Datenschutz Verbraucherschützer mahnen StudiVZ ab

90 Prozent der Mitglieder des Online-Studentennetzes StudiVZ haben der Nutzung ihrer Profile für personalisierte Werbung schon zugestimmt - mit einem Mausklick. Die Methode nennt der Verbraucherzentrale Bundesverband "vollkommen inakzeptabel" - und mahnt StudiVZ ab.


Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat die Betreiber des sozialen Netzwerks abgemahnt, weil er den Umgang mit persönlichen Informationen der Nutzer für rechtswidrig hält. Eine StudiVZ-Sprecherin bestätigte den Eingang der Abmahnung. Die Rechtsabteilung prüfe das Schreiben.

Hintergrund: Die Verbraucherschützer kritisieren, dass StudiVZ sich die umfangreiche Erklärung zur Verwendung persönlicher Daten mit einem einzigen Klick bestätigen lässt. Dabei werde nicht hinreichend deutlich, welche Informationen das Unternehmen erhebt und wie es diese verwendet, sagte vzbv-Juristin Carola Elbrecht. Zum Beispiel lasse sich StudiVZ genehmigen, ein Nutzungsprofil zu erstellen und für gezielte Werbung zu nutzen. "Es ist zwingend erforderlich, dass die Verbraucher bei so etwas bewusst zustimmen", betonte Elbrecht.

Die Juristin kritisierte zudem, dass Nutzer der Datenschutz- Erklärung zunächst zustimmen müssen und erst im Nachhinein manuell die Verwendung von Daten für Werbezwecke ablehnen können. Auch konkretisiere das Unternehmen nicht, über welches Medium es Werbung verschickt. "Wie es derzeit in der Datenschutz-Erklärung steht, ist auch Werbung per E-Mail, SMS oder Telefon erlaubt." Dem widerspricht StudiVZ-Sprecher Dirk Hensen: "Dies ist falsch, Werbung per SMS und Telefon ist bei uns ausgeschlossen."

Schon bei der Einführung der neuen Regeln hatten  Juristen das Vorgehen als bedenklich beurteilt. Im Dezember erklärte der Münchner Anwalt Arne Trautmann SPIEGEL ONLINE: "Man muss pauschal zustimmen, um den Dienst weiter zu nutzen und kann erst danach diese Erlaubnis wieder zurücknehmen. Das widerspricht meiner Ansicht nach dem Telemediengesetz."

lis/dpa



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