Technische Panne Darum war SPIEGEL ONLINE plötzlich offline

SPIEGEL ONLINE war am Samstag für mehrere Stunden nicht zu erreichen. Grund war eine technische Panne in einem externen Rechenzentrum. Die Details zu dem Vorfall.

Fehlermeldung von Firefox: Störfall im Rechenzentrum
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Fehlermeldung von Firefox: Störfall im Rechenzentrum


Nutzern von SPIEGEL ONLINE bot sich am Samstag ein ungewohntes Bild: Wer zwischen 9.15 Uhr und 14.20 Uhr versuchte, die Homepage aufzurufen, bekam nur eine Fehlermeldung angezeigt. Dasselbe Bild bot sich auf anderen Nachrichtenseiten wie manager-magazin.de, dem Jugendportal bento.de, dem Videostreaming-Portal Maxdome, der Website fussball.de und weiteren Online-Diensten.

Grund war eine gravierende technische Störung in einem Rechenzentrum in Nordrhein-Westfalen. Dort waren durch eine Spannungsschwankung im Stromnetz technische Geräte so stark beschädigt worden, dass sie ausgetauscht werden mussten.

Bei den betroffenen Geräten handelte es sich um sogenannte Lichtwellenmultiplexer für die Internetanbindung. Diese sind nötig, um Texte, Fotos, Videos, interaktive Karten und alle anderen journalistischen Formate von den SPIEGEL-ONLINE-Servern an Millionen von Nutzern gleichzeitig zu transportieren.

Die SPIEGEL-ONLINE-Server selbst waren von der Störung nicht betroffen; sie stehen in einem anderen Rechenzentrum. Nur konnten die Inhalte von ihnen nicht mehr weitergeleitet werden. So lange die Störung andauerte, informierte die Redaktion die Leser über die SPIEGEL-ONLINE-Seiten auf Facebook und Twitter über das Weltgeschehen.

Selbst Telefonanschlüsse waren gestört

Der Grund für die Spannungsschwankung ist noch nicht abschließend geklärt. Derzeit wird vermutet, dass es Probleme beim Test eines Notstromaggregats gegeben haben könnte. In dem betroffenen Rechenzentrum stehen Dieselgeneratoren, die bei einem Stromausfall automatisch anspringen. Diese werden von Zeit zu Zeit auf ihre Funktionsfähigkeit getestet. Bei einem solchen Test könnte etwas schiefgegangen sein. Die genauen Details müssen aber erst noch geklärt werden.

Durch die Spannungsschwankung fielen obendrein viele O2-Handys und -Telefonanschlüsse in ganz Deutschland aus. Im Rechenzentrum, in dem die SPIEGEL-ONLINE-Server stehen, haben viele Mitarbeiter O2-Handys. Sie konnten dadurch zweitweise kaum mit der Außenwelt kommunizieren.

Gegen 14.20 Uhr wurde die Verbindung zum Server wieder hergestellt. SPIEGEL ONLINE konnte nun wieder aufgerufen werden. Es dauerte noch einige Stunden, bis alle Inhalte aktualisiert waren. Inzwischen läuft die Website wieder wie gewohnt.

ssu

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 62 Beiträge
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Seite 1
dasdondel 23.11.2015
1. Spannungsschwankung ?
innerhalb der EU dürfen am elektrischen Netz nur Geräte angeschlossen werden, die bei üblichen Schwankungen nicht zerstört werden. Der Einsatz/Test eines Dieselgenerators kann keine Entschuldigung sein, denn ebenso gilt, das Geräte (hier der Dieselgenerator) keine Störungen ins Netz einspeisen dürfen, die andere Geräte gefährden. Folglich waren entweder die Multiplexer oder die USV demnach nicht EU-Normkonform -> Abschalten ausbauen.
gympanse 23.11.2015
2.
So ist das mit IT, sie fällt immer nur auf, wenn etwas nicht geht. Ansonsten ist sie nur ein "Kostenfaktor" :D
Karbonator 23.11.2015
3.
Zitat von dasdondelinnerhalb der EU dürfen am elektrischen Netz nur Geräte angeschlossen werden, die bei üblichen Schwankungen nicht zerstört werden. Der Einsatz/Test eines Dieselgenerators kann keine Entschuldigung sein, denn ebenso gilt, das Geräte (hier der Dieselgenerator) keine Störungen ins Netz einspeisen dürfen, die andere Geräte gefährden. Folglich waren entweder die Multiplexer oder die USV demnach nicht EU-Normkonform -> Abschalten ausbauen.
Vielleicht war es ja keine übliche Schwankung, sondern eine unüblich starke? Ferndiagnosen sollten in der EU ebenfalls verboten werden. Zum Artikel: Da habe ich einen kleinen Tipp: Festnetztelefone. :)
hanfiey 23.11.2015
4. nicht schlüssig
Bei Überspannung sollten die Sicherungen fliegen, nicht die Hardware, irgentwer möchte mich verkaspern oder es war doch ein Hackerangriff der erst die Sicherung ausgetrickst hat und dann die Überspannung erzeugt hat. So inkompetent kann doch kein Rechenzentrum geführt werden das so viele Zufälle auf einmal stattfinden, da gruselt es mir.
Banause_1971 23.11.2015
5.
Zitat von gympanseSo ist das mit IT, sie fällt immer nur auf, wenn etwas nicht geht. Ansonsten ist sie nur ein "Kostenfaktor" :D
Genau so denkt mein Chef. Läuft alles: "Was machsen sie den ganzen Tag? Läuft doch alles." Läuft etwas nicht: "Was machen sie den ganzen Tag? Läuft nichts!" Man stelle sich vor, alle ITler würden auch mal streiken. Ob wir das gleiche Verständnis ernten würden, wie Kita-Kräfte, Fluglotsen, Lok-Führer... ?
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