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Streaming-Tipps: Elf Nerd-Serien, die Sie kennen sollten

Sie haben genug von "The Big Bang Theory", aber Lust auf mehr Serien rund um Nerds, Technik und Science-Fiction? Hier elf Empfehlungen, darunter Klassiker, Aktuelles - und Geheimtipps.

1. "Mr. Robot"

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USA Network/ NBCU/ Getty Images

Eigentlich könnte alles so einfach sein, könnte man zu Beginn von "Mr. Robot" denken. Die sogenannte Evil Corp. - also die "böse Firma" - bedroht mit ihrem gigantischen Konglomerat, ihrer tiefen Verstrickung in die Politik und ihren schier unerschöpflichen finanziellen Ressourcen die Welt. Sie ist halt böse.

Aber so einfach ist es nicht. Als sich der ebenso geniale wie von Angststörungen geplagte Hacker Elliot Alderson von einer fsociety genannten Geheimorganisation anwerben lässt, um die Evil Corp. zu zerstören, wird die Welt um ihn herum immer unverständlicher. In einer Mischung aus Drogenrausch und psychischen Störungen verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Imagination, zwischen Gut und Böse.

Über zehn Episoden, liebevoll betitelt mit Bezeichnungen wie "eps1.3_da3m0ns.mp4", entspinnt sich daraus ein Thriller, in dem es weniger um die Technik als um die Akteure und deren Verhältnisse zueinander geht - das aber fein gesponnen und realistisch gefilmt. Und ganz ohne die sonst bei der Darstellung von Hackern gern genommenen endlosen Zahlenreihen, die wirr über Bildschirme zappeln.

Matthias Kremp

Die erste und bislang einzige Staffel gibt es auf Englisch zum Beispiel bei iTunes. Auf Deutsch gibt es "Mr. Robot" online im Flatrate-Paket von Amazon Prime Instant Video. (alle Angaben auf Stand Dezember 2015)

2. "The IT Crowd"

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Channel 4

Sie werden von den Kollegen ausgelacht, verprügelt und zum Arbeiten in ein Kellerbüro gesteckt: Die beiden Nerds Roy (Chris O'Dowd) und Moss (Richard Ayoade) aus der IT-Abteilung sind die Helden der Sitcom "The IT Crowd". Sie horten Gadgets, futtern ständig Süßigkeiten und philosophieren über physikalische Experimente und Quentin Tarantino.

Bei Computerproblemen helfen sie eher ungern - und auch erst dann, wenn Roy am Telefon seine obligatorische Frage gestellt hat: "Haben Sie es schon mit Aus- und Einschalten versucht?" "The IT Crowd" hat schon bei der Erstausstrahlung im Jahr 2006 gezeigt, wie gut Nerd-Humor im Fernsehen ankommt - ein Jahr vor "The Big Bang Theory".

Manche Situationen der Serien ähneln sich: Verkappte Experten müssen in einer Welt bestehen, in der nicht jeder etwas für Computerspiele und Zombiefilme übrighat. Bei "The IT Crowd" übernimmt Jen Barber (Katherine Parkinson) die Rolle des Anti-Nerds. Sie ist eher gegen ihren Willen in der IT gelandet, weil sie es in ihrer Bewerbung ein wenig mit den Computerkenntnissen übertrieben hat. Gewürzt mit dem schwarzen Humor der Briten ist "The IT Crowd" noch ein wenig derber als "The Big Bang Theory" und großartige Unterhaltung.

Jörg Breithut

"The IT Crowd" gibt es derzeit zum Beispiel im Flatrate-Paket von Netflix, ebenso gibt es drei Staffeln kostenlos bei MyVideo.

3. "Black Mirror"

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Zeppotron/ Netflix

Als der britische Premier David Cameron sich vor einigen Monaten mit einem Schwein auf dem Arm fotografieren ließ, fingen Fans der britischen Serie "Black Mirror" sogleich an, böse Witze zu reißen. In der ersten Folge der Channel-4-Produktion spielt nämlich auch ein Schwein eine zentrale Rolle, gemeinsam mit dem Premierminister und einem Erpresser mit kranker Fantasie und einem Gespür für mediale Manipulation.

"Black Mirror" ist keine Serie im klassischen Sinn, jede Folge steht wie ein kurzer Spielfilm für sich. Das Bindeglied sind die Themen: Es geht stets um Zukunftstechnologien und ihre gesellschaftlichen Auswirkungen. Welche Folgen hätte es für unser Liebesleben, wenn unsere Augen jeden Moment unseres Lebens aufzeichneten - und bei Bedarf auch wieder abspielen könnten? Wie lebt es sich mit einer perfekten, aber künstlichen Kopie eines Verstorbenen? Wie in einer Welt, in der die einzige Chance auf ein selbstbestimmtes Leben außerhalb eines leistungsorientierten Luxus-Gefängnisses im Gewinnen einer Talentshow besteht?

"Black Mirror" ist manchmal komisch, manchmal traurig und oft beklemmend, mit einer von Folge zu Folge anderen, ausgefeilten Bildsprache und einem fantastischen Ensemble, einschließlich einiger aktueller Stars des britischen Kinos.

Christian Stöcker

"Black Mirror" ist Teil des Flatrate-Pakets von Netflix.

4. "Silicon Valley"

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HBO/ YouTube

Das Wunderbare an "Silicon Valley" ist, dass es so realistisch ist. Ähnlich wie beim "Tatortreiniger" ist es in dieser Serie gar nicht nötig, zu übertreiben. Stattdessen reicht es, die Protagonisten ernst zu nehmen, sie so darzustellen, wie es viele Menschen im Silicon Valley eben sind.

Ähnlich wie in der kalifornischen Realität versammeln sich fünf Nerds zu einer Start-up-WG im Haus von Erlich Bachman, der sich - ganz Silicon Valley - als väterlicher Förderer der jungen Firma sieht. Er hofft auf Ruhm und Reichtum, denn reich scheinen im Silicon Valley fast alle zu sein, nur nicht seine fünf Schützlinge.

Doch die arbeiten an etwas, das den Umgang mit Medien revolutionieren könnte, so wie einst das MP3-Format: an einem Kompressions-Algorithmus für Videoübertragungen im Netz. Aber das ist ebenso unsexy wie unwichtig. Wichtig ist allerdings, wie der große Hooli-Konzern versucht, ihre Idee abzukupfern, bevor sie marktreif ist.

Es ist ein Vergnügen, den fünf sozial vollkommen inkompetenten Männern dabei zuzusehen, wie sie um Investorengelder ringen, um ihre Firma namens Pied Piper - Rattenfänger - zu finanzieren, und dabei von einem Fettnäpfchen ins nächste stapfen.

Matthias Kremp

Die zwei Staffeln von "Silicon Valley" kann man unter anderem bei Maxdome, iTunes und Amazon digital kaufen.

5. "Freaks and Geeks"

Coming-of-Age-Serien gibt es viele - doch kaum eine hat einen so dämlichen deutschen Namen bekommen wie "Freaks and Geeks": "Voll daneben, voll im Leben" heißt die 1999er-Serie hierzulande, weshalb man sie schnell als Nachmittagsklamauk abtun könnte. Dabei ist sie aber mehr als nur lustig, vor allem, weil die Folgen in ihren 18 mal rund 40 Minuten vergleichsweise realistische und nachvollziehbare Teenie-Geschichten erzählen.

In der Serie geht es um den Alltag und die Probleme zweier Cliquen an einer US-Highschool der Achtzigerjahre. Um die erste oder die jeweils neueste Liebe, in einer grandiosen Szene aber auch um die Mannschaftswahl beim Sport, wo immer jemand der Letzte sein muss.

Das Nerdherz geht spätestens auf, wenn sich Daniel - ein "Freak", verkörpert von James Franco - überraschend entscheidet, mit den viel jüngeren und als denkbar uncool geltenden Geeks das Tischrollenspiel "Dungeons and Dragons" zu spielen. Leider wurde die Serie, in der auch "How I Met Your Mother"-Marshall Jason Segel mitspielt, nach nur einer Staffel eingestellt.

Markus Böhm

"Freaks and Geeks" ist Teil des Flatrate-Angebots von Amazon Prime Instant Video.

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insgesamt 33 Beiträge
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1. Noch mehr
Rubyconacer 04.01.2016
Dann gibt es bald noch mehr Verkehrstrottel, die mit dem Auto in der Mitte fahren, ohne Blinken den Fahrstreifen wechseln und abbiegen und annder grünen Ampel nach 3s erst losfahren, weil sie Serien streamen (sollen). Mein Gott, wer hat diese Zeit, neben Arbeit und Alltag sich das sonst noch reinzuziehen? Bosch und Homeland schön und gut, aber genug ist genug.
2. IT-Crowd !!!!
orkku 04.01.2016
Daß iTCrowd erst jetzt in DE läuft wundert mich zwar ( lief bei uns in Norwegen schon vor zehn Jahren), ist aber eine der beste Sitcoms der letzten Jahre, jeder der BBTheorie mag der wird ITCrowd lieben. Aber bitte nicht auf Deutsch gucken, lieber auf Englisch. Viel Spaß!!
3. Da fehlt ganz klar...
gekido 04.01.2016
"Halt and Catch Fire", eine der besten Serien der letzten Jahre.
4. *seufz*
Jott 04.01.2016
Da fehlt natürlich "Spaced" tztztz... http://www.imdb.com/title/tt0187664/
5. Mein Tipp
wdiwdi 04.01.2016
für erstaunlich belastbare Science ohne zuviel Fiction: "ReGenesis" (aus Kanada). Ab heute ist endlich Staffel 4 auf Amazon erhältlich. Und einen schönen IT-Keller mit denkwürdigen Charakteren, wenn auch als (aber zentrale) Nebenhandlung, gibt es auch in "Enlightened". Der dortige IT-Chef erinnert mich sehr, sehr stark an einen meiner Ex-IT-Chefs...
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