Cyber-Attacke Chinesische Hacker legen Pentagon-Computer lahm

US-Verteidigungsexperten sind in heller Aufregung: Chinesischen Militärs ist es einem Zeitungsbericht zufolge gelungen, Rechner des US-Verteidigungsministeriums zu infiltrieren. Ein Rechnersystem, das von Minister Gates' Büro genutzt wird, musste abgeschaltet werden.


Washington - Wie die "Financial Times" berichtet, habe der Angriff bereits im Juni stattgefunden. Unter anderem seien dabei Rechnersysteme, die zum Büro von Verteidigungsminister Robert Gates gehören, abgeschaltet worden. Vermutlich, um weiteren Schaden zu verhindern.

Das Pentagon: Heftige Attacken durch chinesische Computerspezialisten
AP

Das Pentagon: Heftige Attacken durch chinesische Computerspezialisten

Mit den Vorgängen vertraute Quellen berichten dem Blatt zufolge, die Angreifer hätten sich offenbar monatelang auf die Attacke vorbereitet. Über längere Zeiträume seien die Systeme des Pentagon von verschiedenen Regionen Chinas aus auf Schwachstellen abgeklopft worden, heißt es in dem Artikel.

Der Hauptangriff habe über eine Woche lang unvermindert angehalten, heißt es. Während dieser Zeit habe das Pentagon die betroffenen Systeme komplett vom Netzwerk getrennt und einer eingehenden Untersuchung unterzogen. Wie viele Daten während des Angriffs von den betroffenen Rechnern heruntergeladen wurden, sei nicht bekannt, man sei sich aber sicher, dass es sich dabei nicht um als geheim eingestufte Informationen handelte.

Während das Ministerium offiziell über den Ursprung der Cyber-Attacke nichts sagen wollte, hätten hochrangige aber anonyme Mitarbeiter der "Financial Times" versichert: "Die Volksbefreiungsarmee (Chinas) hat ihre Fähigkeit bewiesen, Attacken durchzuführen, die unser System außer Kraft setzen." Der Vorfall habe in Verteidigungskreisen Sorge ausgelöst, dass China in "entscheidenden Momenten" die US-Systeme funktionsunfähig machen könnte. Ein Sprecher des chinesischen Verteidigungsministeriums in Peking wollte keinen Kommentar abgeben.

Auf ihrer China-Reise in der vergangenen Woche hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei ihrer Unterredung mit Regierungschef Wen Jiabao das Thema Internet-Attacken angesprochen, nachdem der SPIEGEL über ein Spionageprogramm der chinesischen Streitkräfte berichtet hatte.

Die Angreifer waren offenbar bis in Merkels Bürosysteme vorgedrungen.

mak/AFP

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