je einem Google-Earth-Benutzer zu Gesicht kommt. "Der Student wird Schwierigkeiten haben", sagte Google-Sprecher Stefan Keuchel auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE. Die Satellitenfotos Deutschlands seien gerade in den letzten Wochen aktualisiert worden, wann das nächste Update erfolge, stehe nicht fest.

"Wir müssen die Satellitenaufnahmen selbst kaufen", erklärte Keuchel. Deutschland sei nach den USA das Land mit den meisten Zugriffen auf Google Earth. Deshalb seien erst kürzlich höher aufgelöste Satellitenbilder eingebaut worden. Es gebe jedoch auch andere Länder, die Nachholbedarf hätten und deshalb derzeit bevorzugt ein Update erhielten. Natürlich würden auch in Deutschland die Satellitenaufnahmen weiter aktualisiert. "Wir können jedoch kein konkretes Datum nennen", so Keuchel.

Möglich sei aber immerhin, ein Luftbild des Feldes, das zum Beispiel von einem Flugzeug aus geschossen wird, per Overlay-Technik in das Google-Earth-Satellitenbild einzubauen. Dies geschieht dann allerdings nicht auf dem Google-Server für alle Nutzer, sondern nur lokal auf dem Computer desjenigen, der das Luftbild mit Google Earth an der richtigen Stelle positioniert und eine sogenannte KML-Datei erzeugt. Diese enthält neben der Luftaufnahme auch die genaue Positionierung und kann per Mail an andere Google-Earth-Nutzer verschickt werden. Öffnen diese die Datei, dann  erscheint die Luftaufahme eingebettet in Google Earth.

Anfang April nutzte das Herrenmagazin "Maxim" eine solche KML-Datei, um für seine hundertste Ausgabe zu werben. In der Wüste bei Las Vegas wurde ein überdimensionales Cover ausgelegt, das Eva Longoria zeigt, Darstellerin aus der TV-Serie "Desperate Housewives". Die KML-Datei mit dem eingebetteten Titelbild ist auf der Maxim-Webseite abrufbar.

hda

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Google Earth: Botschaften für Satellitenkameras

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