Datenschutz Google verrät, was es über Sie weiß

Was weiß Google über mich? Diese Frage treibt so manchen Netznutzer um und soll ab heute beantwortet werden, zwar nur zum Teil, dafür aber direkt von Google. Über eine spezielle Webseite gewährt das Unternehmen einen Blick in seine Datenbanken, öffnet dabei aber nicht alle Türen.

Google Dashboard: Wissen was die Suchmaschine weiß

Google Dashboard: Wissen was die Suchmaschine weiß


Berlin - Google bemüht sich um Transparenz. Am Donnerstag hat der Web- und Werbekonzern das sogenannte " Google Dashboard" freigeschaltet. Auf der neuen Übersichtsseite kann man sich anzeigen lassen, welche Informationen das Unternehmen zu einem Account bei Google (zum Beispiel bei E-Mail-Dienst Google Mail) zusammengetragen hat. Zudem bietet die Software Möglichkeiten, das eigene Surfverhalten zu analysieren.

So kann man sich beispielsweise grafisch anzeigen lassen, mit wie vielen Suchanfragen man Google in den vergangenen zwölf Monaten, den letzten sieben Tagen und über einen Tag verteilt bombardiert hat. Sogar Top-Listen der häufigsten Suchanfragen und der verwendeten Websites lassen sich abrufen - eine Spielwiese für Statistik-Fans.

Zudem sind vom Dashboard aus die Datenschutzbestimmungen aller Google-Dienste abrufbar, bei denen man angemeldet ist. Zu den aufgelisteten Diensten gehören je nach Nutzung etwa der E-Mail-Dienst Google Mail, die Bilderverwaltung Picasa oder das Videoportal YouTube. Für einige der Google-Angebote können im Dashboard - englisch für Armaturenbrett - einige Einstellungen verändert werden. Einträge im Webprotokoll, das sind zum Beispiel Suchanfragen, lassen sich dort auch insgesamt oder einzeln löschen.

Die Anwendung sei eine "echte Innovation", sagte der Datenschutzbeauftragte von Google Deutschland, Per Meyerdierks, bei der Vorstellung des Google Dashboard in Berlin. Als weltweit tätiges Unternehmen könne Google den unterschiedlichen Erwartungen an Datenschutz nur gerecht werden, wenn man den Nutzern Wahlmöglichkeiten lasse, sagte Meyerdierks. Mit Hilfe der neuen Anwendung könnten User ihre Angaben nun leichter verwalten und auf Wunsch für mehr Privatsphäre sorgen.

Entwickelt wurde das Dashboard von Google-Spezialisten in München und Zürich. Es ist seit Donnerstag in 17 verschiedenen Sprachen verfügbar. Inwieweit sich Google etwa die Speicherung sogenannter IP-Adressen zunutze macht, geht aus der neuen Anwendung nicht hervor. "Das sind sicherlich Themen, über die wir aktiv nachdenken", sagte der Leiter des Google-Entwicklungszentrums München, Wieland Holfelder, und ging einer konkreten Antwort damit aus dem Weg. Über die IP-Adressen können im Internet einzelne Rechner oder zumindest größere Netzwerke identifiziert werden.

mak/dpa

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