Tonträger und Downloads: Deutscher Musikmarkt wächst ein wenig

Ein Plus von 1,5 Prozent beim Gesamtumsatz: Der deutsche Musikmarkt wächst leicht. Das Digitalgeschäft legt zweistellig zu, allerdings sind CD-Verkäufe noch immer der wichtigste Geldbringer der Branche.

Live-Auftritt Editors 2011: Der Musikindustrie wächst in Deutschland leicht Zur Großansicht
DPA

Live-Auftritt Editors 2011: Der Musikindustrie wächst in Deutschland leicht

Berlin - Der deutsche Musikmarkt ist nach verlustreichen Jahren wieder auf Wachstumskurs. Im ersten Halbjahr legten die Erlöse um 1,5 Prozent auf 660 Millionen Euro zu, meldet der Bundesverband Musikindustrie.

Das Plus wurde vor allem von Zuwächsen bei Song-Downloads und Musik-Streaming aus dem Netz getragen: Dieses digitale Geschäft legte um 16 Prozent zu und macht jetzt rund ein Viertel vom Gesamtumsatz aus.

Eine wichtige Einschränkung bei diesen Zahlen: Der Bundesverband Musikindustrie wertet nicht die Umsätze mit Live-Auftritten aus. Die dürften erheblich höher sein als Download- und Tonträgerverkäufe. Im Jahr 2011 wurden mit Musikveranstaltungen in Deutschland 2,76 Milliarden Euro umgesetzt - knapp eine Milliarde mehr als mit Tonträgern und Downloads im selben Jahr.

Entscheidend für die guten Zahlen war aber auch ein deutlich abgebremster Rückgang der CD-Erlöse. Das Geschäft schrumpfte um 2,7 Prozent, während der CD-Umsatz 2012 um über sieben Prozent abgesackt war. Die oft totgesagte CD sorgt in Deutschland nach wie vor für über zwei Drittel der Erlöse.

Das ist mehr als im internationalen Durchschnitt. "Zum einen sind die deutschen Verbraucher traditionell etwas zurückhaltender, wenn es um Online-Einkäufe geht", sagt BVMI-Geschäftsführer Florian Drücke. Zum andere spiele die Verfügbarkeit der CD eine Rolle: "Im Gegensatz zu den USA gibt es beispielsweise noch große Verkaufsflächen im Einzelhandel."

Beim Online-Geschäft machen die Downloads nach wie vor den Löwenanteil aus. Nach einem Zuwachs von 5,3 Prozent stellen sie rund ein Fünftel der Gesamterlöse. Das Streaming, bei dem Musik direkt aus dem Netz abgespielt wird, wächst aber deutlich: Der Marktanteil verdoppelte sich auf 4,6 Prozent.

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Musikmarkt in Zahlen: Downloads für Deutschland, Musik-Abos für Schweden

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lis/dpa

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1. als großer Musikfan
perdurabo 19.08.2013
und iTunes nutzer muss ich sagen lade ich auch nur runter und lasse mir nur dann die CD kommen wenn es um meine Lieblings Bands geht
2. Verkaufsflächen rückläufig
kangootom 20.08.2013
Die Verkaufsflächen in den Läden sind auch in DE sehr geschrumpft. In den beiden großen Elektronikketten kann man sich noch nicht mal eine CD in Ruhe anhören um eine Kaufentscheidung zu fällen. Stattdessen gibt es Stationen, an denen man sich ca.30 Sekunden jedes CD Titels anhören kann und das in einer Tonqualität, dass einem die Ohren schmerzen. Neben den Raubkopien ist auch die fallende Qualität des Einzelhandels ein Faktor, der die Verkaufszahlen fallen läßt.
3.
berufskonsument 20.08.2013
CDs sind auch Digitalgeschäft.
4. Telefonzellen sind auch rückläufig...
averna68 20.08.2013
Zitat von kangootomStattdessen gibt es Stationen, an denen man sich ca.30 Sekunden jedes CD Titels anhören kann und das in einer Tonqualität, dass einem die Ohren schmerzen. .
Ich gehöre zu den Leuten, die gerne was in der Hand haben und auch das Booklet wollen, auch weil ich ein grandioses Riesendisplay besitze, in dem meine Schmuckstücke ausgestellt werden, weshalb ich mir fast alles auf CD hole und das heißt mindestens 2-4 CD's jeden Monat. Und ich kaufe auch gerne in den großen Ketten, weil ich da die CD in die Hand nehmen kann. Aber diese Stationen sind heutzutage so überflüssig wie eine Telefonzelle. Zumindest in meinem Genre (Metal & Prog) werden viele Platten erst als Stream bereitgestellt, oder ich kann sie mir über Napster oder einen der kostenlosen Streaming-Dienste in Ruhe anhören, in guter Qualität, zu Hause auf der Couch. Willkommen in Neuland. ;-) Und wenn ich doch mal einen Track anspiele auf diesen unsäglichen Stationen, stöpsele ich als erstes den fiesen Kopfhörer aus und meinen eigenen ein...
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