Alle - oder zumindest ziemlich viele - wollen Lady Gaga. Mit 7,7 Millionen Followern war der Popstar ( @ladygaga) 2010 die beliebteste Persönlichkeit beim Kurznachrichtendienst Twitter. Und das will was heißen, denn Twitter selbst zählte bis September 2010 immerhin 175 Millionen Mitglieder, 100 Millionen davon Neuzugänge, die über das Jahr verteilt 25 Milliarden Tweets, so nennt man die Kurzmitteilungen bei Twitter, verschickten.
Große Zahlen sind das, die das britische Beratungsunternehmen pingdom zusammengesucht hat. Eigentlich arbeitet die Firma als Dienstleister für Unternehmen wie Microsoft, Amazon - oder auch Twitter. Ihr Spezialgebiet: Untersuchungen wie zuverlässig eine Website arbeitet, wie gut sie erreichbar ist - und wann sie ausfällt. Gegen eine Monatsgebühr überwacht pingdom Webseiten und informiert deren Betreiber, sobald es Performance-Probleme gibt.
Und weil solche Probleme oft mit dem immer noch rasanten Wachstum des Webs zusammenhängen, interessiert sich pingdom sehr dafür, wie sich die Netzbevölkerung entwickelt, welche Trends abzusehen sind und welche Dienste besonders nachgefragt werden. Wohl deshalb hat die Firma die wichtigsten Internet-Statistiken für 2010 zusammengetragen, die Ergebnisse der Datensammelei im Firmenblog veröffentlicht und damit einen statistischen Jahresüberblick geliefert, den es in dieser Gesamtheit bisher noch nirgends zu sehen gab. Die Erkenntnisse über die enorme Twitter-Popularität von Lady Gaga sind da nur ein Detail.
Zwölf Nullen - und noch viel mehr
Denn die richtig großen Zahlen im pingdom-Jahresüberblick findet man da, wo es um E-Mail geht. Sagenhafte 107 Billionen E-Mails wurden demnach Schätzungen zufolge 2010 weltweit verschickt. pingdom spricht sogar von Trillionen, doch diese Zahlenangabe täuscht, denn englische Trillionen (10 hoch 12) sind nicht dasselbe wie deutsche Trillionen (10 hoch 18), sondern entsprechen hierzulande Billionen. Aber auch darauf reduziert ergibt sich immer noch eine imposante Zahl mit zwölf Nullen: 107.000.000.000.000.
Die Menschheit ist durch die Möglichkeit der asynchronen elektronischen Mitteilungsübertragung also ungeheuer kommunikativ geworden, könnte man meinen. Doch dieser Irrglaube wird einem genommen, wenn man über die Angabe stolpert, dass 89,1 Prozent aller E-Mails 2010 Spam waren. Gefühlt stimmt das auf jeden Fall. Schuld an der vielen Nervpost sind den Virenforschern von MessageLabs (PDF) zufolge einmal mehr die vielen unvorsichtigen Netznutzer, die ihre Rechner nicht ausreichend gegen Schadsoftware schützen und unbedacht jede Webseite besuchen, jeden Link anklicken.
Trend zur Lokalisierung
Ihre Rechner sind - oft ohne dass die Eigentümer das bemerken - Teil eines Botnets, eines ferngelenkten Riesennetzwerks gekaperter Rechner also, die zum massenweisen Versand von Spam-Mails zweckentfremdet werden. Fast 90 Prozent aller Spam-Post wurde 2010 von solchen Botnets aus versendet. Ein interessantes Detail: Auch bei Spam gibt es einen Trend zur Lokalisierung. War Spam 2009 noch zu 96 Prozent in Englisch verfasst, konnten sich E-Mail-Nutzer 2010 schon über immerhin zehn Prozent Belästigungspost in ihrer Landessprache freuen - oder wohl eher ärgern.
Die übrigen Zahlen, die pingdom zusammengetragen hat, geben weniger Anlass, sich zu ärgern oder über bessere Spam-Filter nachzudenken, sind aber nichtsdestoweniger immer interessant, manchmal auch erstaunlich. Hier zehn - subjektiv ausgewählt - besonders spannende:
mak
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