Cyberwar: Nato-Staaten rüsten für das fünfte Schlachtfeld

Von Matthias Nedoklan

Das Internet wird zum Schlachtfeld, kündigen die USA an. Militärs und Geheimdienste wollen die Sicherung des Cyberspace übernehmen. Das Gerangel um Kompetenzen und Budgets ist in vollem Gange. Experten sind sich einig: Die virtuelle Aufrüstung ist nicht zu stoppen.

US-Cyberabwehrzentrum NCCIC: Virtuelle Attacken mit Bomben bekämpfen Zur Großansicht
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US-Cyberabwehrzentrum NCCIC: Virtuelle Attacken mit Bomben bekämpfen

Hamburg - Rex Hughes ist sich sicher: "Der erste Schuss im nächsten großen Krieg wird im Web fallen". Der Kanadier ist Sicherheitsberater der Nato. Sein Spezialgebiet: Cyber-Verteidigung. Mit seiner Meinung ist er nicht allein: Fast alle Großmächte haben den Cyberspace - nach Land, Meer, Luft und Weltall - zum fünften Schlachtfeld erklärt, das es zu sichern und zu erobern gilt. Die USA setzen eine Attacke mit virtuellen Waffen einem Angriff mit Bomben und Raketen gleich und drohen eventuellen Angreifern, sie würden Cyber-Angriffe als kriegerischen Akt ansehen - auf den mit militärischen Mittel zu reagieren sei.

Dass Cyber-Waffen auch militärischen Zielen dienen können zeigte 2010 der Wurm Stuxnet, der scheinbar gezielt Zentrifugen zur Urananreichung in Iran lahmlegte. Über den Urheber des trickreichen Computerschädlings gibt es bislang nur Spekulationen. Für Experten wie Rex Hughes, der auch dem britischen Diplomaten-Think-Tank Chatham House angehört, ist jedoch klar: "Stuxnet wird kaum ohne staatliche Unterstützung entstanden sein. Israel liegt da als Urheber auf der Hand."

Doch schon 2007 stand die Welt am Rande des Cyber-Abgrunds - sie bemerkte es nur kaum. Nachdem ein sowjetisches Denkmal vom Zentrum der estnischen Hauptstadt Talinn auf einen Soldaten-Friedhof verlegt worden war, wurden in Estland Web-Seiten von Banken, Parteien, Medien und der Regierung mittels DDoS-Attacken (Distributed Denial of Service) lahmgelegt. Die Nato, von der estnischen Regierung um Hilfe ersucht, war ratlos. Die russische Regierung, so der erste Verdacht, der nicht beweisen werden konnte, stecke hinter den Hackerangriffen.

Seit damals steht das Thema Cyber-Verteidigung ganz oben auf der Agenda vieler Staaten. Auch in den USA, die gerade erst eine neue Sicherheitsstrategie der Vereinigten Staaten für das Internet vorgestellt haben. Deutschland folgte mit der Errichtung eines Nationalen Cyber-Abwehr Zentrums (NCAZ), das im April seine Arbeit aufnahm.

Keine Verteidigung ohne Angriff

Die Nato war ebenfalls nicht untätig. Nach den Attacken auf estnische Server wurde die Einführung des Exzellenzzentrums für gemeinsame Cyber-Verteidigung ( CCD COE) beschleunigt. Es wurden Budgets bewilligt und Verteidigungsszenarien entworfen. Auch Deutschland gehört innerhalb des Bündnisses zu den Unterstützern des Zentrums - das in der estnischen Hauptstadt Tallinn in einer alten Kasernenanlage angesiedelt wurde. Hier sollen Experten das Wissen sammeln, das die Nato-Partner künftig besser vor Angriffen schützt.

"Die Nato hat keinen spezifischen Kommandostab für Cyber-Kriege. Noch nicht", sagt Hughes. Zurzeit gäbe es heftige Debatten über die strategische Ausrichtung des Bündnisses. "Die Länder konnten sich bisher nicht darauf verständigen, dass die Nato auch Kapazitäten für Cyber-Angriffe entwickeln soll." In den Augen des Beraters eine unrealistische Herangehensweise. "Es kann keine Verteidigung ohne Angriff geben."

Jeff Moss, ehemaliger Hacker und mittlerweile Sicherheitschef bei der Internet-Verwaltung Icann sowie Berater der Behörde für Heimatschutz in den Vereinigten Staaten, erklärt warum: "Um seine eigene Verteidigung ausbauen zu können, muss man stets selbst die neuesten Angriffstechniken entwickeln." Nur so könnten Sicherheitslücken vor einem feindlichen Angriff entdeckt und beseitigt werden. Generell gälte aber: "Innovationen bei Angriffen sind schneller umzusetzen. Der Angriff wird der Verteidigung im Cyberspace immer überlegen sein."

Der Cyberspace ist Chefsache

In den Vereinigten Staaten ist man schon eine Stufe weiter. Der Cyber-Krieg ist als Bedrohungsszenario bei den Institutionen angelangt, jetzt wird um die Zuständigkeiten gerungen. "Cyber-Angriffe stellen uns vor Probleme, die wir vor zwanzig Jahren so noch nicht hatten." Ob ein entdecktes Datenbleck sofort gestopft würde, sei nicht sicher. NSA und CIA hätten schließlich eigene Interessen: "Die Geheimdienste würden das Leck vielleicht zuerst nur beobachten, um etwas über den Angreifer zu erfahren. Vielleicht könnte man ja so einen Spion enttarnen."

Es geht um Macht und hohe Budgets, kein Staat will unvorbereitet sein, wenn der Ernstfall eintritt. "Die Furcht vor einem virtuellen Pearl Harbor, einem vernichtenden Angriff aus dem Nichts, ist riesig", sagt Nato-Berater Rex Hughes. Der Cyberspace ist Chefsache, sogar der eher glücklose ehemalige britische Premierminister Gordon Brown erklärte überzeugt, dass das Empire die virtuelle Welt im 21. Jahrhundert genauso beherrschen müsse, wie die Weltmeere im 19. Jahrhundert. Nun wurde die virtuelle Aufrüstung beschlossen.

Jeder Angriff provoziert einen Gegenschlag

Und so entwirft Richard Clarke, seinerzeit Sicherheitsberater von US-Präsident Clinton, in seinem Buch "World Wide War" Schreckensszenarien von der nahen Apokalypse: Hacker könnten das Stromnetz der USA angreifen und damit den Verkehr, Wirtschaft und Infrastruktur lahmlegen. Hungersnöte und wehrlose Militärs wären die Folge.

Ganz so düster werde die Zukunft aber nicht, erklärt Jeff Moss: "Momentan befinden wir uns in einem Kalten Krieg im Cyberspace. Die Staaten tasten einander ab." Staatliche Angriffe dienen eher dazu, eventuelle Sicherheitslücken auszuloten und Informationen über die Cyber-Strategien der anderen Länder zu sammeln. Klassische Spionage also. Die Konsequenzen ernsthafter Attacken müssten allen Angreifern klar sein: "Egal ob ein Staat ein Kraftwerk mit einer Rakete zerstört oder mit einem virtuellen Angriff. Ein ernsthafter militärischer Gegenschlag wird zwangsläufig die Folge sein." Genau das haben die USA nun angedroht.

Wer hält sich schon an Regeln?

Rex Hughes denkt bereits einen Schritt weiter. "Wie beim Kernwaffensperrvertrag 1970 muss es in Zukunft auch einen Hackersperrvertrag geben." Diplomatische Abkommen seien nötig, speziell formuliert, um mit der technischen Entwicklung Schritt halten zu können. Ein Konsens welche Maßnahmen in Konfliktfällen gerechtfertigt seien und welche Angriffe tabu seien, würde eine Eskalationsspirale verhindern.

Hier zeige sich jedoch das nächste Problem: "Verträge werden im Zweifel immer gebrochen, wenn eine Nation sich bedroht fühlt", so Hughes. Im Zweifel attackiert ein Staat immer die kritische Infrastruktur und macht vor zivilen Opfern keinen Halt. Das virtuelle Aufrüsten geht weiter.

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1. nichts neues
Nonvaio01 01.06.2011
Zitat von sysopDas Internet wird zum Schlachtfeld, kündigen die USA an. Militärs und Geheimdienste wollen die Sicherung des Cyberspace übernehmen. Das Gerangel um Kompetenzen und Budgets ist in vollem Gange. Experten sind sich einig: Die virtuelle Aufrüstung ist nicht zu stoppen. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,765326,00.html
Hallo die USA hat schon seit den 80ern eine Abteilung die sich mit soetwas befasst (bin mir sicher andere laender genauso). Neu ist das nicht, nur das aufeinmal alle sagen das Sie eine solche abteilung haben ist neu. IT Krieg ist das beste was den Geheimdiensten passieren konnte, nun kann man spionieren ohne verhaftet zu werden. James Bond is out sowas wird heute im Starbucks cafe gemacht.
2. Ach was, ja wenn das so ist
airdreamer 01.06.2011
Dann hat die USA ja nach dieser Formulierung mit dem Tuxnetvirus, der die iranischen Atomanlagen stillgelegt hat, den Iran angegriffen!! Also ein völkerrechtswidriger Angriff auf ein Land? Wenn der Iran demnach nun z.B. mit ferngesteuerten Bomben Ziele in den USA zerstört ist das ja dann auch nur eine legitime militärische Reaktion! Nichts anderes machen die USA doch auch in Pakistan, Afghanistan, usw. mit Ihren Ferngesteuereten Drohnenangriffen oder Ihren Profikillern in Uniform bei Ihren Hinrichtungskommandos im fremden Land
3. Ich bekomme Angst ...
synphonym 01.06.2011
Unter diesem Deckmantel kann man wohl mit verschärfter Online-Überwachung rechnen. Es gibt wohl zu viel regimekritische Inhalte oder gar "Verschwörungstheorien" im Netz.
4. Ich bin verwirrt, verzweifelt, Internet ja oder nein?
TheBear 01.06.2011
Zitat von sysopDas Internet wird zum Schlachtfeld, kündigen die USA an. Militärs und Geheimdienste wollen die Sicherung des Cyberspace übernehmen. Das Gerangel um Kompetenzen und Budgets ist in vollem Gange. Experten sind sich einig: Die virtuelle Aufrüstung ist nicht zu stoppen. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,765326,00.html
Wieder verwirren mich die Amis auf's höchste. Seid dem Angriff auf Obama, ah, Verzeihung, ich meine natürlich O*s*ama, der ja getötet wurde, weil er *keinen* Internet-Anschluss hatte, rüsten sie nun zum Angriff auf intelligente (und damit gefährliche) Internet-Benutzer. Was soll ich bloss machen? Habe ich keinen Internet Anschluss, kommen die SEALs und erschiessen mich, habe ich Internet-Anschluss, und mache einen intelligenten Eindruck, riskiere ich eine Vergeltung durch Kampfjets, Panzer und Bodentruppen. Was mache ich bloss? Vielleicht, das, was die meisten im Internet machen: Sich als völligen Deppen darstellen, dann lassen die einen in Ruhe.
5. Kriegsgrund?
fettwebel 02.06.2011
Kriegsgründe beliebig. Man behauptet einfach.Muß nichts mehr erfinden.Zeitpunkt beliebig.Das ist praktisch. Und wie verhindert ihr internationalen Verteidigungshelden des Terminators Sky Net der Zukunft? (googelt mal von Susann Blackmore "Die Macht der Meme",und ihren Beitrag bei "Ted". Eine nette Interpretation menschlicher Evolution.) Evolutionstrottel wie eh und je. Arterhaltung,menschlicher "Geist",- alles Fehlanzeige.
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Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potentiell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.


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