Copyright-Irrwege: Microsoft lässt Microsoft-Seite sperren

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Google-Suchergebnisse: Microsoft sperrt Microsoft-Seiten

Um Urheberrechtsverletzungen im Internet zu verhindern, schickt Microsoft Suchroboter zu Google und Co., die sollen Suchmaschinentreffer zur Sperrung anmelden. Zum wiederholten Mal erwischte es legitime Links zu Angeboten von Microsoft selbst. Jetzt zog der Konzern Konsequenzen.

Google ist eine sehr beliebte Suchmaschine - wohl auch unter Software- und Unterhaltungspiraten. Entsprechend groß ist das Verlangen der Rechteinhaber, dass Google Links zu entsprechenden Angeboten aus dem Index wirft. Was nicht gefunden werden kann, wird auch nicht widerrechtlich heruntergeladen.

Dazu gibt es ein standardisiertes Verfahren: ein Online-Formular, das Firmen automatisiert ausfüllen und einreichen können. Typischerweise erstellt ein Suchroboter ("Bot") im Auftrag der Rechteinhaber eine Liste von problematischen Suchantworten und reicht sie bei Google ein - gemäß dem amerikanischen Urheberrechtgesetz DMCA, das Schutz vor Strafverfolgung bietet, solange man solchen Löschanfragen der Rechteinhaber nachkommt. Das Prinzip heißt "notice and take down" - benachrichtigen und entfernen.

Der Bot wendet sich gegen seine eigenen Herren

Allein im letzten Jahr hat Google 100 Millionen solcher Löschanfragen erhalten (und 97 Prozent davon befolgt). Eine Liste der zur Löschung beantragten URLs veröffentlicht übrigens regelmäßig Chillingeffects.org.

Microsofts Urheberrechts-Bot jedoch hat sich gegen seine eigenen Herren gewendet: Eine Software, die in Suchmaschinen nach Links zu Raubkopien von Microsoft-Produkten suchen und diese melden soll, hat reihenweise falsch angeschlagen - zum Schaden Microsofts und völlig legitimer Webangebote. Nicht zum ersten Mal, wie das Filesharing-Blog Torrentfreak.com herausfand. Der Konzern zog nun Konsequenzen.

Unter den bei Google als "zu löschen" eingetragenen Websites war der Wikipedia-Eintrag zu Microsoft Office 2007, mehrere Microsoft-eigene Websites, eine Online-Anleitung, wie man mit Excel 2007 umgeht und diverse Videos, die bestimmt nicht von Microsoft entwickelt wurden. Schon ein paar Wochen zuvor war ein ähnlicher Fall bekanntgeworden, bei dem der Bot etliche französische Websites von Microsoft aus dem Google-Register hatte streichen wollen; der Suchmaschinenbetreiber aber entdeckte und verhinderte den Fehler.

Microsoft hat mittlerweile reagiert und den Vertrag mit der für Bot und Meldung verantwortlichen Software-Firma gekündigt. In einer ersten Mitteilung hatte Microsoft sich für den Dienstleister entschuldigt, der nur einen bürokratischen Fehler beim Ausfüllen der Online-Formulare gemacht habe. Nun schob der Konzern hinterher: "Wir entschuldigen uns […] und korrigieren den Prozess, der zu diesem Ergebnis führte." Am Freitag kündigte Microsoft dann den Vertrag mit dem französischen Dienstleister LeakID, wie Torrentfreak erfahren hat.

fko

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dkoedo heute, 07:50 Uhr
Die Erkenntnis, dass die genutzte Software nicht fehlerfrei ist, ist nicht gerade eine Sensation. Wirklich aussagekräftig sind die nachzulesenden Angaben auch nicht. Wie gross ist denn die relative Fehlerquote? Besser wäre noch die Möglichkeit eines Vergleiches absoluter Zahlen. Wieviele Seiten und/oder Links wurden gemeldet, wieviele wurden durchsucht? Seien wir doch mal fair. Software ist nicht fehlerfrei. Und wenn bei Myriaden von Suchen einige hundert falsche Ergebnisse herauskommen, ist das bei einem automatisierten Verfahren doch kein Wunder. Und: Vertrauen ist gut, Kontrolle in dem Fall halt besser.
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Zum Autor
  • Felix Knoke schreibt von Berlin aus über elektronische Lebensaspekte und versucht sich vergeblich als Hitproduzent in seinem Wohnzimmerstudio.

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