"Sie haben es manipuliert" Trump ist sauer über Google-Treffer zu Trump

Der US-Präsident beklagt sich: Fast alle Nachrichten auf Google über ihn selbst seien negativ. Nun will Donald Trump prüfen, ob das illegal ist. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück.

US-Präsident Donald Trump im Oval Office des Weißen Hauses
DPA

US-Präsident Donald Trump im Oval Office des Weißen Hauses


Um 5.24 Uhr Ortszeit in Washington knöpfte sich US-Präsident Donald Trump in einem Tweet Google vor. "Sie haben es manipuliert, für mich und andere, so dass fast alle Geschichten und Nachrichten schlecht sind", schrieb Trump. Offenbar hatte er einen Bericht auf Fox News gesehen, in dem genau das behauptet wurde, und darauf reagiert.

Trump kündigte Konsequenzen an, ohne jedoch ins Detail zu gehen. "Google und andere unterdrücken Stimmen von Konservativen und verstecken Informationen und Nachrichten, die gut sind", schrieb Trump zehn Minuten später in einem zweiten Tweet. "Sie kontrollieren, was wir sehen können und was nicht. Das ist eine sehr ernste Situation - wird angesprochen!"

Trump will sich angeblich als Opfer darstellen

Trump behauptete, wer auf Google nach "Trump News" suche, bekomme nur Berichte der "Fake New Media" - gemeint hatte er offenbar "Fake News Media", womit er pauschal alle ihm gegenüber kritisch eingestellten Medien bezeichnet. "96 Prozent der Ergebnisse für "Trump News" sind von überregionalen linksorientierten Medien, sehr gefährlich", schrieb er. "Republikanische/konservative und faire Medien sind ausgeschlossen." Trump warf die Frage auf, ob das "illegal" sei.

Am Mittwoch kommender Woche will der US-Senat Spitzenvertreter von Google, Facebook und Twitter anhören. Dabei soll es um Versuche Russlands gehen, Wahlen in den USA über soziale Medien zu beeinflussen. Der Informationsdienst "Axios" schrieb nach den Trump-Tweets, der US-Präsident wolle den Fokus der Anhörung stattdessen darauf lenken, dass er ein Opfer sozialer Medien sei.

US-Sicherheitsbehörden sehen es als erwiesen an, dass Russland versucht hat, die Präsidentenwahl 2016 zu beeinflussen, und dass diese Bemühungen andauern. Trump aber hat es versäumt, sich in dieser Frage klar hinter seine Behörden zu stellen.

Update: Google weist die Vorwürfe von Trump zurück. "Die Suche wird nicht verwendet, um eine politische Agenda zu setzen und wir richten unsere Suchergebnisse nicht nach irgendeiner politischen Ideologie aus", teilte das Unternehmen in einer Stellungnahme mit.

2. Update: Im Laufe des Tages wurden die beiden Tweets gelöscht, später veröffentlichte Trump sie aber erneut - fast wortgleich, aber ohne den Tippfehler in "Fake News Media". In diesem Artikel sind nun die neuen Versionen verlinkt.

3. Update: In einer früheren Fassung dieses Artikels hieß es, Trump habe sich offenbar selbst gegoogelt. Laut "Washington Post" ist es aber wahrscheinlicher, dass er auf einen Bericht auf Fox News reagierte, in dem die Vorwürfe gegen Google erhoben wurden. Wir haben den Artikel entsprechend angepasst.

pbe/dpa/Reuters

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insgesamt 64 Beiträge
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Seite 1
Zitatbot 28.08.2018
1. Kim
Schön, dass sich Donald Trums und Kim Jong Un in diesem Thema annähern.
chania123 28.08.2018
2. Nix kapiert
Klar, dass Trump keine Ahnung hat, dass Google Suchergebnisse nach Häufigkeit der Benutzeranfragen erscheinen, d. h. wenn Zehntausende nach "Trump Verräter" googeln, erscheinen die dazu gefundenen Interneteinträge irgendwann mal ganz oben, wenn nicht gar an erster Stelle. So einfach ist das, aber viel zu hoch für den Mr. IQ 45...
jackohnereacher 28.08.2018
3. Das ist doch mal eine gute Idee Google zu überprüfen.
Vielleicht sagt ihm dann auch mal jemand, dass, wenn man in die Google Bildersuche das Wort "Idiot" eingibt, ein nicht näher zu bezeichnender älterer Herr in tausenden von Bildern auftaucht. Das wäre doch Grund genug wieder einmal ein paar Sanktionen zu verhängen.
zeichenkette 28.08.2018
4. Klar
Alles links, wer anderer Meinung ist. Wer am Südpol steht, für den ist auch in alle Richtungen nur Norden.
e.pudles 28.08.2018
5. Präsident der USA
muss ein easy Job sein. Denn anscheinend hat Trump noch Zeit sich im Internet zu googlen. Und da staunt er jetzt, dass es Leute gibt, welche ihn nicht so toll finden wie er von sich selbst behauptet. Und jetzt ist er beleidigt und sagt dass alles gelogen ist und nur er die Wahrheit spricht. Würde ein Schriftsteller die Geschichte Trups und die aktuellen Verhältnisse im Weissen Haus und einem Teil der USA in Form eines Romans schreiben, würde man ihn für total verrückt erklären, denn das sei reine Phantasie. In diesem Fall kommt die Fiktion der Wahrheit nicht annähernd in die Nähe
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