Computermesse: Cebit verliert ein Viertel der Aussteller

1545 Unternehmen weniger als 2008: Die Computermesse Cebit steht in diesem Jahr im Zeichen der Krise, die Ausstellungsfläche schrumpft um ein Fünftel.

200.000 Quadratmeter klein wird die Ausstellungsfläche der Cebit in diesem Jahr sein. Ernst Raue, Vorstand der veranstaltenden Deutschen Messe AG, versucht den Rückgang um fast 20 Prozent als Erfolg zu verkaufen: "4.300 Aussteller aus aller Welt sind angesichts der Weltwirtschaftskrise ein Erfolg. Firmen, die ihre Marketingbudgets auf Null stellen müssen, werden in diesem Jahr allerdings nicht in Hannover sein", sagte Raue. Laut Heise wird der Aussteller-Katalog in diesem Jahr 1545 Namen weniger verzeichnen als 2008.

Cebit-Flaggen 2008: Im vorigen Jahr waren 5845 Aussteller hier, 2009 sind es nur 4300
CeBIT

Cebit-Flaggen 2008: Im vorigen Jahr waren 5845 Aussteller hier, 2009 sind es nur 4300

Im Vergleich zu 2008 fehlt ein Viertel der Firmen. Vor allem kleine Hardware-Hersteller und Telekommunikationsausrüster aus China, Taiwan, Südkorea und Hongkong verzichteten auf einen CeBIT-Auftritt und seien die Hauptursache für den Rückgang der Ausstellerzahl. Raue: "Die Krise verschärft dort die ohnehin harte Marktverdrängung noch einmal. Viele Firmen gibt es einfach nicht mehr."

Auch einige namhafte Unternehmen wie Toshiba und Kyocera verzichteten in diesem Jahr auf einen eigenen Stand. Dafür gebe es zahlreiche Rückkehrer, wie etwa Dell Computer, und Nokia Siemens Networks.

Das Prinzip Messe wird in Frage gestellt

Große Messeveranstaltungen geraten zunehmend unter Druck, nicht nur aus wirtschaftlichen, sondern auch aus konzeptionellen Gründen: Manche Firmen bevorzugen seit einigen Jahren eigene Hausmessen oder thematisch sehr klar definierte Veranstaltungen. Die Cebit hat darauf reagiert, indem sie ihr Konzept in den letzten Jahren wieder stärker auf den Charakter einer Businessmesse abstellte. Die Rolle der Unterhaltungselektronik-Messe hat in Deutschland die Berliner Ifa übernommen.

Für manche Unternehmen ist die Abkehr von der Teilnahme an Messen allerdings eine prinzipielle Entscheidung, die nichts mit Sparkursen zu tun hat: Im letzten Jahr kündigte das Unternehmen Apple an, nicht mehr an Messen teilnehmen zu wollen. Apple nutzt statt dessen das Internet und hier zunehmend soziale Netzwerke, um seine Produkte publik zu machen.

lis/pat/dpa

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