Die besten 404-Seiten Schau, noch mehr schöne Fehler

404 - Seite nicht gefunden: Das bedeutet im Internet meist ein Ärgernis. Gelegentlich kann der Warnhinweis aber auch Freude bereiten - SPIEGEL-ONLINE-Leser schickten Hinweise auf besonders sehenswerte Fehlerseiten.


Wie gut, wenn man aufmerksame und interessierte Leser hat, die einen auf Fehler hinweisen. Das merken wir bei SPIEGEL ONLINE nicht nur, wenn sich bedauerlicher Weise mal ein Tippfehler oder - noch schlimmer - gelegentlich mal ein sachlicher Fehler eingeschlichen hat. In den vergangenen Tagen wurden wir in der Netzwelt-Redaktion auf ganz andere Fehler hingewiesen - und konnten uns entspannt zurücklehnen, denn es gab nichts zu korrigieren.

Vielmehr wiesen unsere Leser uns auf sehenswerte 404-Fehlerseiten hin: Auf depressive Webserver, entführte Seiten und verschiedene Comics. Auf Seiten, die sogar mit mehreren Fehlermeldungen im Wechsel aufwarten können. Und auf Seiten, die sogar extra als Fehler angelegt wurden - wenn auch nicht ohne Hintergedanken, wie sich zeigte.

Hintergrund für die viele Zuschriften ist der Artikel "Wie schön, ich habe mich vertippt!" vom 18. September. Darin stellten wir verschiedene 404-Fehlermeldungen vor, die vom eher langweiligen Standard abweichen: Eine sich mit jedem Klick weiter aufbauende Comic-Adaption eines bekannten Internetvideos, in dem ein Mann offensichtlich unter dem Einfluss von Halluzinogenen, religiöse Gefühle beim Anblick eines doppelten Regenbogens entwickelt. Oder die U-Bahn Linie 404 mit einem Plakat der US-Mystery-Serie "Lost", sowie eine leere Ketchup-Flasche ("it appears the page you're looking for is empty").

404 beschreibt im Hypertext-Übertragungsprotokoll HTTP den Fehlercode für Seiten, die nicht an der Stelle zu finden sind, wohin ein Link verwiesen hat. Mit anderen Worten: Wenn ein Verweis ins Leere führt. Früher, als Internetseiten noch "per Hand" strukturiert und verlinkt wurden, begegnete der Nutzer diesem Fehler häufiger. Heute, da Content Management Systeme (CMS) der gängige Standard sind, also Programme, die die Struktur einer Webseite weitgehend automatisch generieren, sind sie seltener geworden.

Manchmal möchte man fast sagen: Schade drum. Denn gutgemachte Fehlerseiten verleiten in Zeiten der immer schneller werdender Kommunikation dazu, sich einmal zurückzulehnen und sich der gutgemachten Fehlermeldung zu erfreuen, statt genervt und hektisch weiter zu klicken. Außerdem: Wirklich menschlich ist man doch erst dann, wenn man sich auch über Fehler freuen kann.

In diesem Sinne: Freuen Sie sich zusammen mit SPIEGEL ONLINE über weitere 404-Kunstwerke, eingesendet von unseren Lesern (Klicken Sie auf die Fotostrecke oben).

adg

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