Cyberwar Hacker vs. Japan 5:0

Wer auch immer seit einer Woche japanische Behörden hackend attackiert - er tut es gründlich. Am fünften Tag der Attacken gelang es den Sicherheitsexperten verschiedener Ministerien zwar, die Angriffe abzuwehren. Doch die Hacker revanchierten sich, indem sie beim Arbeitsamt Osaka Daten löschten.


In der Nacht von Donnerstag zu Freitag sank die Arbeitslosenquote in der Region Osaka abrupt. Freuen konnte sich darüber niemand: Die Hacker, die seit Montag die Sicherheitsexperten japanischer Behörden und Unternehmen in Atem halten, waren wieder aktiv geworden. Sie löschten, wie das Arbeitsamt Osaka mitteilte, den größten Teil der dort gespeicherten Daten.

Auch am fünften Tag in Folge ist Japan wieder Ziel von Hacker-Attacken geworden
[M] AP

Auch am fünften Tag in Folge ist Japan wieder Ziel von Hacker-Attacken geworden

Dies blieb bis Freitagabend der einzige Erfolg der unbekannten Hacker. Die Bank of Japan, faktisch die Zentralbank des Landes, meldete 1600 Hackangriffe zur Mittagszeit, die aber abgewehrt werden konnten. Ebenfalls unter virtuellen Beschuss geriet das Landwirtschaftsministerium. Auch hier hielten die "Firewalls", versicherte Ministeriumssprecher Ryoichi Kakizaki.

Besorgt dürften die Japaner darüber sein, dass die Hacker auch versuchten, sich Zugang zu den Servern des Verteidigungsministeriums zu verschaffen: 600 erfolglose Angriffe zählten die Sicherheitsexperten.

Auch wenn damit die bei weitem meisten Angriffe abgewehrt wurden, ist dies noch kein Grund zur Entwarnung. Die Hackangriffe gehen weiter, fünf waren bisher erfolgreich, während die japanischen Sicherheitskräfte bisher keinerlei Erfolg verbuchen konnten. Noch immer ist völlig unklar, wer hinter den Angriffen steckt - und aus welchen Motiven.



© SPIEGEL ONLINE 2000
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.