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Darth Vaders kleiner Bruder: Die dunkle Seite des Supermarkts

Parodien auf berühmte Filme gehören zu den populärsten Inhalten, die über Portale wie YouTube und MySpace verbreitet werden. Chad Vader, eine der erfolgreichsten, schafft nun den Durchbruch: Der dunkle, asthmatische Herrscher der Supermarkt-Nachtschicht erobert Internet, Fernsehen und DVD.

Es ist gut ein Jahr her, dass Aaron Yonda und Matt Sloan ihre erste "Star Wars"-Parodie einem Testpublikum vorführten. Da röchelt ein dürrer Darth-Vader-Verschnitt namens Chad durch die Gänge des "Empire"-Supermarkts, stilecht ausgerüstet mit Lichtschwert und quasi-magischen mentalen Kräften. Das aber nützt dem jüngeren Bruder des Jedi-Vernichters Vader wenig: Im Grunde ist der Kerl ein armer Hund. Das Lichtschwert wird zum Zigarettenanzünder, die Kraft der Telekinese hilft beim Warenbewegen, wenn Chad Vader als unglücklich verliebter Chef der Supermarkt-Nachtschicht um Bedeutung ringt.

Nur sehr wenige hätten über die erste Version der Star-Wars-Veräppelung lachen können, erzählen die Macher heute. Die beiden besserten nach - und starteten durch: Ein Jahr später gehören ihre Chad-Vader-Kurzfilme, von denen es bisher neun gibt, zu den populärsten Inhalten bei YouTube und MySpace. Doch damit nicht genug: Längst haben Sloan und Yonda ihre Jobs an den Nagel gehängt und sich mit "Blame Society Productions" selbständig gemacht. Die Blödel-Parodie schickt sich an, zum Haupterwerb der beiden zu werden.

Die Folgen 10 und 11 sind in Planung, danach eine zweite Serie, und diesmal wird auch Geld fließen: Längst kann man den gequirlten Unsinn auf DVD kaufen und jetzt zeichnet sich ab, dass auch TV- und Filmfirmen interessiert sind. Eine Episode strahlte ABC im Rahmen von "Good Morning America" aus, und mehr Fernsehruhm ist bereits abzusehen: In einem vom Jugendsender VH1 für April geplanten Feature über "Helden des Internets" spielt Vader eine Hauptrolle.

Dass es Chad Vader noch nicht zu einer direkten kommerziellen Verwertung auf der Mattscheibe gebracht hat, ist der Zurückhaltung der Sender geschuldet, wenn es um "Star Wars" geht. Während reine Parodien sowie kostenlos und unkommerziell über das Web vertriebene Anlehnungen an "Star Wars" von LucasFilm, den Inhabern der Rechte am "Star Wars"-Universum, toleriert werden, reagiert die Firma notorisch aggressiv auf alle Versuche, unlizenziert am eigenen Erfolg zu verdienen. Deshalb geht es bei den aktuellen Verhandlungen, die Yonda und Sloan unter anderem mit NBC und dem Cartoon Network führen, auch um neue Ideen.

Erstes Geld verdiente Sloan dank Chad Vader übrigens ausgerechnet in Diensten von LucasArts, der Spiele-Produktionsfirma von George Lucas. Dort fand man seine Vader-Verkörperung so überzeugend, dass man ihn in einem neuen "Star Wars"-Videospiel den Vader sprechen ließ. Den älteren, versteht sich, nicht Chad.

pat/AP

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Chad Vader: Möge die Milch mit Dir sein!

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