Digitalbuch-Gerüchte: Apple plant angeblich Software für E-Book-Gestalter

Apple wird am Donnerstag angeblich eine Software vorstellen, mit der Amateure interaktive E-Books leicht erstellen und über iTunes verbreiten können. Das berichtet der US-Branchendienst "Ars Technica".

Apples iPad2: Bislang reizen Buchverlage die Möglichkeiten noch nicht aus Zur Großansicht
AFP

Apples iPad2: Bislang reizen Buchverlage die Möglichkeiten noch nicht aus

Apple lädt am Donnerstag zu einer "lehrreichen Vorstellung im Big Apple". In New York will Apple aber nicht nur ein neues Digitalangebot für Schulbücher vorstellen, sondern auch ein Programm zur Gestaltung von E-Books. Das berichtet der Branchendienst "Ars Technica" unter Berufung auf "gut informierte Quellen".

"Ars Technica" bezeichnet das Programm in Anlehnung an Apples Musiksoftware als ein "GarageBand für E-Books". Apple, so das Gerücht, wird Software vorstellen, mit der Anfänger und Profis Texte, Töne, Bilder und Videos zu Digitalbüchern komponieren können, die dann über Apples Verkaufsplattform an iPods, iPhones und iPads verbreitet werden können. Das könnte den interessanten, aber auch auf Verlagskonventionen von traditionellen Büchern festgelegten Markt für E-Books umwälzen.

Es hätte aber auch das Potential, den Papierverlagen das Wasser abzugraben. Denn das fehlt tatsächlich noch: ein verlagsfreier Massenvertrieb für selbstproduzierten Text. Blogs erreichen zu wenige Leute, sind technisch relativ aufwendig zu erstellen und nur mit Umständen auf einem E-Buch-Lesegerät oder in fürs mobile Lesen aufbereiteter Form konsumierbar.

So ein von "Ars Technica" beschriebener Zug Apples wäre nur logisch, nachdem Cupertino die Video-, Bild- und Musikproduktion bereits mit Programmen wie iMovie, iPhoto und GarageBand vereinfachte. Zwar gibt es bereits einige Textprogramme, die auch die einfacheren ePub-Formate für E-Bücher beherrschen, allerdings sind sie für Laien oft zu komplex und für Experten zu eingeschränkt.

All das sind bislang nur Spekulationen. Ob Apple wirklich Neuerungen auf dem Markt für E-Books plant, zeigt sich in zwei Tagen - sollte sich nicht Apple des Themas annehmen, wird es sicherlich andere findige Entwickler anlocken.

fko

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insgesamt 20 Beiträge
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1. Gehts noch?
Stelzi 17.01.2012
Der Verfasser macht den Anschein, als finde er es eine gute Idee, dass man Bücher oder E-Books nicht mehr überall beziehen kann, sondern nur noch über proprietäre Wege wie Apples App- und Musikladen. Da nutzt es nichts wenn Apple angeblich das epub Format nutzen will - die Inhalte bleiben trotzdem auf i-devices ein- und alles andere ausgesperrt, wenn es so kommen sollte. Wie kann man so verblendet sein?
2.
sunhaq 17.01.2012
Manchmal hinterlassen mich Artikel auf Spiegel Online mit einer gewissen Fassungslosigkeit. Dieser z.B. Da gibt es ein Gerücht zu einer Software, die es in einer ähnlichen Form schon zigmal gibt. Das ganze wird mit falschen Aussagen wie "Blogs sind technisch aufwändig zu erstellen" garniert, obwohl selbst der letzte Hinterwäldler sich in 2 Minuten auf einer der unzähligen Blog-Plattformen registrieren kann - selbstverständlich ohne jegliches Fachwissen. Genauso wird ignoriert, daß schon jetzt jeder seine Bücher ohne viel Aufwand auf den unzähligen Plattformen für eBooks publishen kann. Die Gefahr, daß Apple die Bücher nur auf den freiheitskastrierten Applegeräten verfügbar macht, wird dagegen gar nicht erst erwähnt. Soll das wirklich seriösen Journalismus darstellen?
3.
Roule 17.01.2012
Davon ist doch gar nicht die Rede, erstens weiß keiner was Genaues, zweitens ist nicht gesagt, dass die so produzierten eBooks ausschließlich über iTunes zu erhalten sind, schließlich ist epub ein offenes Format, und drittens könnte man es Apple nicht übelnehmen, wenn es so wäre. Hä?
4. Sie haben es nicht verstanden!
mactor2 17.01.2012
Zitat von StelziDer Verfasser macht den Anschein, als finde er es eine gute Idee, dass man Bücher oder E-Books nicht mehr überall beziehen kann, sondern nur noch über proprietäre Wege wie Apples App- und Musikladen. Da nutzt es nichts wenn Apple angeblich das epub Format nutzen will - die Inhalte bleiben trotzdem auf i-devices ein- und alles andere ausgesperrt, wenn es so kommen sollte. Wie kann man so verblendet sein?
Bitte noch mal Lesen! Das ist eine gute Sache und wird vielen helfen und die Verbreitung der Bücher für neue und gestandene Autoren voranbringen. Sicherlich werdend Sie auch in einiger Zeit einen billig Android Ableger bekommen. Aber welcher Autor nimmt die zweite Garde wenn er bei Apple die erste im iBook Markt ist?
5. Das ist eine gute Idee
macos9 17.01.2012
Zitat von StelziDer Verfasser macht den Anschein, als finde er es eine gute Idee, dass man Bücher oder E-Books nicht mehr überall beziehen kann, sondern nur noch über proprietäre Wege wie Apples App- und Musikladen. Da nutzt es nichts wenn Apple angeblich das epub Format nutzen will - die Inhalte bleiben trotzdem auf i-devices ein- und alles andere ausgesperrt, wenn es so kommen sollte. Wie kann man so verblendet sein?
Wie kann man so Paranoid sein? So ein Quatsch! Es liegt immer noch an der Verlagen, ob man ein Musikstück, Buch überall hin kopieren kann. Bei Amazon gibt es auch eBooks mit DRM, da regt sich keiner auf. Nur wenn Apple endlich Leuten mal eine Chance gibt ihr Buch zu veröffentlichen, dann kommen die Paroniden Apple-Hasser, die das nicht toll finden. Wenn Apple das bringt, dann wird es die Verlagsszene durcheinanderwirbeln. Endlich!!!
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