Nach den Kleinkriminellen haben Staaten und Firmen Viren und Würmer für ihre Zwecke entdeckt. Malware wie "Stuxnet", "Duqu" und "Flame" eignen sich nicht nur zur Sabotage, sondern auch zur Betriebsspionage. Jetzt ging den Virusspezialisten des slowakischen Unternehmens ESET eine interessante Malware in die Falle. Laut der Firma ESET macht der neu entdeckte ACAD/Medre.A-Wurm Jagd auf AutoCAD-Dokumente - technische Zeichnungen der weltweit meistbenutzten Software für Computer Aided Design (CAD).
Betroffen sind alle AutoCAD-Versionen seit 2000 und mit AutoCAD verwandte Produkte. Die Übertragbarkeit scheint hoch: Allein in Peru, dem derzeitigen Brandherd der Medre-Infektion, seien bereits Zehntausende Konstruktionspläne von der Software kopiert worden, glaubt ESET.
Über den oder die Entwickler dieses Spionagewurms ist derzeit nichts bekannt. Hinter Medre könnten staatliche, private, kriminelle oder im Auftrag von Firmen handelnde Hacker stecken. Zwar verschickt Medre die eingesammelten Dateien an mehrere E-Mail-Adressen chinesischer Provider, aber als Hinweis für einen chinesischen Ursprung der Malware reicht das nicht. Und auch seine Aktivität, vor allem in peruanischen Unternehmen, ist kein Hinweis auf eine zielgerichtete Infektion: Der Wurm ist in der AutoCAD-eigenen Skriptsprache geschrieben und verbreitet sich über infizierte AutoCAD-Dateien. Wahrscheinlich ist eher, dass zum Beispiel ein Auftraggeber aus dem öffentlichen Sektor infiziert wurde - und die Infektion dann an die Auftragnehmer weiterreichte.
Autodesk, der Hersteller von AutoCAD, warnt in einem Blog-Eintrag vor der Malware, zeigt wie man sich schützt und Infektionen entdeckt. Vor allem aber verlinkt er auf einen Blog-Eintrag vom Mai 2012, in dem das Unternehmen vor "AutoCAD und Viren" warnt. Eine Medre-ähnliche Malware machte bereits Anfang 2011 die Runde - die damals allerdings nur AutoCAD-Dateien beschädigte und nicht kopierte.
Werbung nach Gefühl
Nach der Gesichts- und Gestenerkennung ist die Analyse des Gefühlslebens von Betrachtern das neue, große Thema bei Bilderkennung - sehr zur Sorge von Datenschützern. Diese Bedenken dürften durch ein neues Patent noch geschürt werden: Denn Microsoft hat sich "ein Computersystem" schützen lassen, das Werbeanzeigen passend zu "emotionalen Zuständen" anzeigen kann. Werbekunden könnten damit festlegen, zu welchen Emotionen ihre Clips erscheinen sollen. Die Gefühlslage soll dieses System anhand von Gesichts-, Sprach- und Bewegungsdaten des Nutzers bewerten. Sprich: Mit den Fähigkeiten, die die Xbox-Spielsteuerung Kinect längst beherrscht. Das System horcht per Mikrofon in den Raum, analysiert die Bewegungen der Spieler anhand von Kameradaten und kann auch Gesichter wiedererkennen.
Wen das nicht schon an die zurückschauenden Fernseher aus Orwells 1984 erinnert, der sollte sich die weiterführenden Patent-Informationen durchlesen: Zur besseren Sentiment-Analyse hat sich Microsoft auch die Analyse von Suchanfragen, Website-Besuchen, E-Mails, Instant Messages und Online-Spielen schützen lassen. Was der Nutzer fühlt, heruntergebrochen auf die Zustände "positiv, fröhlich, verwirrt, neutral, negativ, wütend und traurig", will Microsoft vermarkten können. Ob das Gefühl "Lasst mich bloß in Ruhe!" auch dazu gehört?
Was am Montag sonst noch in der Netzwelt wichtig war:
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