Trumps liebstes Megafon Ex-CIA-Agentin will Twitter kaufen und Donald Trump rauswerfen

Eine ehemalige CIA-Agentin will mithilfe von Spendengeldern Twitter kaufen - und Donald Trump von der Plattform kicken. Er habe schon viel zu viel Schaden angerichtet, sagt sie.

Donald Trump auf einer Kundgebung in Phoenix
AFP

Donald Trump auf einer Kundgebung in Phoenix


Eine Milliarde Dollar - so viel bräuchte Valerie Plame nach eigenen Angaben, um Twitter zu kaufen. Dann hätte die ehemalige CIA-Agentin auch die Macht, US-Präsident Donald Trump von der Plattform zu verbannen. "Wir brauchen nicht bis 2020 zu warten, um ihn zum Schweigen zu bringen", schrieb Valerie Plame Wilson am Mittwoch auf ihrem Twitteraccount.

Das Geld will Plame durch eine Crowdfunding-Kampagne eintreiben. Eine Milliarde Dollar sei ein kleiner Preis, um Trump sein wichtigstes Sprachrohr wegzunehmen.

Trump habe auf dem sozialen Netzwerk "eine Menge furchtbarer Dinge angestellt", schreibt Plame auf der Kampagnenplattform GoFundMe. So habe er Gewalt gegen Journalisten befürwortet und mit seinen Tweets den Vereinigten Staaten geschadet. Mit seiner Drohung, einen Atomkrieg mit Nordkorea zu beginnen, habe er beispielsweise die gesamte US-Bevölkerung in Gefahr gebracht: "Das ist nichts, was nur online passiert. Trump nutzt Twitter als Waffe", erklärte sie. "Es ist Zeit, ihn zum Schweigen zu bringen."

Die ehemalige Geheimagentin Plame ist in den USA kein unbeschriebenes Blatt. Ihr Mann Joseph Wilson war US-Botschafter im Irak und klarer Gegner des Irakkriegs unter der Präsidentschaft von George W. Bush. Kurz nachdem ihr Mann den Irakfeldzug öffentlich heftig kritisiert hatte, wurde Valerie Plames Name 2003 von Regierungsmitarbeitern an die Medien durchgestochen, 2005 schied sie aus dem Geheimdienst aus. Sie gibt dem Weißen Haus die Schuld daran. Die Regierung Bush habe sich an ihr und ihrem Mann rächen wollen.

Seit einer Woche nun läuft die kuriose Crowdfunding-Kampagne der Aktivistin. Bis Donnerstagvormittag sind allerdings erst knapp 35.000 Dollar zusammengekommen. Sollte die Crowdfunding-Kampagne ihr Spendenziel verfehlen, will Plame von dem eingesammelten Geld Twitter-Aktien kaufen, um sich ein Mitspracherecht in der Aktionärsversammlung zu sichern und dort für ihren "Trump-Ban" zu werben. Wenn noch Geld übrig bleibt, soll dieses an den Verein Global Zero gehen, der sich gegen Atomkrieg einsetzt.

dpa/str



insgesamt 13 Beiträge
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keine-#-ahnung 24.08.2017
1. Das könnte ein Weg sein ...
Onkel Don aus dem Zwitscherverein auszuschliessen. Und wenn das in dieser Geschwindigkeit mit dem Kröteneinsammeln weitergeht, ist der Trump-account schon in ... Moment ... noch ein wenig nachrechnen ... YES: in knapp 550 Jahren Geschichte :-)
treeflower44 24.08.2017
2. Frag doch mal Bill Gates
Bill Gates hat genug Geld über, um Trump das Zwitschern zu vermiesen. Denn ansonsten gäbe es bestimmt nützlichere Projekte für soviel Geld. Man nimmt ihm damit nur ein Sprachrohr....nicht aber die Macht seinen Blödsinn, den er so twittert, auch umzusetzen.
Echt jetzt 24.08.2017
3. Betrug?
---Zitat--- Sollte die Crowdfunding-Kampagne ihr Spendenziel verfehlen, will Plame von dem eingesammelten Geld Twitter-Aktien kaufen, um sich ein Mitspracherecht in der Aktionärsversammlung zu sichern und dort für ihren "Trump-Ban" zu werben ---Zitatende--- Sprich: gebt mir Geld, damit ich mir Aktien kaufen kann? Sehr dubios. Normalerweise wird bei Nicht-Erreichen des Spedenziels, das Geld zurückgezahlt. Sicher dass dies nicht einfach eine Betrugsmasche ist?
Montezuma10 24.08.2017
4. Was für eine Schnapsidee
Wenn diese Idee den aktuellen Intelligenzstand bei den Trumpgegnern in den USA repräsentiert, wundert mich nichts mehr. Trump ist gefährlich und seine dumme Twitterei macht es nicht besser. Aber der Ansatz "wir kaufen ganz viele Twitteraktien und verbieten dem bösen Mann dann die Nutzung" ist doch reichlich lächerlich und kindisch. Ich vermute ja, die Dame möchte einfach nur mal wieder ihren Namen in den Medien lesen. Vielleicht veröffentlicht sie ja bald ein Buch oder verkauft die Filmrechte über ihre Aufdeckung als CIA-Agentin seinerzeit. Dann würde so eine plumpe PR-Aktion wenigstens etwas Sinn ergeben.
WolfgangWolfsauge 24.08.2017
5. Unbeschriebenes Blatt
Ihre Formulierungen sind hier zum Nachteil von Frau Plame Wilson. Lewis Scooter Libby wurde am 5. Juni 2007 von dem Gericht in Washington für schuldig befunden und zu einer Haftstrafe von 30 Monaten, einer Geldstrafe von 250.000 Dollar und einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Es nun mit Konjunktiv II so darzustellen, als sei es also gar nicht gerichtlich erwiesen, dass Mitglieder der Bush Regierung Frau Wilson verraten haben und anschliessend dafuer auch rechtskraeftig zu Haft- und Geldstrafen verurteilt wurden, ist mehr als nur ein "bisschen nachlässig" forumliert oder recherchiert. Schlicht irreführend Ihre Berichterstattung! Sehr schlecht.
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