Computerspiele Verschärfung von Strafvorschriften

Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin will prüfen, ob bei exzessiven Gewaltdarstellungen in Filmen oder Computerspielen die Strafvorschriften verschärft werden müssen.


Schärfere Kontrollen bei gewaltverherrlichenden bewegten Bildern
Sierra

Schärfere Kontrollen bei gewaltverherrlichenden bewegten Bildern

Berlin - Es könne nicht angehen, dass Kinder vor Spielstart als erstes aussuchen, welche Waffe sie nehmen, sagte Däubler-Gmelin (SPD) heute im Interview mit dem ZDF-Morgenmagazin. "Und dann kommt es darauf an, möglichst viele abzuknallen, bevor man abgeknallt wird. Das geht nicht, das wollen wir nicht."

Zu Gewalt-Computerspielen sagte sie: "Ich glaube, dass wir heute eine ganze Menge von diesem Schrott, der da auf dem Markt ist, eigentlich gar nicht haben dürften." Wenn Verbote eingehalten werden würden, könnten weniger diese Spiele auf dem Markt sein.

Hintergrund der möglichen Gesetzesverschärfung ist der Erfurter Amoklauf vor einer Woche. Die Tat hatte eine Diskussion über die Verschärfung des Waffenrechtes und über Gewalt in den Medien ausgelöst. Spitzenvertreter der Fernsehsender hatten am Donnerstagabend bei einem Treffen mit Bundeskanzler Schröder vereinbart, die Umsetzung der freiwillige Selbstkontrolle bei Gewaltdarstellungen zu überprüfen. Zudem sollen unter Einbeziehung der Anbieter von Videospielen und von Internet-Providern die Grundsätze über den Umgang mit Gewaltdarstellungen überprüft und bei Bedarf ergänzt werden.



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