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Datenlecks Geheimnis-Träger außer Kontrolle

WikiLeaks-Ausschnitt der Afghanistan-Daten: Für die US-Regierung politisch hochpeinlichZur Großansicht
dpa

WikiLeaks-Ausschnitt der Afghanistan-Daten: Für die US-Regierung politisch hochpeinlich

5. Teil: Ein altbekanntes Risiko - Schadsoftware

Gerade mobile kleine USB-Sticks sind für IT-Securityleute jeder Behörde, jedes Großunternehmens ein fortwährender Albtraum. Nicht genug, dass sie als Container genutzt werden können, um selbst große Daten unauffällig aus einem eigentlich auf Geheimhaltung geeichten Umfeld zu schmuggeln. Sie gelten auch als Einfallstor für Viren und Spyware.

Genau aus diesem Grund ist der Gebrauch von USB-Sticks sowie diverser anderer übertragungs- oder speicherfähigen Schnittstellen bei Geheimdiensten wie der amerikanischen NSA strikt verboten. Mehr noch, er ist unmöglich: Aller Datenverkehr läuft über das interne Netzwerk, in dem ein striktes Monitoring und Rechtemanagement dafür sorgt, dass Mitarbeiter nur das zu sehen bekommen, was sie sehen dürfen - und die Systemüberwacher sehen und archivieren, was sich so ein Mitarbeiter alles angesehen hat. Bei der NSA wäre der WikiLeaks-Whistleblower also wohl schnell gefunden.

Militärische IT: Ein Flickenteppich

Nicht so bei der US-Truppe. Wie viele militärische Infrastrukturen gilt auch die des US-Militärs als hochgradig inkongruent, nicht genügend vernetzt und kompatibel. Konkurrierende Waffengattungen verwenden teils unterschiedliche Systeme.

Wegen einiger akuter PC-Virenverseuchungen verbat das Pentagon im November 2008 den Gebrauch von USB-Sticks und anderen externen Datenträgern. Etwas mehr als ein Jahr darauf wurde das Verbot im Februar 2010 wieder aufgehoben. Es hatte sich herausgestellt, dass insbesondere in Feld-Situationen der Transport von Daten ohne den Einsatz von Sticks und anderen Festspeichern nicht zu bewerkstelligen war. Es ist also davon auszugehen, dass in Afghanistan und im Irak völlig regulär Datenbestände per mobilem Speichermedium von A nach B getragen werden.

Allerdings sollen mittlerweile nur noch Sticks zum Einsatz kommen, die für die Nutzung auf Militärmaschinerie freigeschaltet sind. Technisch ist das kein Problem: Auf dem Markt konkurrieren seit Jahren mehrere Software-Anbieter, die entsprechende Lösungen anbieten - das reicht vom Software-Dongle, der einen Stick als "genehmigt" ausweist, bis zur Port-Beobachtung im Netzwerk, die registriert, wenn jemand versucht, einen nicht genehmigten Stick einzusetzen.

Wenn die WikiLeaks-Daten mit Hilfe eines mobilen Speichermediums herausgeschmuggelt worden sein sollten, wird es auch darauf ankommen, ob dies mit einem registrierten Stick geschah oder nicht, um den Whistleblower zu überführen. Einfach aber wird das selbst dann nicht unbedingt: Um die Daten einwandfrei zuordnen zu können, bräuchten die IT-Forensiker wahrscheinlich einen direkten Zugriff auf das an WikiLeaks übermittelte Originalmaterial - und das dürfte kaum zu bekommen sein.

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insgesamt 34 Beiträge
dietermooskanne 27.07.2010
Ich denke die veröffentlichten Daten sind ein Teil des von Sgt. Manning an WikiLeaks gesendeten Materials. Er hat ja nicht nur das Video veröffentlicht. Da ist doch immer wieder die Rede von 250.000 "cables", die [...]
Ich denke die veröffentlichten Daten sind ein Teil des von Sgt. Manning an WikiLeaks gesendeten Materials. Er hat ja nicht nur das Video veröffentlicht. Da ist doch immer wieder die Rede von 250.000 "cables", die geleaket wurden.
...ergo sum 27.07.2010
Völlig gleichgültig wer das aus welchen Motiven heraus getan hat, wobei angeblich die skandalösesten Sachen nicht einmal veröffentlicht worden sind, sondern zurückgehalten werden. Ich finde es in Ordnung das jeder [...]
Völlig gleichgültig wer das aus welchen Motiven heraus getan hat, wobei angeblich die skandalösesten Sachen nicht einmal veröffentlicht worden sind, sondern zurückgehalten werden. Ich finde es in Ordnung das jeder steuerzahlende und damit diese Personen, deren Material ect. pp. finanzierende Bürger weiß was genau und wo mit seinem Geld angestellt wird. Offenlegungen sind prima, zeigt es uns nicht nur regelmäßig wie Politiker in Demokratien gegen geltende Gesetze verstoßen, was sie so alles versuchen unter den Tisch zu kehren, sondern es schafft auch immer mehr Angst eben dieser Leute sich und ihre "Taten" mal irgendwann im Net vor einem Milliardenpuplikum vorzufinden, samt Erklärungsnöten. Schön wenn sie ab sofort weiter in dieser Angst leben. Vielleicht das einzige verbleibene Mittel die wenigstens halbwegs unter demokratischer Kontrolle zu behalten. Vielen Dank an die edlen Spender dieser Unterlagen !!! Wer vielleicht gleichartige Unterlagen hat die in einer Demokratie wichtig sind zu wissen, - bitte um Nachahmung ! Wissen ist Macht und Macht gehört dem Volk ! (vor allem wenn es dafür bezahlt)
Eigengott 27.07.2010
Wenn schon das Militär nicht auf Daten angemessen achten kann, wie soll ich dann von Banken, Versicherungen Dienstleistern erwarten, daß diese es können? Eine sehr bedauerliche Entwicklung!
Wenn schon das Militär nicht auf Daten angemessen achten kann, wie soll ich dann von Banken, Versicherungen Dienstleistern erwarten, daß diese es können? Eine sehr bedauerliche Entwicklung!
12ullameyko 27.07.2010
... wenn die ganze Geheimniskrämerei aufhört, weil kein Deckel mehr draufzuhalten ist, dann können die Regierungen auch nichtmehr nach Belieben lügen. Vielleicht wird dann das Volk endlich wach und verlangt mit Nachdruck, das [...]
Zitat von sysopWer hat die fast 92.000 geheimen Berichte über den Afghanistan-Krieg an WikiLeaks weitergegeben? US-Behörden arbeiten fieberhaft an der Aufklärung.*Ein Blick auf die letzten militärischen Datenskandale zeigt, wie vielfältig die Quellen sein könnten - von Insidern bis zu uniformierten Trotteln. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,708713,00.html
... wenn die ganze Geheimniskrämerei aufhört, weil kein Deckel mehr draufzuhalten ist, dann können die Regierungen auch nichtmehr nach Belieben lügen. Vielleicht wird dann das Volk endlich wach und verlangt mit Nachdruck, das der grausame Krieg, der schon so viele Unschuldige das Leben gekostet hat aufhört. Mit "Unschuldigen" meine ich nicht Soldaten, denn die gehen ganz bewusst in den Konflikt rein und sie wissen spätestens wenn sie dort sind, dass sie etwas Entsetzliches tun.....
12ullameyko 27.07.2010
... wenn die ganze Geheimniskrämerei aufhört, weil kein Deckel mehr draufzuhalten ist, dann können die Regierungen auch nichtmehr nach Belieben lügen. Vielleicht wird dann das Volk endlich wach und verlangt mit Nachdruck, das [...]
Zitat von sysopWer hat die fast 92.000 geheimen Berichte über den Afghanistan-Krieg an WikiLeaks weitergegeben? US-Behörden arbeiten fieberhaft an der Aufklärung.*Ein Blick auf die letzten militärischen Datenskandale zeigt, wie vielfältig die Quellen sein könnten - von Insidern bis zu uniformierten Trotteln. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,708713,00.html
... wenn die ganze Geheimniskrämerei aufhört, weil kein Deckel mehr draufzuhalten ist, dann können die Regierungen auch nichtmehr nach Belieben lügen. Vielleicht wird dann das Volk endlich wach und verlangt mit Nachdruck, das der grausame Krieg, der schon so viele Unschuldige das Leben gekostet hat aufhört. Mit "Unschuldigen" meine ich nicht Soldaten, denn die gehen ganz bewusst in den Konflikt rein und sie wissen spätestens wenn sie dort sind, dass sie etwas Entsetzliches tun.....
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