DRM-Debakel: Bürgerrechtler wüten gegen Microsoft-Musik mit Verfallsdatum

Von Konrad Lischka

2. Teil: Amazon: Diese Bücher können verschwinden

Der US-Onlinehändler Amazon hat mit seinem Bücher-iPod Kindle einen kleinen Erfolg gefeiert: Das Gerät war über Wochen ausverkauft, erst seit kurzem liefert Amazon wieder Kindle-Lesegeräte an US-Kunden aus. Einmalig: Mit dem Kindle kann über ein US-Mobilfunknetz oder drahtlosen Internetzugänge fast überall in den Vereinigten Staaten E-Books, digitale Magazine und Zeitungen kaufen, ohne dass man für den Datentransfer zahlen muss.

Nur gehört den Kunden nicht, was sie da kaufen. Amazon lässt sich von Kindle-Käufern diese Klausel in den Geschäftsbedingungen abnicken:

"Ihre Rechte aus diesem Vertrag erlöschen automatisch und ohne weitere Mitteilung von Amazon, falls sie einem Teil dieses Vertrags nicht nachkommen. Im Fall einer solchen Beendigung dürfen Sie die Software nicht weiter nutzen und Amazon kann sofort ihren Zugang zum Dienst und den digitalen Inhalten kappen, ohne Sie zu benachrichtigen und ohne Gebühren zu erstatten."

Außerdem untersagt Amazon den Kindle-Kunden, ihre gelesenen digitalen Bücher weiterzuverkaufen:

"Sie dürfen die digitalen Inhalte oder Teile davon nicht an Dritte verkaufen, ausleihen, vermieten, verteilen, ausstrahlen, weiterlizenzieren oder auf anderem Wege Rechte weitergeben."

Der US-Programmierer Mark Pilgrim hat diese Passagen in einem wütenden Kommentar Aussagen von Amazon-Boss und Kindle-Förderer Jeff Bezos gegenübergestellt. Bezos schrieb 2002, als ein Streit um den Handel mit gebrauchten Büchern entbrannte, in einem offenen Brief an eine US-Autorenvereinigung:

"Wenn jemand ein Buch kauft, kauft er auch das Recht, dieses Buch weiterzuverkaufen, es zu verleihen oder es sogar zu verschenken, wenn er will. Das versteht jeder."

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