Cyberbankraub Meisterhacker in die USA ausgeliefert

Ercan Findikoglu gilt als mutmaßlicher Drahtzieher eines gewaltigen Cyberbankraubs. Nun hat Deutschland den Hacker an die USA ausgeliefert.

Mutmaßlicher Cyberbankräuber Findikoglu: Jetzt in die USA ausgeliefert
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Mutmaßlicher Cyberbankräuber Findikoglu: Jetzt in die USA ausgeliefert


Wegen eines Cyberbankraubs von globalem Ausmaß wird sich Ercan Findikoglu nun doch in den Vereinigten Staaten vor Gericht verantworten müssen. Laut dem US-Magazin "Bloomberg" ist der Hacker mit türkischer Staatsbürgerschaft von Deutschland aus in die USA ausgeliefert worden. Nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen verließ er das Land am Dienstagabend mit einer Maschine aus Frankfurt.

In einer Februarnacht 2013 hatte eine Bande von Kriminellen mit einer manipulierten Kreditkarte knapp 40 Millionen Dollar erbeutet. Zuvor hackten sich Täter in das IT-System eines Bankdienstleisters, erbeuteten und manipulierten wichtige Daten. Es sei ein "epochaler" Coup gewesen, befand der Düsseldorfer Staatsanwalt Murat Ayilmaz, der die Tat in Deutschland aufgearbeitet hatte. Insgesamt werden Findikoglu drei solcher Cyberraubzüge vorgeworfen, mit einer Beute von insgesamt 55 Millionen Dollar.

Dem mutmaßlichen Rädelsführer Findikoglu war der amerikanische Secret Service durch einen Kronzeugen auf die Spur gekommen. Findikoglu wurde im Dezember 2013 - zunächst unbemerkt von der Öffentlichkeit - während einer Reise nach Frankfurt am Main gefasst.

Findikoglu hatte sich juristisch gegen seine Auslieferung in die USA zu wehren versucht. Nach Informationen von "Bloomberg" bekannte er sich am Mittwoch vor einem Gericht in Brooklyn nicht schuldig.

jdl/mbö/Reuters



insgesamt 39 Beiträge
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Snozzlebert 24.06.2015
1.
... trotz Folter und unmenschlicher Zustände in amerikanischen Gefängnissen haben wir den Mann ausgeliefert - eine Schande. Wenn es nicht gerade um Mord geht, sollte wir nicht in solche Schurkenstaaten, die eine höhere incarceration-rate haben als Nordkorea, ausliefern
rolandjulius 24.06.2015
2. Die Amerikanische Justiz
Dort bekommt er jetzt sicher 35 Jahre aufgebrummt. Bei uns käme er bei guter Führung nach drei Jahren seine Freiheit zurück. Ist das der Grund weshalb man den Türken in die Staaten schickte?
locke27 24.06.2015
3. warum
wurde er ausgeliefert?
paphochdrei 24.06.2015
4.
wir müssten auch nal längere strafen einführen. 70% der Leute werden wieder rückfällig. Der Typ gehört auch in den Knast. Hätte er es sich besser überlegen müssen, obwohl ich die Zustände in den Gefängnissen in den USA auch miserabel finden.
Loosa 24.06.2015
5.
Zitat von rolandjuliusDort bekommt er jetzt sicher 35 Jahre aufgebrummt. Bei uns käme er bei guter Führung nach drei Jahren seine Freiheit zurück. Ist das der Grund weshalb man den Türken in die Staaten schickte?
Wenn er in allen Punkten schuldig gesprochen wird drohen ihm über 247 Jahre. Tja, Berufsrisiko... Madoff hat auch 150 bekommen. Ausgeliefert wurde er wohl, weil mithilfe der Kronzeugen genug Beweise gegen ihn vorlagen um Anklage zu erheben, ihm nicht die Todesstrafe droht und er ein faires Verfahren bekommen dürfte. Auch wenn das mögliche Strafmaß unfair wirkt, aber in Europa gibt es auch Länder die Strafen so aufaddieren.
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