Doppelter Videoplayer: Diese Websites machen Sie zum YouTube-DJ

Zwei YouTube-Videos nebeneinander in einem Browserfenster, in der Mitte ein Crossfader: Klingt nach der perfekten DJ-Anwendung. Ein Entwickler aus Chicago hat sie in ein paar Stunden gebaut - als Freizeitspaß. Mittlerweile gibt es mehrere dieser feinen Seiten.

   twoyoutubevideosandamotherfuckingcrossfader.com: Erst links, dann rechts Zur Großansicht


twoyoutubevideosandamotherfuckingcrossfader.com: Erst links, dann rechts

YouTube kann sehr praktisch sein: Unmengen von Musik stehen auf Abruf bereit, weswegen auf etlichen Partys ein Laptop bereit steht, der an die Anlage angeschlossen ist. Nur die Übergänge zwischen zwei Songs sind mitunter etwas hart. Das eine Lied endet, das nächste muss erst über die Suchfunktion gefunden und ausgewählt werden, um nach einer kurzen Zeit, in der Daten zwischengespeichert werden, endlich anzufangen.

Mit Playlisten lässt sich diese Pause zwar minimieren - ein richtiger YouTube-DJ wird sich damit aber nicht zufriedengeben. Eine einfache Website rüstet die nötige Funktionen nach: Zwei Videoplayer mit einem Crossfader. Entwickelt wurde die praktische Seite mit dem unpraktischen Namen von Jake Elliot, einem Programmierer aus Chicago, vor drei Jahren. Sein damaliger Mitbewohner spielte YouTube-DJ, mit zwei Browser-Fenstern gleichzeitig, zwischen denen er hin- und herschaltete, um ein Musikstück in das nächste elegant zu überblenden. Diesen komplizierten Vorgang wollte Elliot einfacher machen. Das Ergebnis: twoyoutubevideosandamotherfuckingcrossfader.com.

"Drei, vier Stunden habe ich für den Code gebraucht, der ist wirklich simpel und nicht besonders elegant programmiert", sagt der 29-Jährige, der die Seite in seiner Freizeit gebaut hat. Zu der Zeit arbeitete Elliot tagsüber an komplexen Web-Development-Projekten, der doppelte YouTube-Player war eine willkommene Ablenkung. "Die Sound-Qualität von vielen YouTube-Clips ist mies, dafür ist die Suchfunktion phantastisch. Das ist ein guter Ausgleich, vor allem, wenn man betrunken ist und von Leuten Wünsche annimmt."

Seine vor drei Jahren gestartete YouTube-Seite erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Elliot, der unter anderem das preisgekrönte Spiel "A House in California" und ein Dutzend weitere Games entwickelt hat: "Seitdem die Seite online ist, hat sie konstant hohe Zugriffszahlen. Besonders am Wochenende, daraus lässt sich ablesen, dass die Seite tatsächlich auf Partys eingesetzt wird."

Von Elliots Geniestreich haben sich längst weitere Dienste inspirieren lassen - zum Beispiel Dennis Kather und Hannes Füting aus Berlin. Ihre Seite youtubedisco.de sieht aufgeräumter aus, lässt sich noch einfacher bedienen und hat zwei interessante Zusatzfunktionen: Zum einen werden Vorschläge für weitere Videos von YouTube angezeigt, zum anderen lässt sich ein Vorrat zusammenklicken.

Bleibt nur ein Problem: Bisher haben sich die Rechteverwertungsgesellschaft Gema und YouTube nicht auf einen Tarif einigen können, nach dem abgespielte Lieder für die Autoren und Verlage vergütet werden. Etliche Lieder sind deswegen für deutsche Nutzer nicht verfügbar. Mit den DJ-Seiten stockt in diesem Fall immerhin nicht die Musik.

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