Daten-Leak Ich-Lösung für alle digitalen Lebenslagen

Viele Ratschläge nach dem Daten-Leak folgen einem altbekannten Muster, schrieb Sascha Lobo. Nämlich: Macht es wie ich, selbst schuld, wenn ihr das nicht könnt. Im Podcast greift er die Kommentare seiner Leser auf.

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Sascha Lobo: der Debatten-Podcast #74 - Daten-Leak: Die Lösung bin ich!

Wann immer im Digitalen ein neues Problem auftauche, empfehlen sich die Experten selbst als Lösung, schrieb Sascha Lobo in seiner jüngsten Kolumne. Im Fall des Daten-Leaks von Hunderten Politikern und Prominenten sei das nicht anders gewesen.

Besonders schlimm seien solche Selbstempfehlungsorgien, wenn sie ins victim blaming übergingen, wenn also die Opfer für die Tat mitverantwortlich gemacht werden, weil sie doch so sorglos gewesen seien. Lobo erkennt darin die Unfähigkeit der Digitalexperten und derer, die sich dafür halten, sich in die Lebensumstände anderer hineinzuversetzen. Für ihn ist das ein Zeichen "großer Hilflosigkeit den neuen Realitäten der Vernetzung gegenüber". In seinem Podcast antwortet Lobo nun auf die Kommentare seiner Leserinnen und Leser.

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insgesamt 9 Beiträge
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wilam 13.01.2019
1. Bleib mir weg mit Datenschutz
wenn ich ihn möchte, heißt es, nee, das fällt unter Ausnahme - du has kein Datenschutz, du has Schutendatz. Der Datenachutz funktioniert nuir in drei Föllen: 1. wenn ein Beamter nicht arbeiten will. Dann ist alles Datenschutz. 2. wenn ein Steuerberater Schwarzgeld versteckt. 3. wenn ein Anwalt Waffengeschäfte einfädelt.
larsmach 13.01.2019
2. Die Welt Pubertierender
(Spät-)Pubertierende neigen zu größenwahnsinnigen Äußerungen - das ist normal! - und leiden unter einer gewissen Verklemmtheit. So erkläre ich mir manchen Beitrag (unter Pseudonym) und mit einer Prise anachronistischen Spießertums zwischen den Zeilen. Lebenserfahrungen mit Sexualität, Partnerschaften, Fetish-Partys usw. sind nicht gemacht - entsprechend unsouverän der Umgang mit solchen Dingen aus der Erwachsenenwelt. Herumlungern vor dem Haus eines TV Showmasters (so heimlich und im Dunkeln wie man im Internet Worte, oft Konjunktive, in "Diskussionen" einflüstert) und Ausspähen von Kindern prominenter Persönlichkeiten wird heruntergespielt, wenn die Fähigkeit zu (Selbst-)Reflexion noch nicht richtig ausgeprägt ist. Es gibt vollkommen zutreffende Seufzer über "die Jugend", die jemand an die Wand einer Kneipe gekritzelt hat: Vor knapp 2000 Jahren im später verschütteten Pompeji. Der Psychoanalytiker Paul Watzlawick riet seinem (erwachsenen) Publikum deshalb einmal, gewisse Dinge einfach - souverän! - hinzunehmen, die sich allem Anschein nach nie ändern...
Actionscript 13.01.2019
3. Der digitale Führerschein
Motor an, Passwort eingeben. Und los geht's mal wieder. Gut nur, dass ich mein Auto bei Apple gekauft hab. Die sind zwar etwas teuerer, aber haben wenigstens keine falsche Software eingebaut. Sitze jetzt im neuen Safari und fahre los. Fahren? Alle surfen doch durchs Internet. Nee, ist mir zu gefährlich, kann man zu leicht auf die Schnauze fallen. Heute fahre ich zuerst nach SPON, zu sehen, was der Sascha wohl wieder geschrieben hat. SPON hat leider ein Problem. Da ist oben vor der URL ein "Achtung" Verkehrszeichen und da steht "Not Secure". Tsss, ts, die haben ja nicht mal HTTPS. Haben wohl nicht genug Kohle für das Certificate oder vergessen, zu erneuern. Halte kurz an und schalte den VPN ein. Man will ja nicht so leicht gesehen und ausspioniert werden. Muss mich jetzt einloggen, um weiter zu fahren. Die Ampel ist leider lange rot, muss erst mein Passwort finden, ist zu kompliziert. Ja ja, dadada wie der Zuckerberg sich eingeloggt hat. Das geht natürlich ruck zuck, ist aber nichts für mich. Ah, endlich. Was? Wo ist die Textmessage mit dem Code für die 2 Faktor Identifizierung? Ach ja, gibt's ja bei SPON nicht. Hoffe nur, dass mir eines Tages keiner meinen Stellplatz bei SPON klaut. Ach ja, der Artikel über das Datenleak und das die Industrie selber mehr Verantwortung übernehmen soll. Ja, wird schon kommen. Ach wie gut, dass niemand weiss, dass ich Actionscript heiss. Oh, bin im falschen Märchen gelandet. Na dann wollen wir hoffen, dass das digitale Jahr 2019 sicherer wird. Wie wäre es denn mit einem digitalen Führerschein, erstmal auf freiwilliger Basis?
hoppla_h 13.01.2019
4. Do it like Habeck: Tschüß Facebook, Twitter, Instagramm & Co
Der Hype über Social Media ebbt ab: "Time to say Goodbye!" … Robert Habeck hatte DIE Idee: Raus aus dem Kinderzimmer, raus aus der Zockerbude, raus aus dem Darknet: *"Der Junge muss an die frische Luft!"*
lazyfox 13.01.2019
5. Klar, die Sozialen Medien müssen für Sicherheit verantwortlich sein
Metaphern sind ein Vergleich, um eine gedankliche Brücke zu bauen. Im Prinzip ein Gleichnis, ein Beispiel, was sehr viel besser funktioniert als Abstraktion. Abstraktion in einem unbekannten Fachgebiet fällt den meisten Menschen deutlich schwerer. Natürlich muss man dann konkret erklären, wofür die Metapher steht, was konkret der Hintergrund ist. Dazu sollte man auf Fachbegriffe verzichten. Das wiederstrebt aber offensichtlich vielen Fachleuten, die lieber zeigen möchten was sie wissen, statt zu erklären. Nichtfachleute benutzen Fachbegriffe anders, um ihr Nichtwissen zu verschleiern. Deshalb verzichtet auf Fachbegriffe und Abkürzungen, wo immer es geht. Leider fällt das gerade IT-Leute offensichtlich sehr schwer. Im Übrigen finde ich ihre Aussagen zu Victim blaming sehr zutreffend. Und natürlich ist die Forderung, dass auch Nichtfachleute das Netz sicher benutzen können mehr als gerechtfertigt. Bessere Anwendungen benötigen sichere Standards. Technische Standards. Offene technische Standards! Solange Fake News ungestrafft von Fake Accounts veröffentlicht werden können, wird das Internet auch Hauptmedium für politische Verführer und persönliche Beleidigung bleiben - neben allen weiteren Unsicherheiten. Ich finde auch im Internet sollte man zu seinen Aussagen stehen müssen und sich nicht hinter einem Fake Account verstecken können. Dann heißt auch lazyfox sicher anders. Die Weitergabe von Daten durch Firmen oder die unzureichende Absicherung derselben muss streng sanktioniert werden.
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