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Protestaktion bei Darmstadt: Drohne wirft Flugblätter über NSA-Komplex ab

Der "Dagger Complex" der USA in Darmstadt erhielt jüngst ungewöhnlichen Besuch: Aus der Luft ließen Aktivisten von einer Drohne aus Flugblätter abwerfen, um Agenten zum Ausstieg zu bewegen.

Intelexit

Der Drohnenkrieg gegen den Terror gehört zu den völkerrechtlich heikelsten Operationen der USA. Die zentrale Rolle, die US-Basen in Deutschland dabei spielen, hat der SPIEGEL in diesem Frühjahr ausführlich beschrieben. Jetzt hat eine Gruppe von Aktivisten eine Drohne über einen US-Stützpunkt fliegen lassen.

Statt Bomben warf das Fluggerät Flugblätter ab - mit der Aufforderung an die Soldaten und Geheimdienstler, den Dienst zu quittieren. Die mit Papier bestückte Mini-Drohne ließ das Berliner Peng Collective vergangenen Freitag über dem "Dagger Complex" in Darmstadt steigen. Es war - im Wortsinne - der bisherige Höhepunkt der Kampagne "Intelexit", mit der die Aktivisten Geheimdienstmitarbeiter zum Aussteigen animieren wollen .

Das riesige Militärareal in Griesheim nahe Darmstadt war dafür gut gewählt: Der "Dagger Complex" gilt als größte und wichtigste Außenstelle des US-Geheimdienstes NSA in Europa. Unter anderem ist dort das "European Cryptologic Center" untergebracht. "Deutschland schaut diesen Aktivitäten in Darmstadt tatenlos zu und stiehlt sich damit aus der Verantwortung", sagt Peng-Sprecher Sascha Fugel. "Wir wissen, dass einige Angestellte dieses US-Stützpunktes großen Gewissenskonflikten ausgesetzt sind."

Die Drohnenaktion im Südhessischen blieb auf US-Seite offenbar nicht unbemerkt. Angeblich soll es Rechnern im "Dagger Complex" kurz nach der ungewöhnlichen Flugshow nicht mehr möglich gewesen sein, auf die Peng-Internetseite Intelexit.org zuzugreifen.

jös

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