Cyber-Kriminalität: PDF ist Hackers Liebling

Um schädliche Programme in fremde Computer einzuschleusen, nutzen Cyber-Kriminelle immer häufiger Sicherheitslücken im PDF-Leseprogramm Adobe Reader. Mittlerweile hat das PDF sogar das verbreitete Word-Dokument als Top-Schädlingsschleuder abgelöst.

Fast die Hälfte aller Schädlinge kam mit einem PDF. Mehr als 48 Prozent der 663 Spionageangriffe auf fremde Rechner, die die Sicherheitsfirma F-Secure seit Jahresbeginn identifiziert hat, erfolgte mit Hilfe von Dokumenten in dem Format von Adobe.

Adobe Reader: Sicherheitslecks im Programm machen PDF-Dateien bei Hackern beliebt

Adobe Reader: Sicherheitslecks im Programm machen PDF-Dateien bei Hackern beliebt

Dass Hacker Dateien dieses Typs zunehmend gern als E-Mail-Anhänge verschicken, hat mehrere Gründe. PDF-Dateien sind sehr verbreitet, weil sie von jedem Computernutzer mit dem kostenlosen Adobe Reader geöffnet werden können. Und dieses Leseprogramm leidet an Sicherheitslücken, die die Hacker ausnutzen. Schwachstellen sind insbesondere einige Javascript-Funktionen von Adobe, über sich die Schad- und Spähprogramme einschleusen lassen.

Im vergangenen Jahr erfolgten noch mehr Angriffe über Text-Dateien im Doc-Format, das zu Microsofts Office-Programm Word gehört. Das PDF kam damals auf Rang zwei. Von 1968 Attacken, die F-Secure 2008 registrierte, erfolgten 39,2 Prozent mit Word-Dokumenten, PDF-Dateien waren an 28,6 Prozent der böswilligen E-Mails angehängt.

Dass Adobes Datei-Format nun den Spitzenplatz übernommen hat, lässt aber nicht darauf schließen, dass Hacker fortan die Finger von Word-Dokumenten lassen. Die Doc-Dateien sind nach wie vor beliebt. 39,2 Prozent der seit Jahresbeginn von F-Secure festgestellten Attacken erfolgten über Word-Dokumente, der Anteil der Angriffe mit PDF-Dateien wuchs jedoch stärker.

Die Lust an Tabellen oder Präsentationen scheint Cyber-Kriminellen hingegen zu vergehen. Nutzen sie 2008 noch für 20 Prozent ihrer Angriffe Excel-Dateien, schmolz deren Anteil auf 7,4 Prozent. Infizierte Power-Point-Dokumente kamen im vergangenen Jahr in 16,9 Prozent aller Fälle zum Einsatz, in den ersten Monaten des laufenden Jahres waren es nur 4,5 Prozent.

tko/AP

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