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YouTube-Star Dagi Bee über ihre Fans: "Ich bin für sie die Elternperson, das ist schon krass"

Von und

YouTube-Star: Das ist Dagi Bee Fotos
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Zwei Millionen Teenies haben den Videokanal von Dagi Bee auf YouTube abonniert. Im Interview spricht die 20-Jährige über die Elternrolle, die sie für ihre Fans spielt, und wie sie die öffentliche Beziehung mit ihrem Freund lebt.

Dagi Bee ist eine neue Art von Star. Sie ist nicht durch Musik oder Kinofilme berühmt geworden, sondern durch ihre YouTube-Clips, in denen sie vor allem sich selbst filmt. Millionen von Deutschlands Teenagern schauen sich die Videos Woche für Woche an.

Die 20-Jährige gibt Schminktipps, präsentiert ihre Einkäufe und lässt die Kamera beim Reisen laufen. Es ist ein sorgsam gemanagtes Geschäft - über ihre Einnahmen aus der Werbung vor den Videos und Sponsoring darf sie wie alle YouTuber nicht reden.

Für ihre Fans, die sie "Bienchen" nennt, inszeniert sie sich als Freundin von nebenan. Dagi Bee behauptet immer wieder, ein ganz normales Leben zu führen - doch ihre Autogrammstunden wurden schon mehrfach abgebrochen, weil Massenpaniken drohten.

Im Interview spricht sie über diesen Widerspruch und darüber, wie sie als 20-Jährige eine öffentliche Beziehung führt, an der Hunderttausende Fans Anteil nehmen - eine Trennung von ihrem Freund, sagt sie, wäre "so wie bei Take That, als Robbie Williams gegangen ist".

Mit bürgerlichem Namen heißt Dagi Bee Dagmara, der Öffentlichkeit ist nicht einmal ein Nachname bekannt. Als wir sie vor dem Interview danach fragen, sagt sie: "Einfach duzen!" - in Ordnung.

Zur Person
Dagi Bee, 20, ist eine der erfolgreichsten deutschen YouTuberinnen. Bekannt wurde sie mit Schminkclips und "Haul"-Videos, in denen sie Einkäufe präsentiert - ihre Zielgruppe ist zwischen 12 und 17 Jahren alt. Sie spielt im aktuellen YouTuber-Kinofilm "Kartoffelsalat" mit.
Hier das gesamte Interview:

SPIEGEL ONLINE: Du hast mehr als zwei Millionen Abonnenten auf YouTube, auf Twitter eine Million Follower. Wie fühlt es sich an, ein Star zu sein?

Dagi Bee: Ich sehe mich überhaupt nicht als Star. Ich bin eine ganz normale Person, die sich eine Kamera gekauft hat und aktiv im Netz ist.

SPIEGEL ONLINE: Ganz normal? Wenn Du einfach nur "Gute Nacht" twitterst, favorisieren das sofort 5000 Leute.

Dagi Bee: Ok, das ist schon krass. Es ist ja nur ein alltäglicher Spruch. Aber vielleicht wollen mir die Leute damit auch einfach gute Nacht sagen, so genau weiß ich es gar nicht.

SPIEGEL ONLINE: Du gehst dann ins Bett und das Handy surrt 5000 Mal?

Dagi Bee: Um Gottes willen, nein. Benachrichtigungen habe ich schon lange ausgestellt. Neulich habe ich die Funktion bei Instagram extra einmal wieder angeschaltet, um zu sehen, was passiert. Dring, dring, dring, mein Handy ist dann abgestürzt.

SPIEGEL ONLINE: Du betonst sehr oft, dass du "ein ganz normaler Mensch" und "authentisch" bist. Muss man das als YouTuber machen?

Dagi Bee: YouTube ist ehrlich, ganz anders als Fernsehen, wo sich jemand verspricht, und dann dreht man alles neu, damit alles perfekt ist. Wir aber lassen in unseren Videos Fehler drin, einfach weil das menschlich ist. Wenn man sich verspricht, ist das lustig. Das heißt für mich authentisch.

SPIEGEL ONLINE: Ein ganz normaler Mensch könnte anders als du ungestört durch die Düsseldorfer Fußgängerzone gehen.

Dagi Bee: Ich muss halt schauen, wann ich gehe. Morgens um neun oder zehn Uhr sind nur Erwachsene unterwegs, die mich ja sowieso nicht kennen. Nachmittags um drei oder vier wird schon schwieriger - dann sind die Teenies unterwegs.

Dagi-Bee-Video zur "3-Minuten-Schmink-Challenge" Zur Großansicht
YouTube

Dagi-Bee-Video zur "3-Minuten-Schmink-Challenge"

SPIEGEL ONLINE: Deine Fans nennen sich Bienchen. Du hast kürzlich ein Video gepostet, in dem sie dir zur Marke von 2 Millionen Abonnenten gratulieren. Alle von ihnen sagen, dass sie stolz sind - auf dich, aber auch auf sich selbst. Warum?

Dagi Bee: Das können sie mit gutem Gewissen sagen. Meine Community hat mich aufgebaut, nur dank ihnen bin ich so weit gekommen. Ich bin die Person hinter Dagi Bee, aber ich sage auch immer: "Dagi Bee, das sind ich und ihr zusammen." Ohne die Community wäre ich nicht, wer ich bin.

SPIEGEL ONLINE: Wie nah kommen dir die Fans denn wirklich?

Dagi Bee: Einmal kam ein Fan zu mir und hat mich auf den Mund geküsst. Das hat mich schockiert. Wie kommen Leute darauf, einen fremden Menschen zu küssen? Die denken sich, wir sind Freunde, aber letztlich kennt man sich ja nicht. Manche meiner Fans sind so jung, dass die das nicht verstehen.

SPIEGEL ONLINE: Du inszenierst dich als Freundin deiner Fans.

Dagi Bee: Aber trotzdem gelten Grenzen. Wenn man vor der Haustür lungert oder in den Tourbus einbricht, das ist ja auch passiert, das ist schon krass. Das geht nicht. Ich habe dann ein Video zu übertriebener Fanliebe gemacht.

SPIEGEL ONLINE: Du erziehst deine Fans auch?

Dagi Bee: Manchmal schreiben mir auch Eltern: Meine Tochter hat schlechte Noten, schaut aber dauernd deine Videos. Dann thematisiere ich das nach dem Motto: "Hey, es ist superlieb, dass du meine Videos guckt, aber Schule ist auch wichtig."

Dagi Bee, Bienchen (bei der "Kartoffelsalat"-Premiere am 19. Juli): "Meine Fans verlassen sich sehr auf mich" Zur Großansicht
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Dagi Bee, Bienchen (bei der "Kartoffelsalat"-Premiere am 19. Juli): "Meine Fans verlassen sich sehr auf mich"

SPIEGEL ONLINE: Wie lebt es sich mit dieser Verantwortung?

Dagi Bee: Mir ist das bewusst, dass ich diese große Verantwortung habe. Wenn ich Hass sehe, sage ich oft: "Hey, beleidigt euch nicht, chillt einfach." Meine Fans verlassen sich sehr auf mich und ich habe ein bisschen Angst, dass sie ihre Eltern gar nicht so wahrnehmen. Ich bin für sie die Elternperson, das ist schon krass.

SPIEGEL ONLINE: Dabei bist du erst 20. Da will man auch nicht immer vernünftig sein. Würdest du etwa von einem Wodkaabsturz berichten?

Dagi Bee: Wenn ich etwas getrunken habe, sage ich das auch. Aber ich will auf keinen Fall jemanden dazu animieren. Ich möchte wirklich ein gutes Vorbild sein.

SPIEGEL ONLINE: Teenie-Stars müssen sich oft verstellen. Britney Spears inszenierte sich als Jungfrau, Mitglieder von Boybands verheimlichen, dass sie eine Freundin haben. Was dürftest du deinen Fans nicht zumuten?

Dagi Bee mit Liont (beim Webvideopreis 2015): "Sie befassen sich zu viel mit uns" Zur Großansicht
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Dagi Bee mit Liont (beim Webvideopreis 2015): "Sie befassen sich zu viel mit uns"

Dagi Bee: Wenn mich etwas bedrückt, sage ich das schon, wenn es nicht in meine Privatsphäre eindringt. Ich würde jetzt nicht über meine Beziehungsprobleme reden. Die Fans wissen, dass ich einen Freund habe…

SPIEGEL ONLINE: … den YouTuber Liont, der auch in vielen deiner Videos auftaucht und über den du zu YouTube gekommen bist.

Dagi Bee: Ja, und die Fans sehen uns als Traumpaar, beschäftigen sich sehr mit unserer Beziehung. Viele denken, dass sie Teil unserer Beziehung sind, machen sich Sorgen.

SPIEGEL ONLINE: Es gibt ja immer wieder Gerüchte, auch in der Bravo, dass ihr euch getrennt habt. Du hast neulich zwei Tweets geschrieben, die für viel Aufmerksamkeit gesorgt haben. Es waren Anspielungen auf deine Beziehung.

Dagi Bee: Unsere Beziehung ist auch öffentlich, wir sind zusammen auf YouTube groß geworden und, klar, hat man manchmal Probleme. Ich muss das dann auch rauslassen, und sei es mit einem Tweet. Aber genau die Redaktion darauf - "Was ist mit Timo?" - die meine ich: Sie befassen sich zu viel mit uns, deshalb habe ich geschrieben, man soll sich nicht auf uns fixieren.

SPIEGEL ONLINE: Wenn den Fans die Beziehung so wichtig ist, wie könntest du ihnen überhaupt eine mögliche Trennung beibringen?

Dagi Bee: Das würde ich schon erzählen. Aber es wäre schwer, das wäre in etwa so wie bei Take That, als Robbie Williams gegangen ist. Sie kennen uns zusammen, wir sind für die ein Traumpaar. Aber sie wissen auch, dass wir auch Probleme haben. Wir führen eine normale Beziehung.

SPIEGEL-ONLINE-Redakteure Böhm, Reinbold beim Interview mit Dagi Bee in Köln Zur Großansicht
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SPIEGEL-ONLINE-Redakteure Böhm, Reinbold beim Interview mit Dagi Bee in Köln

SPIEGEL ONLINE: Aber das ist doch ein Riesendruck. Wenn man nicht nur an seine Beziehung denken muss, sondern auch noch daran, wie zwei Millionen Leute auf ein Ende reagieren.

Dagi Bee: In so einer Beziehung ist es natürlich erst einmal wichtig, dass beide Partner erst einmal klarkommen mit der Situation und die Öffentlichkeit außen vor lassen. Ich stecke ja nicht in der Situation. Ich glaube aber, dass es sehr schwer ist, das der Community zu verklickern. Erst einmal muss man selbst reinen Kopf machen, bis man es sagt und sich wirklich sicher ist. Sonst ist man vielleicht zwei Wochen getrennt, weil man sich gestritten hat, und dann ist man doch wieder zusammen.

SPIEGEL ONLINE: Was im echten Leben ja durchaus häufiger passiert. Nur dass da keine Millionen Fans dranhängen.

Dagi Bee: Genau.

SPIEGEL ONLINE: Jetzt machst du erst einmal Kinofilme. Geht es weg von YouTube hin zur Schauspielerei?

Dagi Bee: Ich will schon gern bei YouTube bleiben. Als ich die Filme gedreht habe, habe ich weiter Videos hochgeladen: Ich will schon Rhythmus beibehalten, für den YouTube-Algorithmus und für meine Fans. Die haben ja auch Erwartungen. Die Community guckt ja auch kaum Fernsehen und deshalb bin ich deren Fernsehen - die wollen auch was Neues sehen.

Im Video: YouTube-Stars im Kinofilm "Kartoffelsalat"

Central Film

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insgesamt 138 Beiträge
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1.
infonetz 13.08.2015
Find ich gut! Solche "Stars" sind dank Internet (youtube usw.) viel näher an ihren Fans. Oder müssen es auch sein und wer da nicht mitmacht kann (denke ich) ganz schnell out sein bei den Jugendlichen.
2.
GrinderFX 13.08.2015
Ist doch toll. Jetzt muss man nur noch den Fans/Followern nur noch das Wahlrecht entziehen und schon geht es wieder stark bergauf mit unserem Land.
3. Verdienst!
flavour87 13.08.2015
Ich weiß ungefähr was youtube Stars wie Dagie Bee im Monat verdienen. Also Dagie Bee müsste ein Monatseinkommen mindestens 50.000 EUR haben. Die Werbeeinahmen machen bei youtube nur einen kleinen Teil aus, über Produktpromotion oder "sogannte Links" die zu Verkaufsseite der Produkte führen lassen die Kassen ordentlich klingeln.
4. Talentfrei?
cor 13.08.2015
Ich verstehe nicht, wie man eine Person, die im Prinzip nichts macht oder kann - ausser eben berühmt sein und vielleicht zwischendurch ein Selfie - so anhimmeln kann. Erinnert mich stark an die Kardashians. Die machen nämlich auch nix - ausser Selfies. Versteh ich nicht und ich vermute stark, dass es da auch überhaupt nix zu verstehen gibt. Ganz offensichtlich aber haben die Menschen immer weniger Anspruch oder eben gar keinen mehr.
5.
strauch 13.08.2015
Mein Gott, was für ein Weichspül-Interview. Ich kann dazu mal das Video von Jan Böhmermann zu Tom Beck und den YouTube Stars empfehlen: https://www.youtube.com/watch?v=WinDf_5G9Ps lustig und Informativer als dieses Interview.
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