DeathRiskRankings.com: Wer will wissen, wann ihm die Stunde schlägt?

Das Leben an sich ist eine riskante Sache, auf die eine oder andere Art endet es früher oder später. Wie wahrscheinlich es ist, wer da wo und wann und woran sterben wird, will eine US-Webseite deutlich machen: Auf der Basis verschiedener statistischer Datensammlungen schätzt sie Sterberisiken ein.

Endstation Friedhof: Die letzte Ruhe ist nur eine Frage der Zeit. Wer wissen will, wie hoch das persönliche Sterberisiko ist, kann das anhand von Statistiken herausfinden - und sein verhalten so anpassen, das Risiko so weit wie möglich zu senken Zur Großansicht
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Endstation Friedhof: Die letzte Ruhe ist nur eine Frage der Zeit. Wer wissen will, wie hoch das persönliche Sterberisiko ist, kann das anhand von Statistiken herausfinden - und sein verhalten so anpassen, das Risiko so weit wie möglich zu senken

Dass dieser Tag irgendwann einmal eintreten wird, weiß jeder. Nur wann das sein wird, ist die große Frage. Der Zeitpunkt des eigenen Tods ist eines der großen Rätsel des Lebens. Wissenschaftler in den USA haben nun eine Internet-Seite eingerichtet, auf der Neugierige der Lösung dieses Rätsels ein Stück weit näher kommen können. Genau vorhersagen lässt sich der Tag des Todes zwar nicht; aus großen statistischen Datenmengen können die Wissenschaftler aber einige Aussagen über die Wahrscheinlichkeit eines baldigen Ablebens machen.

Ins Leben gerufen wurde die Webseite DeathRiskRankings.com von einer Gruppe aus Professoren und Studenten in den USA. Ihnen geht es nicht um Wahrsagerei, sondern darum, die Menschen über ihr Sterberisiko aufzuklären - und über die gesundheitlichen Faktoren, die dieses Risiko vergrößern. "Die meisten Amerikaner haben keine Ahnung von ihrem Sterberisiko", sagt Professor David Gerard von der Lawrence University im Bundesstaat Wisconsin. "Noch weniger wissen sie über ihre spezifischen Risikofaktoren."

Für ihre Berechnungen stützt sich die Internetseite auf eine Datenbank zu Sterbefaktoren wie etwa Alter, Geschlecht, Krankheiten und Wohnort. Einen genauen Sterbetermin rechnet sie nicht aus. Sie gibt aber an, wie hoch das persönliche Sterberisiko eines Menschen in einem bestimmten Zeitraum ist - seien es ein Jahr oder 30 Jahre.

Kein billiger Grusel, sondern Risiko-Evaluierung auf statistischer Basis

Bei einer 20-jährigen Amerikanerin aus dem Bundesstaat Pennsylvania etwa beträgt das Risiko, binnen eines Jahres zu sterben, nur eins zu 2000 - oder 0,05 Prozent. Im Alter von 40 Jahren ist das Risiko drei Mal höher, mit 60 Jahren 16 Mal und mit 80 Jahren 100 Mal höher. "Das bedeutet aber auch, dass eine Amerikanerin mit 80 Jahren immer noch eine 95-prozentige Chance hat, den 81. Geburtstag zu überleben", sagt Gerard.

Bei Männern mit 20 Jahren sei zu berücksichtigen, dass das Sterberisiko um fast das Dreifache höher liege als bei Frauen, weil sie öfter Opfer von Unfällen, Gewalttaten oder Selbstmord würden. Bei Männern mit 50 Jahren hingegen liege das höhere Sterberisiko vor allem an den weit verbreiteten Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

So rechnen auch Versicherungen

Auch regionale Vergleichsdaten würden einbezogen. So habe etwa eine 54-jährige Frau aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania ein 33 Prozent höheres Risiko als eine gleichaltrige Britin, an Brustkrebs zu sterben. Bei der Britin hingegen liege das Risiko des Todes durch Lungenkrebs um 29 Prozent höher.

Professor Paul Fischbeck, einer der Initiatoren der Webseite, erhofft sich von dem Projekt vor allem öffentliche Aufklärung. "Nun kann jeder sein eigenes Todesrisiko abschätzen", sagt der Wissenschaftler von der Carnegie-Mellon-Universität in Pennsylvania. "Wir hoffen, dass sich die Öffentlichkeit informiert und dadurch ins Gespräch kommt."

Chris Lefkow, AFP

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