Community-Portal Teenager wegen MySpace-Posting verhaftet

Ein Sechzehnjähriger ist in den USA verhaftet worden, weil er in dem Webcommunity-Portal MySpace Bilder von sich selbst mit Schusswaffen veröffentlichte. Es ist nicht der erste derartige Vorfall.


Der Teenager wurde gestern verhaftet, bereits am 10. Februar hatte die Polizei das Haus seiner Eltern durchsucht. Ein Sprecher der Evergreen High School, die der Jugendliche besucht, sagte, besorgte Eltern hätten in der Schule angerufen. Einige hätten ihre Kinder nicht mehr zum Unterricht gehen lassen, nachdem die Fotos innerhalb der Gemeinde zu zirkulieren begannen. Der Teenager muss sich nun vor Gericht wegen Ordnungswidrigkeiten in drei Fällen verantworten, jeweils wegen "Besitz von Schusswaffen im Jugendalter".

Die Bilder zeigten den Jungen dem Vernehmen nach mit Schusswaffen in beiden Händen, auf einem Bild soll er umgeben von neun Gewehren auf dem Fußboden liegend abgebildet gewesen sein. Dieses Bild sei mit der Unterschrift "Todesengel auf Schwingen aus Blei" versehen gewesen.

"Die Fotos waren sehr beunruhigend, und obwohl der Inhalt keine direkte Bedrohung enthielt, fanden wir es wichtig, die angemessenen disziplinarischen Maßnahmen zu ergreifen", sagte der Sprecher. Die Evergreen High School liegt im gleichen Distrikt wie die Columbine High School, an der zwei Schüler im Jahr 1999 ein Massaker anrichteten und zwölf Schüler und einen Lehrer umbrachten. Einer der beiden hatte damals vor der Tat ebenfalls eine Warnung im Netz veröffentlicht. Schon im vergangenen Jahr war beispielsweise in San Antonio im Bundesstaat Texas Tausende nicht zum Unterricht erschienen, weil zwei Schüler auf MySpace Drohungen veröffentlicht hatten.

Das Community-Portal ist in den USA extrem populär und soll inzwischen über 50 Millionen registrierte Nutzer haben. Mitglieder können eigene Seiten mit persönlichen Profilen anlegen, Bilder, Videos und Musik auf die Seite stellen, miteinander in Kontakt treten und anderes. In letzter Zeit häuft sich aber auch die Kritik an dem Portal. Es gilt manchen als Jagdgebiet für Pädophile, außerdem verschwanden kürzlich angeblich Login-Daten Tausender registrierter Nutzer.

cis/AP



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