Studie zu Apps und Webdiensten Denn sie sagen nicht, was sie speichern

Was speichern Apps und Webdienste über den Nutzer? Einer Studie zufolge ist das äußerst schwierig herauszufinden: Jede zweite Firma gibt keine oder unzureichende Auskünfte.

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Viele Webdienst-Anbieter kommen einer Studie zufolge ihrer Pflicht zur Löschung oder zur Auskunft über persönliche Daten von Verbrauchern nicht nach. Fast 60 Prozent von 270 in Deutschland beliebten Internetseiten oder Smartphone-Apps gaben nicht oder nur unzureichend Auskunft über gespeicherte Daten, meldet die Gesellschaft für Informatik (GI). Die GI beruft sich auf eine kürzlich veröffentlichte Auswertung von zwei Wissenschaftlern der Universitäten Hamburg und Siegen, die sich hier als PDF abrufen lässt.

Demnach kam auf eine erste schriftliche Anfrage der Wissenschaftler nur ein Viertel der Firmen ihrer Pflicht nach und erteilte "befriedigende Auskünfte" über personenbezogene Daten. Ein weiteres knappes Viertel der Unternehmen habe erst nach erneutem Versuch eine "zufriedenstellende Antwort" geliefert. 57 Prozent der Dienst-Anbieter hätten überhaupt nicht oder nur unzureichend geantwortet.

Noch gravierender als ausbleibende oder unvollständige Antworten ist der GI zufolge der leichtfertige Umgang vieler Internet- oder App-Anbieter mit persönlichen Daten. Demnach schickten die Wissenschaftler an die untersuchten Website-Anbieter eine Auskunftsanfrage, bei der die Absender-E-Mail-Adresse nicht mit der beim Anbieter hinterlegten E-Mail-Adresse übereinstimmte.

Trotzdem hätte etwa ein Viertel der Anbieter Auskünfte über persönliche Daten an die falsche Adresse herausgegeben. Immerhin 30 Prozent der Anbieter habe den Unterschied bei der Adresse bemerkt und daher keine Daten herausgegeben.

Dienstanbieter sind seit Erlass der europäischen Datenschutzrichtlinie von 1995 verpflichtet, ihren Kunden Auskunft darüber zu geben, welche Daten sie zu welchem Zweck speichern. Zudem müssen sie die Daten auf Wunsch löschen.

mbö/AFP



insgesamt 5 Beiträge
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FerrisBueller 04.04.2016
1. Abmahnen
Wo ist die Abmahnmafia, wenn man sie wirklich mal braucht? Oder trauen die sich nicht an die Anbieter heran, weil die ebenfalls Anwälte bezahlen können und sich nicht einfach mit Drohungen durch russische Inkassounternehmen erpressen lassen?
managerbraut 04.04.2016
2. Was Andoid Apps an App Anbieter, wie Google -
Hersteller - Programmierer an Nutzerdaten auf Samrtphones alles ungefragt, unbemerkt im Hintegrund ausspionieren, sammeln, versenden kann jeder mit entsprechenden Tools welche es nicht im Google PlayStore gibt und Rootrechten selbst einsehen, beobachten, protokollieren, wie sperren.
chewbakka 04.04.2016
3.
Ein klein wenig dürfen auch die Anwender darüber nachdenken, ob sie Apps, die umfassende Rechte einfordern, auch wirklich nutzen wollen. Es hat noch nie geschadet, sich zu überlegen, ob z.B. eine Wetter-App wirklich den Zugriff auf Kontakte, Telefonhistorie und was sonst noch alles benötigt - es ist dann ganz einfach zu entscheiden, daß ich diese App eben NICHT brauche ....... Das gilt sinngemäß für ale Apps. Erst denken - dann entgscheiden bzw. installieren - oeder eben auch nicht instalieren.
shardan 04.04.2016
4. UBNC - User Brain Not Connected!
Selbst meine leider arg angestaubten Android Versionen zeigen mir genau an, worauf eine App Zugriff nehmen möchte. Eine Karten-App, die Zugriff auf das Geopositioning haben möchte? Seh ich ein. Aber warum muss diese App auf SMS, Mails, und Kontakte zugreifen? Da eine Karte diese Daten nicht braucht, muss ich vom Missbrauch meiner Daten ausgehen. Wozu braucht ein Online-Spiel Zugriff auf die Kamera? Wer hier auch nur ein klein wenig nachdenkt anstatt notgeil "will ich haben, ist mir doch egal" zu praktizieren, wird viele Apps von vorn herein abklemmen. Leider gilt bei viel zu vielen Benutzern aber der Satz aus der Überschrift: UBNC. User Brain not Connected - Keine Verbindung zum Hirn des Benutzers.
k.hohl 04.04.2016
5.
Zitat von chewbakkaEin klein wenig dürfen auch die Anwender darüber nachdenken, ob sie Apps, die umfassende Rechte einfordern, auch wirklich nutzen wollen. Es hat noch nie geschadet, sich zu überlegen, ob z.B. eine Wetter-App wirklich den Zugriff auf Kontakte, Telefonhistorie und was sonst noch alles benötigt - es ist dann ganz einfach zu entscheiden, daß ich diese App eben NICHT brauche ....... Das gilt sinngemäß für ale Apps. Erst denken - dann entgscheiden bzw. installieren - oeder eben auch nicht instalieren.
Der/Die Nutzer(in) unter iOS kann dies aber leider nicht nachverfolgen.
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