Absatzeinbruch: PC-Verkaufszahlen im freien Fall

Desktop-Montage bei Dell: Dicke Computer verkaufen sich schlecht Zur Großansicht
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Desktop-Montage bei Dell: Dicke Computer verkaufen sich schlecht

Schon wieder ein Minus, im fünften Quartal in Folge: Der Absatz von Desktop-Rechnern bricht weltweit ein. Analysten sehen schon das Ende der PC-Branche herannahen, die Hersteller sind zuversichtlicher.

Hamburg - Das Marktforschungsunternehmen Gartner beobachtet einen Absatzeinbruch auf dem PC-Markt. Im zweiten Quartal 2013 wurden laut Gartner weltweit 10,9 Prozent weniger Desktop-Rechner verkauft als im Vorjahreszeitraum.

In konkreten Zahlen bedeutet das einen Rückgang von 76 Millionen Computern. Damit gab es im fünften Quartal hintereinander weniger Auslieferungen, die bislang längste derartige Absatzkrise in der PC-Branche. Dabei verteilen sich Rückgänge gleichmäßig über die ganze Welt. In entwickelten Märkten wie Europa oder den USA würden vor allem Low-End-Rechner durch billige Tablets ersetzt. In den Schwellenländern hingegen sei ein Tablet-Rechner dagegen immer häufiger gleich das Einstiegsgerät für neue Computernutzer, die immer seltener auf Desktop-Rechner oder Mini-Notebooks zurückgreifen würden.

Die Marktführerschaft ist im schrumpfenden Segment gleichwohl hart umkämpft:

  • Zwar konnte der bisherige Marktführer HP seinen Anteil von 15,3 auf 16,3 Prozent steigern.
  • HP wurde jedoch knapp von Lenovo überflügelt. Der chinesische Konzern verzeichnete einen Zuwachs von 14,9 auf 16,7 Prozent Marktanteil.
  • Während sich die absoluten Rückgänge bei den beiden Unternehmen im niedrigen einstelligen Prozentbereich bewegten, erlebte die Konkurrenz auf den Plätzen zum Teil dramatische Einbrüche. Asus verkaufte im zweiten Quartal 2013 über 20 Prozent weniger PC als im Vorjahreszeitraum.
  • Bei Acer fiel der Absatz noch drastischer um mehr als 35 Prozent.

Beim Marktforscher IDC sehen die Zahlen nicht besser aus, die Beobachter verzeichneten im zweiten Quartal 2013 sogar einen Rückgang der PC-Verkäufe um 11,4 Prozent. Immerhin gebe es angesichts der anziehenden US-Konjunktur Anlass für vorsichtige Hoffnungen auf eine Erholung.

Für venturebeat.com wird es langsam Zeit, das Totenglöckchen für den traditionellen Desktop-Rechner zu läuten. Nur ein Vierteljahr nach den stärksten Verkaufsrückgängen der Geschichte markiere das nächste Verlustquartal wohl endgültig das Ende der Herrschaft des PC. In diesem Marktsegment gebe es nur noch "einen Wettbewerb der Verlierer". Lenovo bemühte sich unterdessen, tapfer die Krone des Branchenprimus zu tragen. Konzernchef Yang Yuanqing erklärte, im so hart wie noch nie umkämpften PC-Markt werde es auch künftig Rückschläge und Erfolge geben.

Die Branche habe aber das Potential für Wachstum und weitere technische Neuerungen. Hingegen ließ HP wissen, man habe nicht vor, auf dem ungeliebten zweiten Platz zu verbleiben. Unterm Strich gehe es in der PC-Branche gerade zu, als ob der letzte Krieg gewonnen werden müsse, so allthingsd.com. Dabei habe sich der Schwerpunkt des Computermarkts schon längst in Richtung der Tablet-Rechner verschoben. Deren Absatzzahlen sollen laut IDC in diesem Jahr um fast 60 Prozent zulegen.

meu

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insgesamt 29 Beiträge
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1. Wie wärs mal mit Preisanpassung
smartphone 11.07.2013
Wir leben doch in einer freien Marktwirtschaft ein PC mit I7 3770 16MB 128 SSd 650er Graka für 400 Euro .. man muß sich den Möglichkeiten der Leute anpassen. Achja ich vergaß inkl Win7 64 prof Edition oder anders formuliert Halbiert mal bitte die Preise, bzw paßt euch mal der wahren Gehaltsstruktur an ....
2.
EvilGenius 11.07.2013
Ist doch kein Wunder: der Markt ist gesättigt. Einen PC hat bereits jeder (oder auch zwei) und aufrüsten ist seit Jahren nicht mehr nötig. Nächstes Jahr, wenn die neuen Spielkonsolen kommen werden Gamer aber wieder verstärkt Hardware kaufen.
3. Schnelligkeit und Kapazität
Olaf53 11.07.2013
Privat genügt mir ein Tablet. Allerdings bin ich als Progrmmierer beschäftigt und arbeite auch heute noch lieber an einem Desktop. Die Dinger haben einfach mehr Kapazität und sind schneller. Wenn man hohe Geschwindigkeit bei hohen Anforderungen braucht, dann empfehle ich einen Desktop. Dagegen ist mein Laptop eine lahme Ente. Nur wenn ich bei SPON lese und gelegentlich mal einen Kommentar schreibe, dann macht sich der Unterschied nicht bemerkbar.
4. Verwundert das jemanden?
olaf_olafson 11.07.2013
Wurde doch vor 3 Jahren genau so angekündigt ;) Wobei die Tablets auch nur einen Teil der Rückgänge ausmachen. Hinzu kommt, dass es heute keinen Sinn mehr macht im 2-3 Jahresabstand den Desktop auszutauschen, weil für den Normalverbraucher und mittlerweile auch für den Gamer nichts sinnvolles hinzukommt. Die Anforderungen der Spiele stagnieren seit Jahren aufgrund der Konsolen (da könnte es demnächst wieder einen leichten Anstieg geben dank PS4 und XBox One). Bei den Mobilgeräten sind zur Zeit nur noch größere SSDs und bessere Akkus Kaufanreize. Schnellere Prozessoren und Grafikkarten braucht der Großteil der Kunden nicht.
5.
sweetbabyrays 11.07.2013
so siehts nämlich aus!! danke für deinen comment.
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