Datenschutz Kanadier klagen gegen Facebook

Facebook droht erneut Ungemach wegen spontaner Änderungen der Datenschutzbestimmungen des Unternehmens. In Kanada reichten verärgerte Nutzer nun eine Sammelklage ein.

Facebook: 200 kanadische Nutzer verklagen das soziale Netzwerk
DPA

Facebook: 200 kanadische Nutzer verklagen das soziale Netzwerk


Rund 200 kanadische Facebook-Nutzer beschuldigen das Unternehmen, Nutzer- und Datenschutzbestimmungen ohne ihre Einwilligung geändert zu haben. So heißt es in einer in Kanada eingereichten Klageschrift, dass Facebook seine Datenschutzrichtlinien absichtlich oder fahrlässig in einer Weise gestaltet habe, "um Nutzer dazu zu verführen, ihre persönlichen Informationen und ihre Intimsphäre weitreichenden Risiken auszusetzen." Mit diesem und ähnlichen Vorwürfen verbinden die Kläger ihre Forderung nach einer saftigen Entschädigung durch das Unternehmen.

Dabei fordern sie zunächst einen Ausgleich in Höhe der Summe, die Facebook mit den Informationen der Nutzer erwirtschaftet habe. Dazu kommen weitere Forderungen wegen Vertragsbruch, Falschdarstellungen, fahrlässigem Design und Herstellung des Angebots, bewusste Beeinträchtigung finanzieller Interessen seiner Kunden sowie unrechtmäßige Bereicherung - plus Zinsen.

Das könnte sich zu einem beträchtlichen Betrag summieren, auch wenn - oder gerade weil? - durchaus nicht klar ist, wie sich diese tatsächlich berechnen ließe. Für peinlichen Diskussionsstoff vor Gericht dürfte damit gesorgt sein. Dass die Klage ausgerechnet in Kanada eingereicht wurde, dürfte Facebook beunruhigen: Immerhin ist Kanada einer der wichtigsten Märkte des Unternehmens. Knapp die Hälfte der kanadischen Bevölkerung ist bei dem Dienst angemeldet.

jmö



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