Netztipps zum Wochenende Befreie deinen Geist - zerschlitze Emojis

Bei Cinemagrammen geht es um den Blick für Bilddetails, die ARD schmeißt sich an die "Generation Foodporn" heran und ein Gruselspiel schickt auf Monstersuche. Fünf Gratisangebote aus dem Netz.

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1. Modernes Märchen: "Die fabelhafte Welt der Amélie"

Über den Dächern von Paris: Audrey Tautou als Amélie
ServusTV

Über den Dächern von Paris: Audrey Tautou als Amélie

"Das Kino muss Phantasie haben", sagte Regisseur Jean-Pierre Jeunet in einem Interview über seinen Filmhit "Die fabelhafte Welt der Amélie". Und so spann er um das Leben der jungen Pariser Kellnerin Amélie (Audrey Tautou) Geschichten von steppenden Männern mit Holzbein, Gartenzwergen auf Weltreise und knackender Crème Brûlée-Kruste.

Der Film aus dem Jahr 2001 lässt sich bis zum 21. Juni kostenlos auf "ServusTV" streamen. Wer schon alle märchenhaften Details des Klassikers kennt, kann sich mal die Filmfehler-Liste der "Internet Movie Database" durchlesen. Dort heißt es etwa, dass in einigen Szenen sogar der Kameramann zu erkennen ist. Eine ausführliche Besprechung des Films gibt es hier.

2. Albtraum in Neonfarben: "These Monsters"

Psychedelischer Spaziergang: Screenshot aus "These Monsters"
Strangethink/ itch.io

Psychedelischer Spaziergang: Screenshot aus "These Monsters"

Wer sich gern gruselt, wird das Indie-Spiel "These Monsters" genießen. Der Spieler irrt durch eine surreale Landschaft aus Rampen, Fluren und Würfeln. Der Himmel strahlt grün, das Gemäuer glüht in Orange und Pink. In den Fluren stehen Fernseher herum, Störbilder flimmern in den Bildschirmen. Am Boden breitet sich so etwas wie schwarze Tinte aus.

Ein Ziel gibt es nicht - auch wenn das Spiel den Eindruck erweckt, als könnte jederzeit hinter der Ecke ein Monster hervorspringen. Durch versteckte Portale gelangt der Spieler in immer neue Levels. Die Farben und Flure ändern sich, der große Schreck bleibt aus. Es scheint, als hätten sich die Monster zurückgezogen. Nur in den Bildschirmen haben sie rätselhafte Nachrichten hinterlassen.

"These Monsters" gibt es via "itch.io" als kostenlosen Download für Windows, Mac und Linux.

3. Online-Magazin "Shuffle": Wer twerkt auf Instagram?

Gossip für die "Generation Foodporn": Lena Liebkind moderiert "Shuffle"
ARD

Gossip für die "Generation Foodporn": Lena Liebkind moderiert "Shuffle"

Die ARD zeigt Klatsch-Geschichten aus dem Internet. Das neue Wochenmagazin heißt "Shuffle" und richtet sich an die "Generation Foodporn", wie es in einer Pressemitteilung heißt. Damit sind offenbar Leute gemeint, die sich für Instagram, Facebook und YouTube interessieren.

Das Magazin wird auf "Einsfestival" ausgestrahlt, einige Folgen sind schon in der ARD-Mediathek zu sehen. Sie handeln zum Beispiel davon, wie Kim Kardashian auf Instagram twerkt oder warum Justin Bieber einen Tiger gestreichelt hat.

Obwohl sich "Shuffle" um die junge Zielgruppe bemüht - mit dem Coolsein klappt es noch nicht ganz. Komikerin Lena Liebkind moderiert die Sendung im Stand-up-Stil, bräuchte für ihre Pointen aber vermutlich ein Publikum. Im sterilen Greenscreen-Studio kommt wenig Stimmung auf. Ein Tiefpunkt sind Wortwitze über die Nachnamen von Justin Bieber ("das Nagetier") und Johnny Depp ("der Depp"). Wenn sich Liebkind dann noch mit ironischer Übertreibung in Jugendsprache versucht ("Yo, Kids!"), wirkt das einfach nur peinlich - hier ist noch Luft nach oben.

4. Ritsch, ratsch: "Emoji Samurai"

Mit einem Wisch sind sie halbiert: Fliegende Emojis bei "Emoji Samurai"
Firecannon

Mit einem Wisch sind sie halbiert: Fliegende Emojis bei "Emoji Samurai"

"Befreie deinen Geist - zerschlitze Emojis." Das ist das Motto der Gratis-App "Emoji Samurai" für iOS und Android. Im Spiel sausen Emojis über den Bildschirm, der Nutzer muss sie mit einer Wischbewegung entzwei schlitzen.

"Emoji Samurai" folgt dem gleichen Prinzip wie "Fruit Ninja". Dort zerhäckselt der Spieler Melonen, Kiwi und Ananas in der Luft. Was die Effekte angeht, kann "Emoji Samurai" mit seinem Vorbild nicht ganz mithalten: Spritzender Fruchtsaft und fleischige Schmatzgeräusche bietet nur "Fruit Ninja". Dafür gibt es bei "Emoji Samurai" weniger nervige Power-Ups, Highscores und Challenges.

5. Stille Schönheiten: Cinemagramme von Floris Kloet

Meditative Momente: "Living Stills" auf Tumblr
Tumblr/ Living Stills

Meditative Momente: "Living Stills" auf Tumblr

Wer bei Animated Gifs vor allem an zappelnde Bildchen mit Comic- und Filmfiguren denkt, hat noch keine Cinemagramme gesehen. Das sind animierte Bilder, in denen sich nur ein Detail bewegt: Mal kräuselt sich die Oberfläche eines Sees, mal zieht Nebel über den Waldboden.

Besonders schöne Cinemagramme postet der Niederländer Floris Kloet auf seinem Tumblr-Blog "Living Stills". Kloet will mit seinen Bildern Momente einfangen, in denen "die Zeit scheinbar nicht mehr existiert und alle Gedanken verschwinden", wie er auf seinem Blog erklärt.

Das Ergebnis sind meditative Bilder von schlafenden Katzen, plätschernden Quellen oder einer zitternden Pusteblume. Die Werke sind sogar mit einer Creative-Commons-Lizenz gekennzeichnet und dürfen unter bestimmten Bedingungen weiter verwendet werden.


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insgesamt 3 Beiträge
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joe.garver 18.06.2016
1. und wöchentlich grüsst das Murmeltier
Ah da sind wir wieder...wie jedes Wochenende wird hier versucht den Lesern weiszumachen, dass Angebote der ÖRR kostenlos wären. Und wie jedes Wochenende werde ich darauf hinweisen, dass dies schlicht eine Lüge ist! Schämen sie sich Herr Meineck....
linkergutmensch 18.06.2016
2. @joe.garver
Es ist jedem klar dass man GEZ bezahlen muss und das weiss auch der Autor. Sie müssen aber bedenken, dass solche Filme nicht zum Standardprogramm der ÖR gehören und die Aussage, dass es kostenlos sei, eben doch stimmen kann, denn sie müssen ja nichts draufzahlen.
anl 19.06.2016
3. @linkergutmensch
Dieser Zahlungszwang ist ja gerade dass was so unverschämt ist. Die ÖRR können dank dieser Zwangsteuer auch auf allen Kanälen 24h lang ein Testbild senden, die ca. 22Millionen € täglich werden trotzdem in die Kassen gespült. Und ob dieser Film nun zum Standardprogramm gehört oder nicht ist doch unerheblich, es ist schlichtweg nicht kostenlos.
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