Registrierung: Icann drängt auf Domain-Vorratsdatenspeicherung

Die Internet-Adressverwaltung Icann hat strikte Auflagen für die Registrierung von Domains beschlossen. Anbieter sollen in Zukunft die E-Mail-Adressen und Telefonnummern prüfen, die ihre Kunden angeben. Damit geht sie auf Forderungen von Strafverfolgern weltweit ein.

Domain-Registrierung: Bald wird die Identität des Domain-Inhabers noch stärker kontrolliert Zur Großansicht
Corbis

Domain-Registrierung: Bald wird die Identität des Domain-Inhabers noch stärker kontrolliert

Welche Person steckt hinter einer Domain, wer hat die Adresse der Seite registriert und wer ist für die technische Verwaltung zuständig? Das wollen Ermittler weltweit gerne genauer wissen und drängen deshalb auf strengere Regeln bei der Registrierung von Domainnamen. Die Internet-Verwaltung Icann setzt die Wunschliste der Strafverfolger nun um.

Die Internet-Adressverwaltung Icann (die Abkürzung steht für Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) hat sich nun mit jenen Firmen geeinigt, die Registrierungen von Internet-Domains durchführen. Über einzelne Formulierungen in den neuen Verträgen der Registrare mit der Icann wird laut heise online noch verhandelt, die grundlegenden Änderungen sollen aber schon feststehen.

Mit den Vertragsänderungen geht die Icann auf Forderung von Strafverfolgungsbehörden rund um den Globus ein. Die Strafverfolger wollen zuverlässigere Informationen in den sogenannten Whois-Datenbank abrufen können. Dort ist eigentlich gespeichert, wer welche Domains registriert hat. Das soll sich nun ändern:

  • In Zukunft müssen Registrare jene E-Mail-Adressen und Telefonnummern überprüfen, die Domain- und andere persönliche Daten der Domaininhaber überprüfen.
  • Nicht nur die Domainanbieter, die direkt bei der Internet-Verwaltung registriert sind, sondern auch deren Reseller und letztendlich jeder Inhaber einer Domain müssen sich an die neuen Auflagen halten. Für den Endkunden heißt das unter anderem, dass in Whois-Datenbanken wohl immer seine korrekten Daten stehen werden.
  • Auch wer die Domain über Treuhänder-Dienste registriert, ist von den neuen Regelungen betroffen. Solche Proxy-Anbieter lassen sich im Auftrag ihrer Kunden selbst als Inhaber der Domain eintragen - so wird nicht öffentlich bekannt, wer wirklich hinter einer Seite steckt. Dennoch sollen nun die Klardaten der Kunden bei der Icann oder einem von der Icann akzeptierten Treuhänder hinterlegt werden, berichtet Heise. Wie das im Detail funktionieren soll, will Icann noch ausarbeiten.

Die Nachricht über die Einigung auf die neuen Vertragsregeln verkündete der Präsident des Icann Fadi Chehadé auf dem 46. Icann-Meeting in Peking. Die Icann ist auch für die Vergabe neuer Top-Level-Domains, wie etwa .bank, .law, .doctor. oder .lol, zuständig, die noch in diesem Jahr entstehen sollen.

hev

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