Neue Bedrohung Angriff aus dem Internet der Dinge

Die Website des US-Sicherheitsexperten Brian Krebs ist Opfer eines heftigen Angriffs aus dem Internet geworden. Die schiere Größe der Attacke wirft Licht auf ein neues Phänomen, das Sicherheitsexperten beunruhigt.

Überwachungskamera
DPA

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Der Angriff auf das Blog des Sicherheitsexperten Brian Krebs in der vergangenen Woche war bisher beispiellos. Mit einem sogenannten Distributed-Denial-of-Service-Angriff (DDoS) versuchten Unbekannte, die Seite "Krebs on Security" lahmzulegen.

Bei DDoS-Attacken werden Server mit massenhaften Anfragen aus dem Internet überschwemmt. In der Regel wird auf diese Weise versucht, die Rechner zu überlasten, um die von ihnen bereitgestellten Webseiten quasi aus dem Netz zu stoßen. Eine DDoS-Attacke ist kein Hackerangriff im eigentlichen Sinne, da die Angreifer nicht in ein System eindringen.

Stattdessen werden die böswilligen Anfragen von einem sogenannten Botnet aus versendet. Dabei handelt es sich um Computer, die durch Viren oder Trojaner mit einer Schadsoftware infiziert wurden und nun von Fremden ferngesteuert werden können. Derartige Botnets werden von ihren kriminellen Betreibern zur Miete angeboten.

Die Attacke auf das Blog von Brian Krebs hatte eine ungewöhnliche Intensität. Der Umfang eines solchen Angriffs wird durch die Menge der an die attackierte Website gesendeten Daten pro Sekunde bemessen. Bisher von dem Internetdienstleister Cloudflare gemessene DDoS-Attacken hatten eine Intensität zwischen 300 und 400 Gigabit pro Sekunde (Gbps). Der Angriff auf "Krebs on Security" wurde mit rund 620 Gbps ausgeführt, schreibt Krebs in seinem Blog.

Botnet aus dem Internet der Dinge

Es gebe einige Hinweise, dass die Attacke über ein Botnet erfolgte, das aus einer großen Anzahl kompromittierter Geräte aus dem sogenannten Internet der Dinge bestand, schreibt Krebs weiter. Dabei nennt er vor allem schlecht gesicherte Router, Webcams und digitale Videorekorder, die an das Netz angeschlossen sind. Oft sind solche Geräte mit einem Standardpasswort gesichert, das nicht geändert werden kann oder vom Nutzer nicht geändert wird.

Auch die IT-Sicherheitsfirma Symantec hatte in der vergangenen Woche davor gewarnt, dass Schadsoftware eine stetig wachsende Zahl von mit dem Internet verbundenen Geräten infiziere. Die Nutzer seien meist ahnungslos, würden es nicht bemerken, dass ihre Geräte von Fremden genutzt werden.

Kriminelle hingegen nutzen die oft sehr geringen Sicherheitsstandards von Geräten, die dem Internet der Dinge zugeordnet werden, immer intensiver aus. Eine vernetzte Haussteuerung, WLAN-Router oder einfach Überwachungskameras sind für sie oft leichter zu kapern als ein Desktop-PC. Symantec hat allein 2015 acht neue Malware-Gruppen entdeckt, die dazu dienen, Geräte aus dem Internet der Dinge in Botnets einzubinden.

Offenbar gezielte Attacke auf Krebs

"DDoS-Attacken haben in jüngster Zeit weiter an Häufigkeit und Stärke zugenommen", sagt Sicherheitsforscher Candid Wüest von Symantec. Oft würden kurze, intensive Attacken genutzt, um die Reaktion von Zielen zu testen oder von einem anderen, parallelen Angriff abzulenken. "Häufigste Motivation der DDoS-Attacken ist jedoch noch immer Erpressung", sagt Wüest. In dem Angriff auf Krebs sieht der Sicherheitsforscher eine gezielte Attacke: "Von außen betrachtet spricht im Kontext der beschriebenen Angriffsmuster einiges dafür", sagt er.

In seinem Blog berichtet Krebs regelmäßig über die Sicherheitsbranche. Er war es auch, der die Betreiber des DDoS-Dienstleisters vDOS öffentlich gemacht hat. Dienste wie vDOS bieten DDoS-Angriffe wie in einem Webshop zum Kauf an. Bei vDOS etwa habe man verschieden schwere Attacken, basierend auf der Dauer der Angriffe in Sekunden, erwerben können, schrieb Krebs in seinem Blog.

IT-Verantwortliche können solche Dienste allerdings auch nutzen, um die Stabilität ihrer Systeme zu prüfen. Allerdings werden sie weitaus häufiger von Kriminellen in Anspruch genommen. "Es wäre eine Untertreibung zu sagen, dass vDOS für die Mehrzahl der DDoS-Attacken verantwortlich ist, die in den vergangenen Jahren das Internet verstopft haben", schrieb Krebs. Sein Beitrag führte schließlich zur Verhaftung der Betreiber von vDOS und damit zur Schließung des Dienstes.

Unterschlupf bei Google

Möglicherweise steht der Angriff auf Krebs' Blog im Zusammenhang damit. "Ich kann es nicht sicher sagen", schreibt Krebs in seinem Blog, "aber es scheint zusammenzuhängen". Einige der Anfragen beinhalteten die Zeichenkette "freeapplej4ck". Dies würde sich auf den Spitznamen eines der vDOS-Miteigentümer beziehen.

Trotz des gewaltigen Ausmaßes ist der Angriff auf das Sicherheitsblog von Krebs letztlich gescheitert. Die Server des IT-Dienstleisters Akamai, der Krebs' Sicherheitsblog vor derartigen Angriffen schützte, hielten dem drei Tage dauernden Angriff Stand. Schließlich aber entschied sich Akamai dazu, Krebs' Blog von seinen Servern zu nehmen. Die Entscheidung kam laut Krebs etwas unerwartet, doch könne er sie verstehen. Schließlich habe Akamai sein Blog jahrelang kostenlos gegen immer wiederkehrende Angriffe verteidigt.

Eine neue Heimat fand "krebsonsecurity" nun bei Project Shield, einem Dienst, den Google Journalisten und gemeinnützigen Organisationen kostenlos anbietet, um sie vor Internetzensur zu schützen.

Zusammengefasst: Eine der bisher größten DDoS-Attacken wurde offenbar von einem Botnet ausgeführt, das sich aus Geräten wie Webcams, Routern und digitalen Videorekordern zusammensetzt. Sicherheitsexperten warnen, dass mit dem wachsenden Erfolg des sogenannten Internets der Dinge immer mehr derartige Geräte in derartige Angriffsnetze integriert werden, weil sie meist nur schlecht geschützt sind.

Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potenziell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.
insgesamt 22 Beiträge
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Seite 1
MADmanOne 27.09.2016
1. Leider nicht verwunderlich
Und demnächst kommen wahrscheinlich noch die Autos als flächendeckende digitale Seuchenverbreiter hinzu. Es interessiert sich ja keiner für Sicherheit, hauptsache es sind coole neue Features drin. Ich arbeite selbst in der IT-Branche und bin sehr technikaffin, mir erschließt sich aber trotzdem nicht, warum jeder Gegenstand ans Netzwerk angebunden werden muss (Lampen z.B.). Und ich verstehe auch nicht, warum sich so viele das Haus mit schlecht gesicherter Smart Home Hardware vollstopfen, dem Ort der größten Privatsphäre und sämtliche Risiken ausblenden. Aber ok, muss jeder für sich selbst entscheiden,
caty24 27.09.2016
2. Jeder kann also ein DDoS Atacker sein,ohne es zu wissen.
Mit Hilfe der Haus Kamera oder dem Smart Fernseher der am Internet angeschossen ist. Schon erschreckend.
Referendumm 27.09.2016
3. Sehr guter Beitrag
Dieser sehr gute Beitrag weist auf ein massives Problem hin, welches uns in naher Zukunft noch mehr Freude machen wird. Ich lache mich über euphorische Berichte zu neuen Geräten fürs Internet der Dinge immer schlapp. Nur ganz selten wird auf die Sicherheitsaspekte hingewiesen. Dass gerade die Hardware fürs Internet der Dinge kaum bzw. gar nicht gesichert sind, he, wen interessiert das schon? Hauptsache, das nächste Gadget hängt im Netz und ich kanns per Smartphone von Überall bedienen. Dass Kriminelle dieses dann noch einfacher als bisher via (oftmals gut gesicherten) Computer können, wen juckt das schon groß? Und über all die so tollen Sachen zum Internet der Dinge lassen sich selbst bestens gesicherte Computer und Router noch leichter aushebeln als früher. Und dann kommen noch die Bekloppten (sorry, ne andere Bezeichnung dazu fällt mir nicht ein) aus dem Wohnungsvermiet- und Immobilienbereich hinzu, die meinen, dass doch bitteschön alle Mieter und Wohnungseigentümer die neuesten onlinefähigen Temperatur- und Verbrauchsablesesysteme und die neuesten Feuermeldeanlagen per Order mufti installieren müssen. Einige haben inzwischen sogar Cams mit eingebaut. Die sind selbstverständlich nur dann online, wenns wirklich brennt. LOL, wer glaubt denn so einen Mist und wer glaubt denn, dass diese perfekt gesichert sind? Wobei "perfekt gesichert" eh ein unerfüllbarer Wunschtraum ist. Und wir regen uns noch über die NSA auf und liefern dann jeder hergelaufen Firma das eigene Privatleben (TV mit Cam und Netzwerkanschluss sind ja auch bestens gesichert. *bg) frei Haus? Wie blöd ist das denn?
erzengel1987 27.09.2016
4. Mh
Eine Frage Wieso muss alles an das Internet? Ich habe Informationstechnik studiert und verstehe den Sinn nicht, warum mein Kühlschrank unbedingt ins Internet muss oder meine Waschmaschine etc.... Haussteuerung, wenn dann mache ich die in einem Intranet, Reine W-Lan Steuerung. Aber das sehe ich als spielerei an. Der selbsteinkaufende Kühlschrank beispielsweise ist absolut tückisch. Die Daten sind interessant für Krankenkassen und Geschäfte. Man wird eventuell mit Werbung bombadiert, nur weil man mal irgendwas gekauft hat. Oder im schlimmsten Fall zahlt die Krankenkasse nicht, weil man sich ungesund ernährt hat. Utopisch? Noch ja. Nur dieser Artikel zeigt die großen schwächen vom sogenannten Internet der Dinge. Das ist unnötig und gefährlich
Referendumm 27.09.2016
5. Brave new world
Zitat von erzengel1987Eine Frage Wieso muss alles an das Internet? Ich habe Informationstechnik studiert und verstehe den Sinn nicht, warum mein Kühlschrank unbedingt ins Internet muss oder meine Waschmaschine etc.... Haussteuerung, wenn dann mache ich die in einem Intranet, Reine W-Lan Steuerung. Aber das sehe ich als spielerei an. Der selbsteinkaufende Kühlschrank beispielsweise ist absolut tückisch. Die Daten sind interessant für Krankenkassen und Geschäfte. Man wird eventuell mit Werbung bombadiert, nur weil man mal irgendwas gekauft hat. Oder im schlimmsten Fall zahlt die Krankenkasse nicht, weil man sich ungesund ernährt hat. Utopisch? Noch ja. Nur dieser Artikel zeigt die großen schwächen vom sogenannten Internet der Dinge. Das ist unnötig und gefährlich
Das mit den Krankenkassen und anderen Versicherungen (z.B. auch Auto-Vers., wenn das Auto komplett vernetzt ist) dürfte schneller kommen, als es vielen lieb sein dürfte. Hinzu kommen die neuen Smart-Uhrarmbänder, die Pulsschlag, Herzrythmus etc. registrieren. Da werden die feuchtesten Träume der Krankenkassenmanager bald sehr wahr. Und wer solches in Zukunft nicht nutzt, der bekommt automatisch einen 100 %igen KK-Kostenaufschlag, denn er hat ja etwas zu verbergen und lebt garantiert ungesund. Falls er überhaupt noch eine KK-Vers. finden wird, da die Totalüberwachung der Vers.-Nehmer dann sicherlich vertragliche Pflicht ist. Schon heute werden Lkws vernetzt und die Lkw-Hersteller und viele Zulieferer reiben sich schon jetzt die Hände ob der schönen Datenvielfalt und -menge. Autonom fahrende Fahrzeuge sind ohne Vernetzung undenkbar (Tesla-Fahrzeuge fahren NICHT autonom; haben maximal Level 2). Da dürfen sich gerade mal die paar Oldtimer-Fahrer über eine Offline-Fahrt freuen. Alle anderen sind gezwungen, alles preiszugeben. Und die EU macht auch noch gerne mit: Das Notrufsystem eCall wird ab 2018 in allen Neuwagen Pflicht. Es ist bekanntlich nicht ganz unumstritten; siehe: http://www.spiegel.de/auto/aktuell/ecall-so-funktioniert-das-auto-notrufsystem-a-1031026.html Nun ja, Brave new world! Und kaum einen scheint es ob der Weitergabe ihrer personenbezogenen Daten groß zu jucken. Wir liefern uns ja sogar freiwillig komplett transparent jedem Idioten aus. Facebook & Co. ebenen schon heute die Wege und beseitigen letzte Hürden zur schönen neuen Welt.
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