Computervirus Stuxnet Der Wurm, der aus dem Nichts kam

Haben westliche Geheimdienste mit dem Schadprogramm Stuxnet einen Cyber-Angriff auf das iranische Atomprogramm gestartet? Der besonders raffiniert programmierte Wurm lässt Experten rätseln. SPIEGEL ONLINE beantwortet die wichtigsten Fragen zur angeblichen Virusattacke.

Atomanlage Buschehr in Iran: War der Reaktor das Ziel des Stuxnet-Virus?
DPA

Atomanlage Buschehr in Iran: War der Reaktor das Ziel des Stuxnet-Virus?

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Der Computer-Schädling Stuxnet hat eine steile Karriere hingelegt. Im Juli wurde seine Existenz erstmals öffentlich gemeldet. Weißrussische PC-Experten hatten den Wurm entdeckt, der sich über USB-Sticks verbreitete und sogar in Windows-Systemen einnisten konnte, die mit allen aktuellen Patches abgesichert waren. Zuerst war die Rede von Industriespionage, dann wurde schnell klar, dass die Schadsoftware die Steuerungssysteme von Industrieanlagen infiziert.

Vor einer Woche dann die Alarmbotschaft: Auf der ganzen Welt seien Industrieanlagen befallen, Stuxnet sei eines "der ausgefeiltesten und ungewöhnlichsten Schadprogramme, die je geschrieben wurden", urteilt das US-Fachmagazin " Computerworld". Siemens Chart zeigen, der Hersteller der betroffenen Anlagen, schien ratlos. Am Dienstag schließlich titelt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung": "Der digitale Erstschlag ist erfolgt." Ziel von Stuxnet sei das iranische Atomprogramm gewesen, hieß es nun.

Haben also westliche Geheimdienste einen Virus geschrieben, um Atomanlagen in Iran unbrauchbar zu machen? Für diese These gibt es keinen konkreten Beleg und nur wenige Hinweise. Aber die bisher bekannten Details über die Schadsoftware Stuxnet deuten zumindest darauf hin, dass es sich bei den Urhebern nicht um gewöhnliche Computerkriminelle handelt.

Wer steckt hinter Stuxnet? Wie funktioniert der Wurm? Und war Iran wirklich das Ziel der Attacke? SPIEGEL ONLINE beantwortet die wichtigsten Fragen zu der Virusattacke:

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insgesamt 82 Beiträge
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Seite 1
freeagent 22.09.2010
1. Wieso Schadsoftware?
Wer möchte kann sich den Quellcode von Windows-2000 aus dem Netz ziehen und dann nach dem Term "NSA" suchen. Ich glaube kaum, dass Geheimdienste es nötig haben, spezielle "Schadsoftware" zu erstellen.
badpit 22.09.2010
2. Stuxnet
Wer steckt hinter Stuxnet? Wie funktioniert der Wurm? Und war Iran wirklich das Ziel der Attacke? SPIEGEL ONLINE beantwortet die wichtigsten Fragen zu der Virus-Attacke. Große Ankündigung, mal wieder nichts dahinter. Wer steckt denn jetzt dahinter?
ted211 22.09.2010
3. Super-GAU
Wer auch immer die Steuerungssoftware eines Atomkraftwerkes sabotiert, nimmt einen Super-GAU billigend in Kauf.
Markenfetischist 22.09.2010
4. Hier ein Artikel der wirklich informiert
http://www.faz.net/s/RubCEB3712D41B64C3094E31BDC1446D18E/Doc~E8A0D43832567452FBDEE07AF579E893C~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Hermes75 22.09.2010
5. Welcher Schädling
Zitat von ted211Wer auch immer die Steuerungssoftware eines Atomkraftwerkes sabotiert, nimmt einen Super-GAU billigend in Kauf.
Naja, eigentlich müsste es heißen dass wer auch immer ein AKW betreibt einen GAU in Kauf nimmt. Aber was bringt sie eigentlich zu der Annahme, dass man ein Kraftwerk, dass mit einer auf Windows basierenden Software gesteuert wird durch einen Virus noch mehr gefährden kann, als es ohnehin schon der Fall ist? Ich bin ja nur überrascht, dass die Iraner so naiv sein sollen auf ihren Anlagen Software aus Richmond zu installieren - da können sie sich doch auch gleich die NSA ins Haus holen...
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